SV und Frisch-Froh wollen feste Zusage über Platzneubau bei Fusion

Von: kol
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Wie lange rollt der Ball noch in der Rotsch? Nach dem Wunsch von Stolberger SV und Frisch-Froh Stolberg nicht mehr lange. Die Stadt soll bei Fusion beider Klubs eine neue Sportanlage zusichern. Foto: K. Linden

Stolberg. Nicht einer Meinung mit der Verwaltung zeigen sich die Vereinsvorstände von Stolberger SV und Frisch-Froh Stolberg beim Thema Vereinsfusionen. Beide Seiten haben den festen Willen zur Fusion ihrer Klubs bekräftigt und sind bereits von ihren Mitgliedern beauftragt, die Verhandlungen dazu weiter zu führen.

Seit mehreren Monaten stehen sie nicht nur miteinander, sondern auch mit der Stadt in Kontakt. „Wir haben bereits vor einem Dreivierteljahr Gespräche mit der Stadt begonnen”, sagt Hans-Josef Siebertz. Der Vorsitzende des Stolberger SV ärgert sich vor allem über den Vergleich mit den früheren, gescheiterten Verhandlungen seines Klubs mit dem SC Münsterbusch.

Damals war eine geplante Fusion am Mitgliedervotum der Münsterbuscher gescheitert. In der Verwaltung, aber auch in Reihen der politischen Gestaltungsmehrheit führt man dieses Scheitern als Grund dafür an, dass die Stadt erst dann aktiv werden soll, wenn eine Fusion tatsächlich abgeschlossen ist. Sonst, so hatte Bürgermeister Ferdi Gatzweiler gewarnt, arbeite man für Luftblasen vor, die anschließend noch zerplatzen könnten.

Die Gestaltungsmehrheit hatte Anfang dieser Woche im Einvernehmen mit der Verwaltungsspitze Grundsätze formuliert, nach denen die Stadt erst dann in der Pflicht beim Um- oder Neubau von Sportstätten steht, wenn eine Fusion bereits vollzogen ist.

Hans-Josef Siebertz kann das nicht nachvollziehen: „Wir haben schon in unserem ersten Schreiben an den Bürgermeister die Kostenersparnis für die Stadt angeführt, die eine Fusion mit sich brächte, wenn zwei Vereine ihre Sportplätze aufgeben.” Deshalb müsse die Stadt in Vorprüfungen einsteigen, das tue sie schließlich in anderen Bereichen auch. Siebertz sieht genau so wie sein Amtskollege von Frisch-Froh, Herbert Voss, und dessen Geschäftsführer Rudolf Rheinstädtler die Stadt in der Pflicht, auch den Vereinen entgegen zu kommen, die noch in Verhandlungen stecken.

„Eine Fusion”, da sind sich Siebertz und Rheinstädtler einig, „geht nur Schritt für Schritt. Wenn man sie mit den Mitgliedern positiv umsetzen will, braucht man eine Bereitschaftserklärung der Stadt.” Diese soll, so Siebertz, zusagen, dass mit einer Fusion auch der Bau einer Sportstätte in Angriff genommen wird. „Von einer Fusion darf nicht nur die Stadt einen Mehrwert haben. Diesen muss es auch für die Vereine geben”, erklärt er. Der SV-Vorsitzende bringt daher die Möglichkeit eines Optionsvertrags ins Spiel: Darin könnten zwei Vereine ihren Willen zur Fusion bekunden und die Stadt sich verpflichten, bei Zustandekommen eine Spielstätted zu bauen.

Als Ziel ihrer eigenen Fusion formulieren sowohl Rheinstädtler als auch sein Siebertz die Realisierung einer neuen Sportanlage. Eine Vorstellung, wo diese entstehen könnte, gibt es nach Informationen unserer Zeitung bereits, die Beteiligten hüllen sich darüber allerdings noch in Schweigen. Klar ist, dass sowohl die Anlage Krakau II (Frisch-Froh) als auch der SV-Platz Rotsch aufgegeben werden sollen. Diese könnten als Bauland vermarktet werden, so Siebertz: „Krakau II ist Bauerwartungsland, und auch die Rotsch kann zumindest in Teilen bebaut werden.”

Dass die Stadt mit der Vermarktung solcher Flächen durchaus Nettoeinnahmen erwirtschaften kann, sehe man am Beispiel Eschweiler. Da sei nach der Bebauung des alten Sportplatzes von Germania Dürwiß und dem Neubau der Sportanlage am Blausteinsee noch ein Plus von zwei bis drei Millionen Euro in der Stadtkasse verblieben. Aber, so Siebertz, um das zu erreichen, müsse man etwas tun: „Wir haben das Angebot gemacht, dass die Stadt diese Gelände nutzen kann. Nun ist die Stadt in der Pflicht.”
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