Theatergruppe Applaus: Acht Frauen ziehen sämtliche Register

Von: jk
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„Acht Frauen“ sind schockiert. Ein Mord ist geschehen. Birgitta Pommerening als Augustine, Nicole Monath als Catherine, Stefanie Monath als Susanne, Bettina Völz als Madame Chanel, Ute von Drahten als Louise (v.l.) führen mit der Theatergruppe „Applaus“ die Krimikomödie „Acht Frauen“ im Kulturzentrum auf. Foto: J. Klieser

Stolberg. „Acht Frauen“ wollen einen Mord aufklären in dem gleichnamigen Stück von Robert Thomas, und noch dazu muss eine von ihnen die Täterin sein. Krimi oder Familientragödie, das ist hier die Frage. Wie die Theatergruppe Applaus die Frage löste bei der Premiere im Kulturzentrum, bescherte den Zuschauern einen vergnüglichen Abend.

Schon das perfekt gebaute Bühnenbild ließ Theaterherzen höher schlagen. Ein herrlich spießiges Wohnzimmer mit liebevollen Details war zu sehen, mit Pompös-Sofa, Schränkchen, Regal, alles aus Eiche. Dazu ein passender Teppich und ein tolles altes Radio.

Der Kamin war nur aufgemalt, doch die Ölgemälde offensichtlich echt, und die Zuschauer wissen: Wir sind in einem großbürgerlichen Haus. Dort lebt Marcel mit Frau, Schwester, Tochter und Schwiegermutter, oder besser: lebte. Während eine weitere frisch eingetroffene Tochter mit den beiden Hausangestellten das Weihnachtsfest vorbereiten will, wird er mit einem Messer im Rücken gefunden. Die Leiche liegt hinter einer Zimmertür in der oberen Etage.

Große und kleine Sünden

Sehr traurig wirkt Gaby, die Frau des Hauses, nicht gerade. Und überhaupt, in den nun folgenden Anschuldigungen, Geständnissen und Zickenkriegen kommen große und kleine Sünden ans Licht. Nur das 16-jährige Nesthäkchen hat ein gutes Herz. Wer war denn jetzt die Mörderin?

Falls die Zuschauer Detektiv spielen wollen, werden sie ein ums andere Mal eines Besseren belehrt, mit immer neuen Argumenten versorgt und bleiben völlig ratlos bis zum überraschenden Schluss. Spannend ist’s auf jeden Fall, und zu lachen gibt es auch was. Die neurotische Augustine, in die Jahre gekommen und kränklich, noch immer träumt sie von der großen Liebe – doch ist sie wirklich so bedauernswert?

Mamy, die Oma im Rollstuhl, immer hat sie diese weinerliche Stimme. Im Notfall, wenn ihrer herzallerliebsten Augustine etwas fehlt, hechtet sie jedoch energisch die Treppe rauf. Oder die quicklebendige Catherine mit ihren Teenager-Allüren. Humor blitzt auf inmitten der Entblößungen menschlicher Abgründe und löst im Zuschauerraum Heiterkeit aus.

Mit großem Engagement hat die Truppe des Eifel- und Heimatvereins Breinig dieses Projekt auf die Beine gestellt. Als handwerkliche Meisterleistung können die selbst gebauten Kulissen mit der Treppe und echten Türen gelten, zwischen denen die acht Frauen umherwuseln.

Schauspielerisch ziehen die Darstellerinnen alle Register, erwecken die unterschiedlichsten Charaktere zum Leben. In dem wortreichen Stück mit einem Schlagabtausch nach dem anderen muss es eine Menge Text zu lernen gegeben haben, und das bei so einer verwickelten Geschichte.

Uschi Faust, Stefanie Monath, Nicole Monath, Angela Redeker, Birgitta Pommerening, Bettina Völz, Ute von Drathen, Susanne Milcher sind die acht schrecklichen Schönen, die vom Publikum mit dickem Applaus belohnt wurden. Ebenso Regisseur Heinz Milcher, der unsichtbar im Hintergrund die Fäden zusammenhielt und sich am Ende bescheiden verbeugte.

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