Technisches Hilfswerk Stolberg sucht dringend Nachwuchs

Von: leo
Letzte Aktualisierung:
14252437.jpg
Der neunjährige Mika Münchow zusammen mit seinen Jungs vom THW beim Einbinden einer Person, die gerettet werden konnte. Foto: L. Otte

Stolberg. Das THW wird bei zahlreichen Einsätzen angefordert. Etwa um Unfallstellen auszuleuchten. Doch dazu muss die Ortsgruppe genügend Helfer aufbieten können.

Schnellen Schrittes klettert jemand die Leiter eines Gerätekraftwagens hinauf und positioniert etwas hoch oben auf dem Dach. Als plötzlich ein Halogenstrahler aufflammt, durchflutet ein breiter Lichtkegel die Dunkelheit. Fast parallel dazu zündet auch schon das nächste Licht, weiter unten auf der Straße. Wie bei einer Kettenreaktion, folgt am Ende noch eines. Es ist jetzt taghell an der Einsatzstelle, so dass man Wolfgang Geicht, den Ortsbeauftragten des THW Stolberg, beim Anblick des motiviert arbeitenden Nachwuchses endlich lächeln sehen kann – zumindest noch.

Wie vielen Vereinen und Verbänden fehlt es auch dem THW an engagierten Mitgliedern, die die Organisation, als eine der tragenden Säulen des Zivil- und Katastrophenschutzes, bei ihrem Tun unterstützen. Wolfgang Geicht legt angesichts der verzwickten Situation die Hand aufs Herz: „Wir suchen momentan dringend Frauen und Männer, die bei uns mitmachen wollen. In der letzten Zeit häufen sich die Einsätze, wo man eigentlich eine doppelte Besetzung haben sollte“, sagt der Ortsbeauftragte.

Doch geht es nicht nur um Erwachsene, sondern auch um Kinder und Jugendliche, die wie heute beim Jugenddienst mitwirken könnten. Etwa zwei Stunden zuvor: Allmählich schwindet im Gewerbegebiet Camp Astrid die Sonne hinter dem Horizont. Die Straßen wirken wie leer gefegt, nur der eine oder andere Spaziergänger mit seinem Hund ist noch unterwegs. Ein Gerätekraftwagen und ein Mannschaftstransportwagen fahren mit 50 Sachen auf dem Gelände auf. 23 Jungs und Mädels des THW springen raus, um ans Werk zu gehen. Wo viele an einem solchen Abend die Zeit lieber vor dem Fernseher verbringen und vielleicht Bruce Willis dabei zu schauen, wie er die Welt rettet, erleben die Jugendlichen des THW die Action lieber hautnah selbst.

Drei verschiedene Simulationsübungen stehen für heute auf dem Plan: Das Einbinden einer Person, die nach einem Erdbeben aus Trümmer gerettet werden konnte, die Absicherung einer Einsatzstelle auf Zeit sowie das Ausleuchten einer Unfall- bzw. Brandstelle in Vorarbeit für die Polizei oder Feuerwehr. Die Herausforderungen, die damit verbunden sind, umfassen vor allem Einsatz, schnelles wie gezieltes Handeln und natürlich Teamwork: „Die Übungen im Wechsel zwischen Spaß und Ernst machen mir richtig Spaß, weil hier viele nette Leute sind und ich lieber in der Gruppe arbeite, als alleine“, äußert Julia Jünger, die seit zwei Jahren mit dabei ist. Und fügt hinzu: „Ich würde es jedem empfehlen, der Freude an Technik hat oder daran Menschen in Not zu helfen.“ Wolfgang Geicht erzählt, dass jeder ab neun Jahren Teil des THW werden könne. Eine Altersgrenze gäbe es nicht. Jüngeren obliegt die Option an den regulären Jugenddiensten oder kleineren Lehrgängen teilzunehmen.

Hier finden das Jahr über auch Ausflüge statt vom Zeltlager bis hin zum Phantasialand. Kurz vor Erreichen der Volljährigkeit stünde dann die vereinfachte Grundausbildung auf dem Programm: Holzbearbeitung, erste Hilfe oder Umgang mit Stromerzeugern bilden deren Kernaspekte. Woran sich, mit Einzug in den ersten Technischen Zug, eine spezifischere Fachausbildung anschließt. Wenn das Interesse besonders groß ist, kann man sogar einen Expertenschein machen, bei Auslandeinsätzen mitwirken oder Sprengmeister werden. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt.

Wolfang Geicht präzisiert: „Wir würden uns aber auch über Leute freuen, die sich für die Küche interessieren oder Senioren, die in der Werkstatt mitarbeiten wollen. Man muss nicht unbedingt Handwerker sein, um beim THW mitmachen zu können. Alles, was man wissen muss, das lernt man bei uns.“ Die Mädels und Jungs, die heute im Camp Astrid ihre Gruppenübung hatten, haben damit wieder mal ein kleines Abenteuer erlebt. Bianca Schmitz, Betreuerin und Bezirksjugendleiterin, freut sich: „Es ist jedes Mal toll zu sehen, wie sie an den Aufgaben wachsen und dadurch auch zusammenwachsen“, sagt sie und lächelt. Ähnlich, wie Wolfgang Geicht zu Anfang, der hoffentlich auch in Zukunft noch stolz auf die Nachwuchskräfte schauen kann.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert