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Suche im Rathaus nach der Statik des Burgturms

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
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stollen

Stolberg. Die Stolberger Burg zieht immer mehr Touristen an. Was nicht nur an dem historischen Gebäude selbst liegt, sondern auch daran, was in der Burg und rundherum geboten wird. Das Programm ist dank der neuen Pächterinnen, Annegret und Monika Lück, immer vielfältiger geworden. Ein weiterer Ausbau der Burg wäre möglich, doch dazu fehlt ein zweiter Fluchtweg für den Notfall.

Die Besucher des Weihnachtsmarktes werden das Problem schon zu spüren bekommen haben. Hinauf bis zur Ausstellung im Rittersaal und wieder hinunter schaffte man es im Gedränge gerade noch. Doch wer die „Folterkammer“ besichtigte, hatte so seine Probleme, gegen die aufstrebenden Menschenmassen die Treppe wieder hinunter zu kommen.

Ein zweites Treppenhaus würde hier nicht nur vieles entspannen, sondern ist auch eine zwingende Vorgabe der Brandschutzrichtlinie – zumal der Aufzug im Brandfall ja nicht benutzt werden darf. Und die Drehleiter der Feuerwehr reicht bei weitem nicht bis an die oberste Spitze der Zinnen heran.

„Die Idee, eine zweite Treppe zu bauen, die in der Folterkammer endet, gibt es schon lange“, bestätigt Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt. Allerdings seien die Kosten von mindestens 40.000 Euro für die Stadt kaum zu stemmen. Hätte man diesen zweiten Fluchtweg, könnte im Turm eine attraktive Aussichtsplattform eingerichtet werden – mit Hinweisschildern, die erklären, was den Besuchern unten so alles ins Auge fallen kann.

Pickhardt: „Die Aussicht vom Turm ist schon sehr attraktiv.“ Eine Empore könne überdacht und so ein weiterer Raum geschaffen werden. Monika Lück hatte der Stadt angeboten, die Kosten für den Bau der zweiten Treppe von der Folterkammer hinab nach unten zu übernehmen. „Wir brauchen einen zweiten Fluchtweg“, ist auch der Pächterin klar.

Allerdings sei für dieses Projekt eine Statik des Burgturmes erforderlich. Und die sei unauffindbar. „Die Statik müsste aber vorliegen. Als das neue Dach auf den Turm gekommen ist, wurde mit Sicherheit ein Statiker hinzu gezogen“, so Lück. Die neue Berechnung der Statik koste mindestens 20.000 Euro. Deshalb habe man das Projekt zunächst einmal zurück gestellt.

Und die Burg lässt sich noch weiter ausbauen. Pickhardt gerät ins Schwärmen: „Es gibt ja auch die Pläne, unterirdische Gänge touristisch zu erschließen.“ Doch das alles sei nicht nur ein finanzielles, sondern auch ein Zeitproblem. Pickhardt: „Wir haben an der Burg in den vergangenen Jahren schon so viel gemacht. Das geht nur eins nach dem anderen.“

Bereits vor fünf Jahren sorgten die Stollen unter der Burg für schwärmerische Gedanken. Beim Tag des offenen Denkmals durften sie erstmals und bislang einmalig besichtigt werden. Die interessierten Besucher standen im September 2009 Schlange, um einen Blick in die Gänge mit großer Geschichte werfen zu können.

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