Fluch der Karibik Freisteller Jack Sparrow Kino

Tackern des Meißels nervt die Breiniger weiterhin

Von: -jül-
Letzte Aktualisierung:
7001012.jpg
Alltag im Steinbruch: Die Ergebnisse der Gutachten durch die Städteregion bescheinigen das Unterschreiten der Grenzwerte. Die Bürgerinitiative bezweifelt ein realistisches Szenario am Tag der Messung. Foto: J. Lange

Stolberg-Breinig. „Die Firma BSR lässt keinerlei Bereitschaft erkennen, durch eine offensichtlich mögliche Anpassung ihrer Betriebsabläufe zur Befriedung des Konflikts mit vielen Breinigern beizutragen und wieder zu einem vernünftigen Interessenausgleich zu kommen“: Diese Bilanz zieht Karin Clauser als Vorsitzende der Bürgerinitiative „Rettet das Münsterländchen“ nach einem Gesprächstermin bei der Städteregion.

Diesem waren umfangreiche Immissionsmessungen am 26. November vorausgegangen. Die dabei gemessenen Werte lagen nach Angaben der Städteregion deutlich unter der zulässigen Höchstgrenze.

„An diesem Tag musste man sich schon sehr anstrengen, Geräusche aus dem Steinbruch überhaupt zu hören“, bilanziert Clauser die Ergebnisse aus Sicht der BI. „Während der Messung arbeitete der Steinbruch zu leise, dass die Maximalwerte längst nicht erreicht wurden“, was die Steinbruch-Gegner gar nicht verwunderte. „Diese Messung war langfristig angekündigt und mit der Firma BSR detailliert abgesprochen“, sagt Clauser. Damit werde der Lärm als hinnehmbar dargestellt. Dennoch stelle sich die Frage, warum an den Tagen vor und nach der Messung der Steinbruch wesentlich lauter betrieben worden sei? Immerhin habe BSR am Tag der Messung eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie sehr wohl leiser und somit nachbarschaftsfreundlicher arbeiten könne.

„Könnten diese offensichtlich sehr viel leiseren Betriebsabläufe nicht generell Standard sein“, fragt sich Clauser und kommt zu dem Schluss, dass dies von BSR nicht gewollt sei. Als Beispiel dafür verweist die BI auf ein Brechwerkzeug. Am Tage der Messung sei ein neuer, leiser Hydraulikmeißel eingesetzt worden, der aber im Alltag nicht betrieben werden solle, damit der alte, sehr viel lautere Meißel zuerst „aufgebraucht“ werden könne, erklärt Clauser. „Im Gegensatz zu den leidvollen Erfahrungen der betroffenen Anwohner soll sich laut BSR der Betrieb des Steinbruchs am Tag der Messungen nicht vom Alltag unterscheiden“.

Eine Reihe von Aussagen Betroffener, etwa vom Kastanien-, Ahorn-, Weißdornweg und Stockemer Straße legt Clauser als Beweis dafür vor, dass der Alltag eben anders als der Messtag verlaufe. Darin beklagen die Breiniger vor allem das „Tackern des Hydraulikmeißels“, „Schütt- und Poltergeräusche“, ein „kontinuierliches Dröhnen“, „enormer Lärm, der durch Mark und Bein geht“ – und das vor allem morgens früh ab 7 Uhr.

In der Bilanz von Messung und Gespräch bei der Städteregion als Aufsichtsbehörde zeige sich, dass die Steinbruch-Betreiberin keinerlei Anstalten unternehme, den Anliegern entgegenzukommen. „Das ist bedauerlich“, sagt Clauser. Denn damit könnten die Breiniger in Zukunft davor bewahrt werden, durch das Tackern des Hydraulikmeißels entnervt und in ihrer Gesundheit dauerhaft geschädigt zu werden.

„Ich habe zwar für die Einwände der Betroffenen größtes Verständnis“, sagt Uwe Zink, der zuständige Umweltdezernent der Städteregion, aber die gemessenen Werte belegen, dass die vom Steinbruch ausgehenden Lärmimmissionen zulässig sind. Alle Geräte seien mit maximaler Auslastung in Betrieb genommen worden, der bei der Messung herrschende Westwind habe den Schall zur Bebauung hin getragen, und dennoch seien die festgesetzten Werte bei dieser Alltagssituation deutlich unterschritten worden.

Aus dem Lärm-Cocktail mit unterschiedlichen Höhenlagen und Klangfarben ließen sich sicherlich bestimmte Geräte, wie das Tackern des Meißels, heraushören, gesteht Zink zu. Doch bleibe auch dieses Erlebnis unterhalb der festgelegten Grenzwerte. Und dass die Anwohner die Lärm-Situation am Tage der Messung anders wahr genommen haben als im Alltag, ließe sich durch subjektives Empfinden erklären, verweist Zink dabei auf die Aussagen von Fachleuten.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert