Stolberg - Tausende Stolberger und ganz viel Prominenz

Tausende Stolberger und ganz viel Prominenz

Von: Michael Grobusch
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Es könnte die größte Demonstration geben, die es in Stolberg bis dato gegeben hat. Wobei das Wort Demonstration in diesem Zusammenhang von jeglichen negativen Beiklängen befreit werden muss.

Negativ ist alleine der Anlass, zu dem am 4. April tausende Bürger und wahrscheinlich auch zahlreiche Prominente auf die Straßen gehen wollen: Wieder einmal haben Neonazis einen „Trauermarsch” angekündigt, mit dem sie den tragischen Tod eines Schülers aus Eschweiler auf der Birkengangstraße für ihre politischen Zwecke instrumentalisieren wollen.

Anders als bei den drei Aufmärschen im Jahr 2008 soll ihnen diesmal aber der Weg in die Innenstadt versperrt werden - nicht mit Barrikaden und Sitzblockaden, sondern mit einem großen Fest, das sich von 10 bis 18 Uhr über die gesamte Innenstadtachse erstrecken wird.

Ein erster Impuls für die Großveranstaltung war aus dem „Bündnis gegen Radikalismus” gekommen, am 16. Dezember hatte dann der Rat mit großer Mehrheit beschlossen, die Aktion „Gemeinsam auf die Straße für ein nazifreies Stolberg” ins Leben zu rufen. Seitdem laufen die Planungen auf Hochtouren - und das mit großem Erfolg, wie eine erste Versammlung im Ratssaal jetzt gezeigt hat.

„Ich hätte nicht gedacht, dass wir so viele Menschen zusammenbringen können”, zeigte sich Bürgermeister Ferdi Gatzweiler nach dem Treffen sehr angenehm überrascht. Mehr als 100 Vertreter von Vereinen, Verbänden, Schulen, Gewerkschaften und Unternehmen waren erschienen und sagten ihre Unterstützung zu. „Mir sind aber auch viele Privatpersonen aufgefallen, die sich einbringen wollen”, freut sich Gatzweiler.

Eine wichtige Rolle will auch die Verwaltung übernehmen. „Bei allem ehrenamtlichen Engagement ist es doch Aufgabe der Stadt, die organisatorischen Dinge zu regeln”, betont der Bürgermeister. So ist mit dem Ordnungsamtchef Hans Maassen bereits ein offizieller Versammlungsleiter benannt worden, für das Vorbereitungen sind im Rathaus Hans Baum und Jürgen Gerres zuständig. In engem Kontakt steht Ferdi Gatzweiler mit Polizeipräsident Klaus Oelze, denn: „Sicherheit ist natürlich oberstes Gebot.”

Angesichts des möglichen Aufmarsches der Rechten will der Bürgermeister „die ganze Stadt in ein Forum für Demokratie und friedliches Miteinander verwandeln”. Hauptveranstaltungsort ist der Kaiserplatz, auf dem eine große Bühne stehen und zudem ein Soccerturnier stattfinden wird. Jugendbands sollen während des gesamten Tages auf dem Jordansplatz spielen. Weitere Aktionsschwerpunkte sind der Willy-Brandt-Platz, der Bastinsweiher, die Frankentalwiese und der Stadthallen-Vorplatz.

Auf den für den Verkehr gesperrten Straßen soll neben einem Demonstrationszug unter anderem ein Volkslauf stattfinden, den der Atscher Turnverein organisiert. Viele weitere Programmpunkte werden in den kommenden beiden Wochen ausgearbeitet. Wichtig sei, dass die Initiatoren möglichst bald eine komplette Übersicht vorlegen können. „Je schneller wir sind, desto größer sind die Chancen, dass das komplette Programm genehmigt wird”, ist der Bürgermeister überzeugt.

Überzeugungsarbeit an anderer Stelle wird er derweil in den kommenden Tagen noch leisten: Eine Vielzahl von Prominenten, die für ihr gesellschaftliches Engagement bekannt sind, erhalten Post aus Stolberg, verbunden mit der Bitte um - wenn möglich persönliche - Unterstützung.

Die Vertreter aus der Musikszene, zu denen vor allem Kulturmanager Max Krieger einen „kurzen Draht” hat, reichen von Wolfgang Niedecken über Marius Müller-Westernhagen bis zur Stolbergerin Lafee. Aber auch Wolfgang Thierse, Ulrich Wickert, Kardinal Lehmann, Schalkes Fußballstar Halil Altintop und die Zweitliga-Kicker von Alemannia Aachen werden angeschrieben, wobei die Liste noch viele weitere Namen aufweist.

Allesamt sollen sie, wie Ferdi Gatzweiler entschlossen betont, für die gemeinsame Sache gewonnen werden: „Wir wollen dafür sorgen, dass der 4. April nicht zu einem Tag wird, vor dem wir zittern müssen.”
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