Stolberg-Münsterbusch - Taifun-Hilfe: Ein Elfjähriger infiziert eine ganze Schule

Taifun-Hilfe: Ein Elfjähriger infiziert eine ganze Schule

Von: mlo
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Ideengeber Jan Kacinski (11), Johannes Schaaf, Referent für Projektpartnerschaften Misereor, und Schulleiter Georg Hermanns. Foto: M.L. Otten

Stolberg-Münsterbusch. „Jedes Mal, wenn Du einem anderen hilfst, ist Weihnachten.“ Dieses brasilianischen Sprichwort muss wohl auch im Kopf des elfjährigen Jan Kacinski gewesen sein, als er kurz nach Bekanntwerden des schrecklichen Taifuns auf den Philippinen Anfang November dieses Jahres mit einem Zeitungsbericht über das Geschehen beim Schulleiter der Förderschule Talstraße, Georg Hermanns, vorstellig wurde.

Kurze Zeit später war die ganze Schule infiziert, und alle Klassen beteiligten sich an dem Adventsprojekt, die Einnahmen aus dem Kioskverkauf für die Bedürftigen zu spenden. Es wurden Waffeln, Crêpes und Wraps gebacken und Fleischrollen im Blätterteig hergestellt. Die Klassen, die nicht in der Küche standen, putzten Autos oder sammelten Leergut.

Jan Kacinski steuerte noch eine Zigarrenkiste mit Rotgeld bei. Beim Weihnachtsessen der Lehrer stockten diese den Betrag dann auf 333 Euro auf. Jetzt wurde der Scheck an Johannes Schaaf von Misereor überreicht. Bei der Abschlussweihnachtsfeier im Foyer erzählte der Referent für Projektpartnerschaften, wie wichtig die schnelle Hilfe für die Philippiner sei, denn der tropische Wirbelsturm habe 200 Kilometer der über 700 Inseln zerstört: Häuser und Strommasten wurden niedergerissen, Wälder und Reisfelder zerstört, Autos flogen durch die Gegend, Trümmerteile schwammen im Meer, wo die Menschen, die sonst vom Fischfang lebten, jetzt ohne Arbeit und Lebensmittel sind.

Während die Diakonie und die Caritas sich um größere Gebiete um die Stadt Tacloban kümmern, konzentrieren sich die Misereor-Partner auf Gebiete, die nicht im Fokus stehen. 150 einheimische Kräfte vor Ort setzten sich seit Jahren für die Entwicklungsarbeit in der Landwirtschaft, für Menschenrechte, Bildungsarbeit und den Kampf gegen sexuellen Missbrauch von Kindern ein. Diese Arbeiten wurden kurzfristig eingestellt und in eine Nothilfe umgewandelt.

Die Beziehung zwischen Förderschule und Misereor besteht seit 2012. Für das gesammelte Geld konnten Kinder in Madagaskar ein Jahr lang eine kleine Dorfschule besuchen, so Johannes Schaaf. Er bedankte sich bei den Schülern für diesen selbstlosen Einsatz. Nicht der Geldbetrag sei das Wesentliche, sondern die Einstellung, die sie mit den Notleidenden auf der Welt verbinde.

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