Tom Keune: Ein Rendevouz mit der geliebten Heimat

Von: Robert Flader
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Mal SEK-Einsatzleiter, mal Mephisto, mal Bombel: Der Aachener Schauspieler Tom Keune kehrt mit dem Theater Plauen-Zwickau am 21. Januar in seine alte Heimat zurück. Foto: C. Burchard

Stolberg/Aachen. Koch? Grafikdesigner? Oder doch Schauspieler? Es muss irgendwann Mitte der 90er Jahre gewesen sein, als Tom Keune unwiderruflich seinen Entschluss fasste, beruflich letzteres in Angriff zu nehmen. Damals, als er noch Schüler am Ritzefeld-Gymnasium war und kurz vor seinem Abitur stand.

„Ich ging”, sagt Keune heute, „irgendwie den klassischen Weg. In der Oberstufe durch die Theater AG fiel die Entscheidung relativ schnell.” Schauspieler wollte er also werden - und Schauspieler wurde er. Trotz der durchaus lukrativen anderen Optionen gab es nur ein wirkliches Ziel.

Doch es war ein Entschluss, den der heute 35-Jährige nicht bereuen sollte. Auszüge aus seiner Vita belegen: Der Schauspieler wirkte bislang deutschlandweit in mehr als 50 Theater-, Film-, Fernseh- und Werbeproduktionen mit. Vom Mephisto in „Faust I” über den Leiter eines Spezialeinsatzkommandos der Polizei in der „Soko Leipzig” bishin zu einem gesellschaftlichen Außenseiter in seinem aktuellen Theater-Stück „Bombel” verkörperte der Aachener bislang grundverschiedene Charaktere.

„Jede Rolle” ,sagt Tom Keune über seine Erfahrungen, „ist ganz anders und macht diesen Job auch so interessant.” Es ist ein Beruf, mit dem er im kommenden Monat in seine Heimat zurückkehren wird. Mit dem Stück „Bombel” gibt das Theater Plauen-Zwickau, für das Keune in der aktuellen Theatersaison auf der Bühne steht, am 21. Januar einen Gastauftritt im Ludwig Forum.

Angefangen hat alles 1975 im Aachener Marienhospital, in dem Tom Keune das Licht der Welt erblickte. Als Kleinkind lebte er zunächst in Brand, bis zum Abschluss des Zivildienstes (in einer heilpädagogischen Kindertagesgruppe) wuchs er in Breinig auf und ging in Stolberg zur Schule.

Von Breinig nach Kiel

Dann kam 1996 und der Wechsel an die „Schule für Schauspiel” in Kiel. Über die Stationen Memmingen (bis 2003), Dresden (bis 2007) und Zittau (bis 2009) ging es im vergangenen Jahr als Ensemblemitglied nach Sachsen, zum Theater Plauen-Zwickau. „Natürlich ist Plauen nicht mit Dresden oder München zu vergleichen”, sagt Tom Keune. „Und auch nicht mit Aachen.” Etwa zweimal im Jahr schaut er noch in seiner alten Heimat vorbei, „für mehr fehlt die Zeit.”

Zeit will er sich demnächst nehmen, um den künstlerischen Markt zu sondieren, „ich will mich schauspielerisch weiterentwickeln”, sagt Tom Keune. „Sonst wird man irgendwann zum Bühnenbeamten und verrichtet Dienst nach Vorschrift.”

Deshalb will der Schauspieler, der auch schon Gastauftritte in „Aktenzeichen XY ... ungelöst” hatte, zur neuen Spielzeit 2011/12 - sofern denn die Angebote stimmen - in eine größere Stadt wechseln. „Berlin, das wär schon was”, sagt er. „Am liebsten auch gerne noch mehr in die Fernsehen- und Werbebranche.”

Ein wichtiger Bestandteil für das Leben eines Schauspielers sei ohnehin das Umfeld, die Stadt, in der er arbeitet. „Die muss attraktiv sein. Sonst kann man nicht so arbeiten, wie man will. Dann fängt man an, im Kreis zu laufen.”

Der Kreis, er schließt sich zwar nicht ganz, trotzdem kehrt Keune im Januar zum ersten Mal beruflich in seine Geburtstadt zurück - und freut sich auf den Auftritt im Ludwig Forum. „Es ist total super, dass das geklappt hat”, sagt der Schauspieler. „Man weiß seine Heimatstadt erst so richtig zu schätzen, wenn man woanders wohnt.”

Tom Keune und seine Aachener Premiere - es ist ein bisschen so, als habe er mit der alten Heimat noch ein Rendevouz offen.

„Bombel”: Aufführung und Karten fürs „LuFo”

Das Stück „Bombel” des Theaters Plauen-Zwickau handelt von einem gesellschaftlichen Außenseiter, der sich, gestrandet an einer Bushaltestelle, die zugleich Endstation seines Lebens ist, in einem schier unendlichen Redeschwall verliert und mit sich selbst redet.

Bombel redet gegen den Tod an, ist auf der Suche nach Freunden und Feinden gleichermaßen und träumt dabei womöglich seine letzten Träume.

Theaterkritiken bescheinigen dem Stück „ein gesellschaftliches Wagnis” (Theater der Zeit) einzugehen und loben Tom Keunes 75-minütige Dialogleistung als „beeindruckend und mutig”.

Karten für die Vorführung im „LuFo” am Freitag, 21. Januar, gibt es in der Mayerischen Buchhandlung in Aachen sowie beim Schreibwarengeschäft Leufgens in der Rathausstraße. Die Veranstaltung begint um 20 Uhr.

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