Streik im Öffentlichen Dienst: Hoffen auf ein vernünftiges Angebot

Von: Valerie Barsig
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Verdi Streik Symbol Symbolbild: dpa/Arne Dedert
Streik im Öffentlichen Dienst: Auch in Stolberg werden die Auswirkungen am Mittwoch zu spüren sein. Busse sind betroffen und auch in einigen Kitas werden Kräfte fehlen. Foto: dpa/Arne Dedert

Stolberg. „Wir erhoffen uns ein vernünftiges Angebot“, sagt Joachim Paul, Verdi-Vertrauensleute-Sprecher für die Stadtverwaltung Stolberg. Das bisherige Angebot der Arbeitgeber ist für ihn eine Minusrunde. Die Gewerkschaft Verdi hat zu Warnstreiks im öffentlichen Dienst aufgerufen – in ganz NRW.

Insgesamt sind 110 Kommunen betroffen, Stolberg ist eine von ihnen. Die Gewerkschaft fordert für die rund 2,14 Millionen Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sechs Prozent mehr Geld und eine Anhebung der Ausbildungsvergütung um 100 Euro pro Monat.

Außerdem will Verdi den Missbrauch der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsverträgen abschaffen. Ein Arbeitgeber-Angebot über ein Plus von drei Prozent auf zwei Jahre verteilt hat die Gewerkschaft abgelehnt. Auch in Stolberg wartet man gespannt auf die nächste Verhandlungsrunde morgen und übermorgen.

Der Streik, der hauptsächlich Busse in Stolberg betreffen soll, sei ein erstes Zeichen, sagt Paul. „Wir sind in Abwartestimmung.“ Gemeinsam mit rund 80 anderen Mitstreitern macht er sich am Mittwoch auf den Weg nach Köln zu einer großen Verdi Kundgebung. „Ich denke aber, das noch mehr Leute kommen werden, als die bisher angemeldeten 80“, prognostiziert er.

Rund 50 der Mitdemonstranten seien Mitarbeiter der Kitas, außerdem seien Mitarbeiter des Bauhofs und der Stadtverwaltung mit von der Partie. Da die Kitas nur punktuell bestreikt werden, könne man noch keine Prognose abgeben, ob Schließungen möglich sind, sagt Robert Walz von der Stadt Stolberg. Eltern werden per Aushang in den Kitas informiert.

Die Stadt stellt Ansprechpartner für Notfälle zur Verfügung. Auch die Busse in Stolberg stehen am Mittwoch komplett still. „Wir empfehlen jedem nicht mit dem Bus auf dem Weg zur Arbeit zu planen“, sagt auch Eva Wußing, Sprecherin der Aseag. Der Streik beginnt am Mittwochmorgen mit Arbeitsbeginn der Busfahrer und endet Donnerstagnacht.

Auch die Gewerkschaft Komba befindet sich in Wartestellung. „Wir wissen, was wir den Eltern mit dem langen Streik im vergangenen Sommer zugemutet haben“, sagt Komba-Vorstandsmitglied Alexandra Degreif. Gleichzeitig ist sie Leiterin der Kita im Familienzentrum auf der Liester. Zwar würden auch Komba-Mitglieder an den Streiks teilnehmen, bisher allerdings nur wenige.

Das heiße allerdings nicht, dass wenn sich die Lage nicht verbessere, auch die Komba noch mit vielen Mitgliedern mit streike, betont Degreif. Das hänge allerdings von dem Angebot der Arbeitgeber in den kommenden Verhandlungstagen ab.

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