Straßenbauarbeiten: Zweifalls Hauptschlagader tagelang dicht

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
12688967.jpg
Frank Jaspers von der Bauunternehmung Thole rückt den Rinnsteinen an der Zweifaller Jägerhausstraße zu Leibe. Tagelang wird die Straße für den Durchgangsverkehr gesperrt bleiben. Foto: Sarah-Lena Gombert
12690627.jpg
Auch an der Straße Münsterau wird die oberste Schicht der Fahrbahndecke bereits abgefräst. Ende der Woche soll alles fertig sein.

Stolberg-Zweifall. Weniger Autos, trotzdem Krach auf der Straße: Seit Montag ist wegen Straßenbauarbeiten die Ortsdurchfahrt von Zweifall für den Verkehr gesperrt. Die Dorfbewohner und auch Pendler, die aus der Eifel in Richtung Stolberg fahren, müssen für ein paar Tage Umwege in Kauf nehmen.

Bis Freitag, 12. August, baut der Landesbetrieb Straßen.NRW in Zweifall. „Seit 7 Uhr heute Morgen sind wir bei der Arbeit“, erklärt Christoph Moitroux. Er ist Polier bei der ausführenden Firma Bauunternehmung Thole (BUT) mit Sitz in Geilenkirchen. Das Unternehmen ist mit fünf Mitarbeitern vor Ort, hinzukommen die Fahrer der Lastwagen, die das alte und neue Material für den Straßenbelag transportieren.

„Zunächst wird die alte Decke der Fahrbahn abgefräst, vier Zentimeter kommen weg“, erläutert Christoph Moitroux das Vorgehen. Sollte der Straßenkörper unterhalb dieser Schicht auch noch Schäden aufweisen, wird tiefer gefräst. „Wenn es notwendig ist, nehmen wir auch noch Regulierungen am Bordstein vor.“ Das bedeutet, dass Stellen ausgebessert werden, wo sich beispielsweise der Rinnstein abgesenkt hat.

Bevor dann die neue Schicht aufgebracht wird, macht der Lastwagen mit dem alten Deckmaterial Platz, und dann fährt noch ein Reinigungsfahrzeug über die offene Jägerhausstraße. Nach rund dreieinhalb Arbeitstagen werden die Straßen fertig sein, vermutet Moitroux. „Ich schätze, dass wir bis dahin hier etwa 300 Tonnen Material bewegen“, sagt er. Der Straßenabschnitt, der erneuert wird, hat immerhin eine Gesamtfläche von etwa 3000 Quadratmetern. Die Kosten für das Zweifaller Projekt liegen nach Auskunft von Straßen.NRW bei rund 40.000 Euro.

Außer den Baufahrzeugen darf kein anderes Auto in den kommenden beiden Tagen durch Zweifall fahren – mit einer Ausnahme: den Rettungsdiensten. „Wir hatten am Montagmorgen vor Ort eine Besprechung mit dem Leiter der Baustelle“, erklärt Michael Konrads, Sprecher der Stolberger Feuerwehr, im Gespräch mit unserer Zeitung. Während des ersten Bauabschnitts, der die Jägerhausstraße betrifft, bleibt die Durchfahrt für Feuerwehr, Rettungswagen und für den Notarzt offen.

„Sobald wir alarmiert werden und klar ist, dass wir durch Zweifall fahren müssen, wird der zuständige Bauleiter vor Ort informiert“, erläutert Michael Konrads. So haben die Mitarbeiter auf der Baustelle wenige Minuten Zeit, Platz für den Rettungswagen oder das Feuerwehrfahrzeug zu machen. „Das System haben wir schon bei anderen Baustellen gefahren, und das hat gut funktioniert.“

Ab Mittwoch erfolgt der Zweite Bauabschnitt. Der betrifft die Straße Münsterau in Richtung Vicht. „Während des zweiten Bauabschnitts werden die Rettungskräfte über Breinig nach Zweifall fahren“, sagt Michael Konrads. Das sei aus Sicht der Feuerwehr kein zeitlicher Verlust.

Die Anlieger und Anwohner der vom Bau betroffenen Straßen in Zweifall sehen es – zumindest am Montagmorgen noch – relativ gelassen: „Es ist heute Vormittag schon ein bisschen ruhiger geworden“, sagt die Verkäuferin in der Bäckerei an der Zweifaller Jägerhausstraße und blickt aus dem Schaufenster. Am frühen Montagmorgen, als die Ortsdurchfahrt noch offen war, sei der Verkehr durch den Ort noch ganz normal geflossen.

„Bei uns ist jetzt natürlich ein kleines bisschen mehr los“, erzählt eine Anwohnerin der Werkstraße in Zweifall. Dort verläuft die offizielle Umleitung. „Es hält sich aber noch im Rahmen. Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass der Verkehr übermäßig zugenommen hat“, sagt sie.

Auch in Vicht ist es ruhiger

Auch am Nachbarort Vicht geht die Zweifaller Vollsperrung nicht spurlos vorbei. Vor allem im zweiten Bauabschnitt wird die Straße Münsterau zur Sackgasse. „Es ist etwas ruhiger als sonst, das liegt aber zum Teil auch sicherlich an den Sommerferien“, sagt Sabine von Högen. Sie ist Kassiererin in der Esso-Tankstelle am Vichter Ortsausgang. Langeweile kommt, auch wenn es vielleicht ein paar Kunden weniger gibt, trotzdem nicht auf. „Es bleibt ja immer Arbeit liegen, um die man sich dann endlich kümmern kann“, sagt von Högen und lacht. Aus ihrer Sicht haben die Leute aus der Region sich gut auf die Baustelle einstellen können. „Die Umleitungsschilder stehen ja schon eine ganze Weile.“ Allerdings schätzt sie, dass Ortsfremde Probleme haben könnten, sich zurecht zu finden.

Genauso ergeht es dann auch am Montagmorgen einer jungen Frau mit Dürener Kennzeichen. Sie ist vom Frackersberg aus in den Ort hineingefahren und steht vor der Absperrung. „Ich versuche irgendwie, die Tannenbergstraße zu erreichen. Ich habe aber keine Ahnung, wie ich dahin kommen soll“, sagt sie leicht entnervt. Schließlich stellt sie ihr Auto außerhalb des Baustellenbereichs ab und geht zu Fuß.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert