Stolberg - Theater: Ein turbulenter „Kaiserschnitt im Paternoster“

Theater: Ein turbulenter „Kaiserschnitt im Paternoster“

Von: mlo
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Ein Hingucker war das dreigeteilte Bühnenbild: Chefarztzimmer, Krankenhausflur und Schwesternzimmer. Foto: M.L. Otten

Stolberg. Wer gerne lacht, der kam jetztim Kulturzentrum voll auf seine Kosten. Mit der Komödie „Kaiserschnitt im Paternoster“ von Hansi Berwanger unterhielt die Theatergruppe „Applaus“ des Heimat- und Eifelvereins die Zuschauer, die gleichsam die Patienten im Wartezimmer mimten.

Chefarzt Dr. Sauberbruch (Heinz Milcher) – im Verbund mit Uschi Faust verantwortlich für die Regie – leitete die ehemals angesehene „Itertal-Klinik“, die heute eher einem kränkelnden Ordensspital mit maroder Einrichtung und demotiviertem Personal glich. Er hoffte bei seiner Begrüßung augenzwinkernd auf viele Privatpatienten unter den Wartenden, damit seine Klinik nicht dem Sparstift geopfert werde, was aber von der Regierung und sogar vom Bischof schon beschlossene Sache war.

Von Schließung wollten die beiden Ordensschwestern, Mutter Oberin, Schwester Rabiata (Birgitta Pommerening) und Oberschwester Margot (Bettina Völl) nichts wissen und leisteten erbitterten Widerstand, und das nicht immer mit gottgefälligen Mitteln. So durfte der Fahrstuhl aus Kostengründen nicht mehr benutzt werden, der Kreißsaal wurde geschlossen und auch die Abrechnungen mit der Kasse waren zu 90 Prozent fehlerhaft.

Ein Jahr auf dem Gang

Mittendrin im größten Einzelzimmer, auf dem Korridor, stand das Krankenbett, in dem der nervige Asthma-Patient Helmut Schmidt (Ulli Pfaff) lag. Er war mit einer Grippe eingeliefert worden und lag nun schon ein Jahr auf dem Gang, musste um das Frühstück betteln und auch um sein Asthmaspray. Die Nachtschwester Hilde (Uschi Faust), ständig müde, da sie neben ihrem Krankenhausjob noch bei Aldi und an der Tankstelle arbeitete, reagierte auf sein ständiges Klingeln schon gar nicht mehr.

Nur Schwester Inge (Gabi Nobis) schien der ruhende Pol zu sein und behielt die Nerven. Es war dann auch kein Zufall, dass der Ministerpräsident bei seinem Besuch in der Klinik ohnmächtig zusammenbrach. Da konnten weder Dr. Karloff noch der Ayurveda-Spezialist Dr. Güldenstern (Marco Schüller) helfen.

Die nachfolgenden turbulenten Ereignisse zogen das Krankenhauspersonal, den Dauerpatienten, wie auch die Chefin der Staatskanzlei (Angela Redeker) und seinen Sicherheitsdienst (Ute von Drathen, Svenja Völl) in einen Strudel aus Erpressung, Intrigen und anderen Verbrechen. Vor eindrucksvollem Bühnenbild, mit viel Liebe zum Detail von Willi Savelsberg und Josef Wolff erstellt, agierten die dreizehn Schauspieler skurril, anzüglich und derb.

Musikalisch untermalt wurde die Komödie zunächst mit der Titelmelodie der bekannten Fernsehserie „Die Schwarzwaldklinik“. Ansonsten spielte Carsten Pommerening auf dem Piano die Begleitung live. So ertönte „17 Jahr, blondes Haar“ als die Lernschwester Loni (Nicole Monath) sich dem Chefarzt vorstellte. Dieser war gleich Feuer und Flamme und stellte ihr nach statt seiner Arbeit nachzugehen. Wohin dies führte, wurde erst nach der Pause sichtbar.

Den Kaiserschnitt bei der untreuen Frau des Ministerpräsidenten (Stefanie Monath) musste dann der russisch sprechende Pathologe Dr. Karloff vornehmen. Dieser kleine Schnitt hätte ihm allerdings den Posten des Chefarztes für die nächsten fünf Jahre eingebracht, wenn das Haus nicht geschlossen worden wäre. Doch im letzten Moment hielt Mutter Oberin die Lösung bereit.

Zu erwähnen sei noch Annette Schön, die des öfteren als Souffleuse aushalf. Die Nachrichten aus dem Radio wurden von Clemens Bauer gesprochen, und für die reibungslose Arbeit an der Technik zeichneten sich Stefan Thum, Sebastian Ostlender und Lucas Völl verantwortlich.

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