Süssendell-Gastronomie in Warteschleife

Von: -jül-
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Wird auch in den nächsten Monaten kein Ziel für durstige Ausflügler sein: Der Ausbau einer Gastronomie auf Süssendell zieht sich weiter in die Länge; auch der Fachausschuss vertagte sich.

Stolberg. Es wird noch eine Reihe von Monaten vergehen, bis das einstige Mausbacher Ausflugslokal Süssendell wieder zu einem Ziel für Gäste werden kann.

Der Ausschuss für Stadtentwicklung vertagte erst einmal die Entscheidung über die planungsrechtliche Stellungnahme der Stadt zu einer Bauvoranfrage des Investors.

„Es besteht noch großer Erläuterungsbedarf”, argumentierte Heinrich Willms (Grüne), und auch Rolf Engels (SPD) vermisste weitergehende Aussagen und Unterlagen, in wie weit eine öffentliche Nutzung der einst städtischen Liegenschaft wieder realisiert wird. Diesen Bedenken folgte der Ausschuss letztlich zwar einstimmig, aber im Rahmen einer Bauvoranfrage musste der Investor die erwarteten Informationen auch nicht zwingend beilegen.

Seine Vorstellungen darin sind eindeutig skizziert. Er beabsichtigt den Haupt- und ehemaligen Hoteltrakt zu seinem Wohnhaus umzubauen. Die Gastronomie nebst Sanitäranlagen sollen in einem geplanten Anbau auf dem heutigen Parkplatz realisiert werden. Besucherparkplätze sind für den Bereich der Zufahrt vorgesehen. Außerdem möchte er zur privaten Nutzung einen Stall mit vier Pferdeboxen, Futterkammer und Geräteunterstand errichten. Die auf dem Gelände bestehenden Einfamilienhäuser sollen vermietet bzw. einem möglichen Betreiber der Gastronomie als Wohnraum angeboten werden.

„Ihre Befürchtung, dass zwar das Privathaus entsteht, nicht jedoch die Gastronomie lässt sich im Rahmen einer Bauvoranfrage nicht aus der Welt räumen”, erläuterte Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt der Politik zur formalen Seite ihre Beteiligung. Die Bauvoranfrage müsse ohnehin im Rahmen der Gesetzeslage von der Verwaltung beschieden werden; hier gehe es allein um die planungsrechtliche Einordnung des Vorhabens. Und dabei sah Pickhardt keine Bedenken. Allerdings bestehe bei der Erteilung einer Baugenehmigung sehr wohl die Gelegenheit, mit Auflagen die gastronomische Nutzung festzuschreiben.

„Ich kann die Bedenken in Stolberg durchaus nachvollziehen”, erklärte Hans Bischof auf Anfrage unserer Zeitung. Allerdings signalisierte der Investor Entgegenkommen, um zu unterstreichen, dass er neben seinem großzügigen Wohnhaus auch die Gastronomie einrichten werde. Denkbar sei, zuerst die Bungalows und dann den Gastronomietrakt zu beleben, bevor er an die Ausgestaltung des Wohntraktes gehe. Vor August könne Bischof aber auch aufgrund anderer Faktoren nicht an einen Ausbau Süssendells herangehen.

Der Aachener Pferdefreund hatte im April 2007 das 75.000 Quadratmeter umfassende Ensemble von der Stadt erworben, mit der Auflage wieder einen gastronomischen Betrieb einzurichten. Längst hat Bischof die Pläne aufgegeben, wieder in das Hotelgeschäft einzusteigen; inzwischen sind auch die Pläne einer großen Gastronomie mit Saalbetrieb ad acta gelegt.

Realisierbar hält der Immobilienfachmann dagegen die kleine Lösung mit dem Anbau für eine Ausflugsgastronomie, die mitten in dem von Erholungssuchenden intensiv genutzten Wald ein stark frequentiertes Ziel sein müsste. Nun wird der Ausschuss für Stadtentwicklung auf seiner Sitzung am 26.März sich erneut mit dem Thema beschäftigen.
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