Toller Vorgeschmack auf „Stolberg goes France”

Von: Désirée Müller
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Kam gut an beim Publikum: Kaybee Cashmore teilt in der Wirthausszene Wein aus - natürlich französischen. Foto: D. Müller

Stolberg. „Vive la France” heißt es in diesem Jahr in der Kupferstadt. Ende Mai präsentiert Kulturmanager Max Krieger im Rahmen von „Stolberg goes...” die vielseitige Kultur des französischen Nachbarlands.

Einen ersten Einblick in das, was die Besucher dann erwarten wird, gab es bereits am Sonntag im Zinkhütter Hof. Das Sängerpaar Kaybee und John Cashmore präsentierte dabei mit befreundeten Musikern Stücke aus dem französischen Musical „Les Misérables”.

Zu Beginn der Veranstaltung gab es aber noch einen Rückblick auf „Stolberg goes Brazil” im vergangenen Jahr. Der 18-jährige brasilianische Sänger Joel Augusto, der in seiner Heimat bereits bei mehreren TV-Casting-Shows im Finale stand und derzeit bei deutschen Gasteltern lebt, zauberte mit der Ballade „Sozinho” südamerikanisches Flair auf die Bühne im vollbesetzten Museum.

Und dann folgte zwei Stunden lang ein Vorgeschmack auf das, was die Stolberger und ihre Besucher am letzten Mai-Wochenende erwartet. Gemeinsam mit dem befreundeten Sängerehepaar Jeanette und Jörg Zimmermann präsentierten Kaybee und ihr Mann John Cashmore bekannte Melodien aus dem Musical „Les Misérables”, für das sich Veranstalter Max Krieger und die Mitwirkenden in Anlehnung an „Stolberg goes France” im Vorfeld ganz bewusst entschieden hatten.

„Wir möchten Ihnen einen kleinen Einblick in ein ganz großes Musical geben”, erklärte Kaybee Cashmore. „Les Misérables” ist das Musical mit der insgesamt längsten Laufzeit in London und nur in konzertanter Form aufführbar.

Geschichte von Jean Valjean

„Les Misérables” erzählt die Geschichte von Jean Valjean, der 1815 im französischen Toulon als Sträfling nach 19-jähriger Kerkerhaft auf Bewährung entlassen wird. Acht Jahre später ist Valjean zum Fabrikbesitzer aufgestiegen. Doch er hat immer noch einen Erzfeind; Inspektor Javert, der ihn damals aus das Haft entlassen hat.

„Ich hab geträumt vor langer Zeit”, das Lied der Fabrikarbeiterin Fantine, die Valjean liebt, ist wahrscheinlich eine der schönsten Balladen des Musicals, wunderschön vorgetragen von Jeanette Zimmermann. Im weiteren Verlauf der Handlung stirbt Fantine, doch Valjean kommt gerade noch rechtzeitig ins Krankenhaus, um ihr zu versprechen, sich um ihr Kind Cosette zu kümmern.

Hier gab es dann einen lokalen Bezug zu Stolberg: Die 19-jährige Sopranistin Miriam Löhr aus der Kupferstadt, die in Maastricht Gesang studiert, verkörperte die Rolle der Cosette und erntete großen Applaus für das Stück „In meinem Schloss”, in dem sie während ihrer schweren Arbeit als Dienstmagd von einem besseren Leben träumt.

Valjean nimmt Cosette mit nach Paris, wo großes Elend herrscht und die Studentenrevolutionen beginnen. Cosette verliebt sich dabei in den Studenten Marius. Immer wieder kam während der Stücke die volle Stimmgewalt der vier Protagonisten zum Ausdruck: Riesiger Applaus bestätigte das gesangliche Können von John und Kaybee Cashmore sowie Jeanette und Jörg Zimmermann.

„Les Misérables” endet schließlich mit dem Tod Valjeans, der in der Hoffnung stirbt, dass die neue Welt eine bessere wird.

Während der verschiedenen Ausschnitte aus dem Musical bewiesen die Darsteller nicht nur Gesangsvermögen, sondern auch Wandlungsfähigkeit. Es gelang ihnen immer wieder aufs Neue, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen und diese perfekt zu verkörpern. Besonders die Wirtshaus-Szene, bei der John und Kaybee Cashmore sowie Jeanette und Jörg Zimmermann Wein im Publikum verteilten, kam aufgrund ihres Witzes und ihrer Authentizität sehr gut an.

Eines war den Akteuren auf jeden Fall gelungen: Sie haben neugierig gemacht auf das, was im Rahmen von „Stolberg goes France” in diesem Jahr noch folgt.
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