Stolberg - Telefonaktion zeigt: Beschwerden müssen individuell abgeklärt werden

Telefonaktion zeigt: Beschwerden müssen individuell abgeklärt werden

Von: ath
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Ist das jetzt ein Karpaltunnelsyndrom oder nicht? Bei einigen der knapp 20 Anruferinnen und Anrufer, die unsere Telefonaktion „Leser fragen – Ärzte antworten“ nutzten, um sich Rat beim Experten zu holen, war dies zwar diagnostiziert worden, die Beschwerden aber nicht ganz klassisch.

„Das ist schwer am Telefon einzuschätzen“, erklärt Dr. Helmut Kies, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie, Unfallchirurgie und Handchirurgie mit eigener Praxis am Bethlehem Gesundheitszentrum Stolberg. Generell behandelten sie Patienten, keine Befunde, will heißen, Beschwerden müssten ganz individuell betrachtet und abgeklärt werden, um zu sehen, wie diese behandelt werden können.

Keine Angst

Seine Empfehlung, sowohl an diese Gruppe, als auch an alle Anrufer, die noch nicht mit ihren Beschwerden beim Arzt waren, diese beim Hausarzt oder Spezialisten genauer abklären zu lassen. Wenn feststehe, dass es sich um ein Karpaltunnelsyndrom handele, sollten Betroffene eine Operation nicht auf die lange Bank schieben.

Anderenfalls könne der beim Karpaltunnelsyndrom eingeengte Nervenstrang im Handgelenk, der „Nervus medianus“, sich nicht wieder vollständig erholen beziehungsweise dauere dies länger. „Vor jedem Eingriff sollte man Respekt haben, aber in diesem Fall ist er überschaubar“, erklärt Dr. Kies. Angst habe müsse davor niemand.

Die Operation unter örtlicher Betäubung dauert etwa eine Viertelstunde und kann meist ambulant gemacht werden. Es gebe natürlich auch Fälle, wo das nicht gehe. So wie bei der älteren Anruferin, die auf Gehstütze und Rollator angewiesen war. Da die frisch operierte Hand nicht sofort wieder belastbar sei, müsse man den Eingriff in so einem Fall stationär machen und die Patientin entsprechend mit Krankengymnastik begleiten. Auch wer niemand hat, der sich nach der Operation um ihn kümmern kann, müsse unter Umständen eine Nacht stationär bleiben.

„Wenn die Operation gut gelaufen ist, bekommt der Patient zunächst einen etwas dicker gepolsterten Verband, der am nächsten Tag aber meist schon durch ein Pflaster ersetzt werden kann“, erläutert der Handchirurg. Die operierte Hand kann und darf auch direkt wieder bewegt werden, lediglich mit Belastung müsse der Patient anfangs vorsichtig sein.

Etwa vier bis fünf Wochen sollte man tragen und sich aufstützen vermeiden. Wie lange jemand damit im Beruf ausfalle, sei daher stark von der ausgeübten Tätigkeit abhängig. Ein Schreibtischarbeiter ist schneller wieder einsatzfähig, als ein Handwerker.

Eventuell ein zweites Mal

Dass die Beschwerden wiederkommen, sei eigentlich eher selten. Es könne jedoch passieren, dass das Bindegewebsband, welches das Dach des Karpaltunnels bildet, nicht völlig durchtrennt wurde und dadurch eine erneute Einengung des Nervs eintrete. Dann müsse eventuell ein zweites Mal operiert werden.

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