THW- und DRK-Helfer aus Stolberg kämpfen gegen das Hochwasser

Von: ds
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Kurz vor der Abreise: Die Rotkreuzler sind mit über 40 Helfern gen Osten gereist. Foto: DRK
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Schnelle Hilfe: Die Einsatzkräfte des Stolberger THW sind im Norden der Stadt tätig. Gerade bauen sie eine provisorische Foto: THW
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Auch die Fachgruppen Beleuchtung kommen zum Einsatz. Aus Stolberg sind hier sieben Helfer vor Ort. Sie beleuchten die Einsatzstellen und ermöglichen so ein Arbeiten in der Dunkelheit. Foto: THW

Stolberg. Die Lage im vom Hochwasser stark betroffenen Magdeburg ist nach wie vor kritisch. Am Sonntag wurde deshalb eine 33-köpfige Einsatzeinheit des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) aus der Städteregion Aachen angefordert. Darunter sind 15 Stolberger. Verbandführer der Einsatzeinheit ist der Stolberger Raimund Lesmeister.

Einsatzzweck ist die Unterstützung der dort bereits tätigen Katastrophenschutzkräfte des DRK. In den frühen Morgenstunden haben die Einsatzkräfte die Landeshauptstadt von Sachsen-Anhalt erreicht.

Die Kräfte sind besonders qualifiziert und kümmern sich vor Ort um die sanitäts- und betreuungsdienstliche Versorgung von Verletzten und Betroffenen. Sie sind mit eigenen Feldbetten und Schlafsäcken für einen mehrtägigen Einsatz gerüstet. Der Konvoi, bestehend aus zehn Fahrzeugen, ist um 6 Uhr in Magdeburg eingetroffen. Die Helfer sind für den bevorstehenden Einsatz hoch motiviert.

Essen für 4000 Helfer kochen

Auf den ersten Kilometern wurde der Konvoi von zwei Krafträdern begleitet, die als Verkehrssicherungsposten dienen. Die sogenannten Kradmelder gehören zur Informations- und Kommunikationseinheit des Katastrophenschutzes der Städteregion.

„Die Atmosphäre ist gut, und wir sind hier auch trockenen Fußes unterwegs“, sagt Raimund Lesmeister. Und betont: „Es ist ja auch nicht unsere Aufgabe Hochwassertouristen zu sein, davon gibt es mehr als genug. Unser Job ist es zu helfen und andere Kräfte, die erschöpft sind, abzulösen!“

Die Hauptaufgabe der Rotkreuzler, die aus der Städteregion angereist sind, besteht darin, rund 4000 Helfer zu bekochen, „und das kriegen wir mit fünf Feldküchen ganz gut geregelt“, so Lesmeister. Seit 10 Uhr ist die Truppe unermüdlich im Einsatz, am gestrigen Montag gab es zur Stärkung der Helfer Gulasch mit Kartoffeln und Zucchini-Gemüse. Fünf Tage lang werden die Frauen und Männer an der Front sein. Die Helfer arbeiten im Schichtbetrieb und halten auch einen Sanitätsbereich zum Eigenschutz vor.

Bereits am Samstag haben sich laut Auskunft von DRK-Kreisgeschäftsführer Peter Timmermanns Rotkreuzler aus der Städteregion auf dem Weg gen Osten gemacht. „Unsere acht Helfer von der Wasserrettungsgruppe waren auch mittendrin, als es um die Rettung des Deichs in Magdeburg ging. Sie haben mitgeholfen, die Überflutung des Umspannwerks zu verhindern“, so Timmermanns. Leider hätten die DRK-Kräfte vor Ort auch Sandsäcke schützen müssen – vor Diebstahl. „Ich bin froh, wenn unsere Leute gesund und heil wieder zurückkommen“, fasst der Kreisgeschäftsführer zusammen.

Entlang der unteren Elbe sind rund 1000 THW-Kräfte aus mehreren Bundesländern im Einsatz, um die Deiche gegen die anrollende Flutwelle zu sichern. In Magdeburg sind immer noch 2200 Helfer des Technischen Hilfswerks im Kampf gegen die Fluten im Einsatz. Sie sichern Deiche, füllen Sandsäcke und pumpen das Wasser zurück in die Elbe. Während in den nördlichen Bundesländern die Lage weiter angespannt bleibt, beginnen im Süden teilweise die Aufräumarbeiten.

20 Helfer und vier Fahrzeuge aus Stolberg sind ebenfalls vor Ort, darunter auch Wolfgang Geicht. „Es ist schon schwierig, bei so vielen 1000 Einsatzkräften den Überblick zu behalten, aber die Laune ist ganz gut hier und die Bevölkerung sehr dankbar, dass Hilfe da ist“, fasst der Ortsbeauftragte des THW Stolberg zusammen. Die Bürger würden das auf vielfältige Weise zeigen, Nachbarschaftshilfe werde großgeschrieben. „Immer wieder kommen Leute und wollen uns mit Essen versorgen oder bieten ihre Räume an zum Aufenthalt oder Duschen, sei es im Café, im Möbelmarkt oder in der Spielhalle“, zeigt sich Geicht angetan über die Solidarität. Den Hilfskräften vom THW sei auch angeboten worden, kostenlos in eine Kinovorstellung zu gehen, „das Angebot nehmen wir vielleicht nach getaner Arbeit wahr“, sagt Geicht mit einem Schmunzeln.

Im Industriegebiet im Magdeburger Norden haben die Stolberger einen Bereitstellungsraum für 200 Menschen aufgestellt, hier könne man sich notdürftig waschen und essen. Feldbetten haben die Helfer ebenso dabei wie C-Rohre, aus denen kurzerhand Duschen werden, „alles provisorisch eben“, so Geicht.

Die Fachgruppe Beleuchtung ist mit ihren Helfern, dem Mannschaftswagen und dem Lichtmastanhänger zu Beleuchtungen der Einsatzstellen vor Ort. „Die Beleuchtungsgruppe ist im Magdeburger Schwimmbad untergebracht, als in der Nacht zum Montag der Deich brach, war sie ebenfalls vor Ort“, teilt Geicht mit. Bis zum Ende der Woche, so ist der jetzige Plan, werden die Stolberger Helfer wohl noch bleiben.

„Man hilft uns, damit wir helfen können!“ Ralf Flöhr bedankt sich für das Entgegenkommen der Arbeitgeber. „Wir haben diejenigen am Montagmorgen informiert, die noch nicht Bescheid wussten. Begeistert ist natürlich keiner, wenn sein Mitarbeiter so plötzlich abgezogen wird. Aber es haben alle ausnahmslos Verständnis gezeigt“, freut sich der stellvertretende Ortsbeauftragte. Dem kann sich Peter Timmermanns vom DRK nur anschließen: „Wir sind angewiesen auf Arbeitgeber, die unsere Leute für den Notfall freistellen!“

Auch Beamte der Aachener Einsatzhundertschaft machten sich am Montag auf den Weg nach Sachsen. Helfen heißt der Auftrag, wie Polizeisprecher Paul Kemen sagt. Die 21 Frauen und 29 Männer unterstützen in Meißen die dortigen Behörden im Kampf gegen das Hochwasser. Zusammen mit Mönchengladbacher und Recklinghausener Polizisten bilden sie eine Hundertschaft, die von den Aachenern angeführt wird. Im Zwölf-Stunden-Rhythmus werden Frauen und Männer mit einem sogenannten Kombi-Auftrag eingesetzt. „Was nichts anderes bedeutet als Helfen, Raumschutz- und Evakuierungsmaßnahmen unterstützen“, so Kemen.

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