SV Breinig: Wochenend-Interview mit Michael Boßhammer

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Der SV-Breinig-Geschäftsführer Michael Boßhammer freut sich auf den EVS Cup und darauf, dass die neue und junge erste Mannschaft des Spielvereins in der kommenden Saison zusammenwächst. Foto: D. Müller

Stolberg-Breinig. Der 16. EVS Cup des SV Breinig hat am Freitag begonnen, und am Samstag startet die zweite Gruppe in das Fußballturnier an der Schützheide. Mit Michael Boßhammer, dem Geschäftsführer des Breiniger Spielvereins, zu dem auch eine Tischtennis-Abteilung gehört, sprach Dirk Müller über den Cup, den Abstieg aus der Mittelrheinliga und mehr.

Beim EVS Cup bestehen jeweils zwei Gruppen aus drei Teams und zwei aus vier Mannschaften. Wie kommt es dazu?

Boßhammer: Das ist der bedauerlichen Tatsache geschuldet, dass uns Klubs – nach ihrer vorherigen Zusage – abgesagt haben. Die Gruppenphase komplett auf Dreiergruppen zurückschrauben wollten wir aber keinesfalls, denn dann hätten wir unsererseits bereits angemeldete Mannschaften wieder ausladen müssen.

Damit die beiden besten Teams der Vierergruppen im Viertelfinale nicht viel mehr Spielzeit in den Beinen haben, spielen sie in der Gruppenphase einmal 30 Minuten, wogegen die Klubs in den Dreiergruppen über zweimal 25 Minuten spielen. Ab dem Viertelfinale gehen alle Partien dann über zweimal 45 Minuten.

Worin liegen die Absagen für das Turnier begründet?

Boßhammer: Es gibt inzwischen sehr viele Sommerturniere in unserer Region, und es wird immer schwieriger, teilnehmende Mannschaften zu finden. Die Stolberger Vereine setzen sich daher zusammen und erarbeiten gemeinsam die Turniertermine in der Kupferstadt. Worauf wir aber keinen Einfluss haben, ist, dass die Aachener Fußballstadtmeisterschaft parallel zum EVS Cup stattfindet. Das ist ein Problem für uns, denn es hat uns Teilnehmer gekostet.

Wie wird der SV Breinig künftig mit diesem Problem umgehen?

Boßhammer: Wir selbst haben kaum Möglichkeiten, darauf einzuwirken. Das ist Sache der Stadtsportverbände, der Sponsoren und Ausrichter. Aber es wäre vielleicht eine Lösung, wenn die Stadtmeisterschaften in Stolberg, Aachen und Eschweiler zeitgleich stattfänden. Dadurch dass diese Turnier stadtintern sind, würden sie sich gegenseitig keine Konkurrenz machen, aber alle Vereine, die vor oder nach den Stadtmeisterschaften Sommerturniere veranstalten, könnten sich über mehr Teilnehmer freuen.

Welchen Stellenwert hat der EVS Cup für den SV Breinig?

Boßhammer: Einen recht großen. Wir sind sehr froh, dass unsere Sponsoren das Turnier ermöglichen, denn die Einnahmen sind wichtig für den Verein, und der SV kann sich gut präsentieren. Und das nicht nur sportlich, sondern auch als Gastgeber und Organisator. Wir können den Interessierten aus Breinig und Umgebung ein hochklassiges Fußballturnier bieten, und die Leute können auch unsere neuen Mannschaften kennenlernen.

Apropos neue erste Mannschaft: Hat der Abstieg aus der Mittelrheinliga Spieler gekostet?

Boßhammer: Nein. Es haben zwar Spieler die erste Mannschaft verlassen, allerdings ist lediglich einer zu einem Team gewechselt, das in der Mittelrheinliga spielt. Die weiteren Abgänge sind nicht vom sportlichen Erfolg abhängig gewesen, sondern aus alltäglichen Gründen erfolgt. Spieler ziehen in eine andere Stadt oder werden durch Ausbildung, Studium oder Beruf zu stark gefordert, um weiterhin in der ersten Mannschaft spielen zu können. Das ist völlig normal und passiert immer wieder.

Inwieweit rückt die A-Jugend des SV Breinig in den Seniorenbereich nach?

Boßhammer: Unser Wunsch ist es, alle scheidenden A-Jugend-Spieler weiterhin an den Verein zu binden, und das funktioniert auch sehr gut. Derzeit sind zwei Spieler in die erste Mannschaft gewechselt, und viele ehemalige A-Jugend-Spieler gehen in die zweite, dritte oder vierte Mannschaft.

Mit vier Teams, die in der Landesliga beziehungsweise den Kreisligen A, B und D spielen, haben wir ein breit gefächertes Angebot für verschiedene sportliche Ambitionen. Grundsätzlich möchten wir Kinder, Jugendliche und Erwachsene in die Vereinsstrukturen einbauen und freuen uns über jeden, der sich ehrenamtlich engagiert und auch neben dem Platz am Vereinsleben teilnimmt.

Ist das sportliche Ziel für die neue Saison der Wiederaufstieg in die Mittelrheinliga?

Boßhammer: Die Priorität ist, aus der neu aufgestellten ersten Mannschaft ein Team zu formen. Im Winter werden wir dann sehen, wo wir stehen. Dann können wir uns gegebenenfalls über ein Saisonziel unterhalten. Wir freuen uns zunächst einmal wieder auf viele spannende und interessante Lokalderbys in der Landesliga und auf unsere junge, erste Mannschaft, die zusammenwächst.

Seit einem Jahr hat der SV Breinig einen Kunstrasenplatz und ein neues modernes Vereinsheim. Macht sich das in den Mitgliederzahlen bemerkbar?

Boßhammer: Wir verzeichnen leichte Anstiege der Mitgliederzahlen im Kinder-, Jugend und Seniorenbereich. Aber es ist ein Trugschluss zu glauben, dass alleine ein Kunstrasenplatz die Mitgliederzahlen explosionsartig steigen lassen würde. Schließlich gibt es in direkter Umgebung auch noch einige andere Kunstrasenplätze. Um als Verein für Mitglieder attraktiv zu sein, muss das Gesamtpaket stimmen.

Für uns ist es aber sehr gut, nach einem Jahr Umbauphase wieder eigene Plätze und ein Vereinsheim zu haben. Es gibt wieder eine zentrale Anlaufstelle, auf den Plätzen und im Vereinsheim kommt man zusammen, spricht miteinander und hat Spaß. Es ist ein wichtiger Generationen-Treffpunkt für das Vereinsleben. Dass wir diesen nach nur kurzer Umbauzeit nutzen können, verdanken wir den Spendern, Sponsoren und vor allem den vielen ehrenamtlichen Helfern. Das gilt auch für den EVS Cup: So ein Turnier auszurichten ist mit viel Aufwand verbunden und wäre ohne tatkräftige Helfer und Unterstützer nicht möglich.

Was genau meinen Sie mit dem Gesamtpaket, das stimmen muss?

Boßhammer: Es besteht aus den Komponenten Sport und Verein. Sportlich sind wir mit zwei oder sogar mehr Mannschaften in fast allen Altersklassen so breit aufgestellt, das sowohl ambitioniert und leistungsorientiert Fußball gespielt werden kann, als auch einfach nur aus Spaß. Was übrigens auch für die Tischtennis-Abteilung mit vier Herrenmannschaften gilt. Das Vereinsleben bietet zudem einen hohen Mehrwert über den Sport hinaus.

Der SV Breinig ist eine starke Gemeinschaft, der Verein bringt die Generationen zusammen. Besonders im Kinder- und Jugendbereich vermitteln die Betreuer zudem viele soziale Werte, die auch außerhalb des Sports wichtig im Leben sind. Es geht um den Umgang miteinander, um Respekt und Fairplay, um Hilfsbereitschaft und vieles mehr.

Wir trainieren nicht nur Fußball, sondern vermitteln auch soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortung zu übernehmen. Positiv für die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen ist natürlich auch, dass sie Zusammengehörigkeit und Freundschaften erleben.

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