Streik legt Leben in Stolberg nicht wirklich lahm

Von: oha/rm
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Die Busfahrer der Aseag streikten am Mittwochmorgen und ließen ihre Fahrzeuge einfach stehen. Auch am Donnerstag werden sie nicht fahren. Foto: T. Vogel

Stolberg. Der Warnstreik im öffentlichen Dienst hat das Leben in Stolberg nicht lahm gelegt. Am Mittwoch fuhren die meisten Busse, am Donnerstag wird es genauso sein. Zwar wird die Aseag in Aachen komplett bestreikt, so dass die Busse alle auf dem Hof des Unternehmens bleiben, doch sind die Linien in Stolberg größtenteils an Subunternehmen vergeben.

Und dort gelten andere Tarifbestimmungen als im öffentlichen Dienst, diese Betriebe werden denn auch nicht bestreikt.

Von Horn-Reisen wurden wie üblich die Linien 8, 26, 48, 72 und EW 1, EW 3 sowie EW 4 bedient. Auch die Schulbusse des Unternehmens rollten am Mittwoch wie gewohnt zu ihrem Ziel. Haas-Reisen setzte seine 45 Busse ebenfalls wie üblich ein. Auf den Linien 1, 8, 12, 25, 42, 48, 62 und 72 sowie EW 1 und EW 3 rollten Haas-Busse. „Der Busverkehr in Stolberg wird aufrecht erhalten von den Privaten“, betonte Helmut Haas. Allerdings sei leider nicht vorher zu sagen, ob denn auch jeder Bus zur gewohnten Zeit die bevorzugte Haltestelle des Kunden anfahre.

Der Grund für die Ungewissheit ist einfach und kompliziert zugleich. Die Aseag als Auftraggeber hat die einzelnen Linien in Stolberg an mehrere Bus-Firmen als Sub-Unternehmen vergeben. Zu manchen Uhrzeiten fährt sie aber auch selbst. Nimmt man als Beispiel die Linie 1 ab Schevenhütte: Dort startet der Haas-Bus, er fährt von Schevenhütte aus Richtung Stolberg, steuert von dort aus aber noch andere Strecken an und kehrt erst nach drei Stunden wieder nach Schevenhütte zurück. In der Zwischenzeit holt in Schevenhütte aber auch ein Bus des Unternehmens Schloemer die nächsten Fahrgäste ab. Zu anderen Zeiten womöglich noch ein dritter Anbieter. Oder die Aseag selbst, die momentan während des Streiks aber nicht fährt.

„Wir können den Fahrgästen also nur zu unseren Fahrzeiten garantieren, dass ein Bus kommt“, sagt Helmut Haas. Bei ihm laufen die Telefone heiß, weil Kunden wissen wollen, wann sie von dem Ziel, das sie angefahren haben, auch wieder zu ihrem Ausgangspunkt zurück kommen. Doch das kann ihnen niemand sagen. Nicht einmal die Aseag als Auftraggeber des Nahverkehrs rund um Stolberg: „Wir können an den beiden Streiktagen keinen zuverlässigen Linienverkehr garantieren und auch keinen Notfahrplan herausgeben“, bedauert Aseag-Sprecherin Anne Linden.

Die Passagiere, die am Mittwochmittag am Mühlener Bahnhof auf ihren Bus warteten, nahmen es gelassen. „Die Aseag fährt nicht. Deshalb nehme ich Buslinien, die durch die privaten Unternehmen abgedeckt werden“, sagte Jens Weber. Und auch Anni Jacobs zeigte sich zufrieden: „Es klappt alles sehr gut. Ich muss nach Aachen, und es gibt keine Probleme. Die Linie 1 fährt ja auch in die Eifel.“ Immerhin seien die Busse am Mittwoch nicht überfüllt gewesen, hat Helmut Haas festgestellt. Viele Eltern hätten ihre Kinder wohl per Pkw zur Schule gebracht, um auf Nummer sicher zu gehen.

In den Stolberger Schulen gab es am Mittwoch denn auch keine nennenswerten Probleme, nur sehr wenige Schüler kamen nicht zum Unterricht, weil ihr Schulbus ausgefallen war. Elf Kindergärten waren in der Stadt Stolberg wegen des Streiks geschlossen. Doch nur sieben Kinder mussten am Ende auf Bitten der Eltern in Notgruppen untergebracht werden, sechs in der Kita Auf der Liester und ein Kind in der Kita Bertholdstraße in Breinig.

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