Strahlende Akzente beim Chorkonzert gesetzt

Von: mlo
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Corinna Heller, Walter Drees und Josef Otten im Terzett des Glorias aus der Messe Brevis in D-Dur von Mozart. Das Konzert fand reichlich Beifall beim Publikum. Foto: M.L. Otten

Stolberg-Büsbach. „Ein Stück Himmel auf Erden erlebbar machen“, so hatte es Pfarrer Jürgen Urth in seiner Begrüßung versprochen, und diesem Versprechen wurde die große Chorgemeinschaft, die am Sonntagnachmittag in der Büsbacher Pfarrkirche aufgeboten war, gerecht.

Die Kirchenchöre St. Cäcilia Mausbach und St. Hubertus Büsbach im Verbund mit einigen Herren aus dem ortsansässigen Männergesangverein boten mit der Musikalischen Gesellschaft Breinig und Theo Palm an der Orgel unter der Gesamtleitung von Franz Körfer ein Konzertereignis, das dem 150 jährigen Chorjubiläum des Büsbacher Kirchenchores angemessen war.

Das ausgewogene Verhältnis von Frauen- und Männerstimmen trug dann auch hörbare Früchte. Das Klangbild war homogen und rund, die Textverständlichkeit, Intonation und die dynamischen Abstufungen waren vorbildlich. Das Orchester war dank der Führungsqualität seines Konzertmeisters Jens Beißel mit großer Spielfreude dabei.

Und für den notwendigen Schwung sorgte das präzise Dirigat von Franz Körfer, der es in den unterschiedlichen Kompositionen verstand, alle Beteiligten zu Höchstleistungen zu führen. Zum Einstieg sang der Chor die „Missa Brevis in D-Dur“ für Soli, Coro und Streichorchester von Wolfgang Amadeus Mozart.

Bewährte Kräfte

Bei der Auswahl der Solisten hatte Körfer auf bewährte Kräfte aus der Umgebung gesetzt. Corinna Heller sang mit glockenklarem, anmutigem Sopran, Anne Lafeber mit einer wohltönenden Altstimme, Walter Drees mit kultivierter und klar geführter Tenorstimme und Josef Otten mit voluminösem, markantem Bass.

Sowohl in ihren Soli als auch im Terzett und Quartett vermittelten sie immer wieder strahlende Akzente.

Im „Laudate Dominum“ aus der Vesperae de Confessore für Solosopran, gemischten Chor und Streichorchester ertönte die jubilierende Stimme der begnadeten Corinna Heller durch den weiten Raum des Kirchenschiffs, so dass die Interpretation zusammen mit dem Chor zu einem besonderen Kunstgenuss wurde.

Nach dem Mozart-Block folgten Teile aus dem „Messias“ von Georg Friedrich Händel. Zuerst spielte die Musikalische Gesellschaft die ouvertüreartige „Sinfonia“, dann schlug Tenor Walter Drees die zahlreichen Zuhörer mit seinem Accompagnato-Rezitativ „Tröste dich“ und der Arie „Alle Tale“ in den Bann.

Zu guter Letzt sang der Chor von der „Herrlichkeit Gottes des Herrn“, einem komplizierten und vielstimmigen Satz, den die Damen und Herren mit großer Konzentration, Disziplin und Transparenz wiedergaben.

Buchstäblich unter die Haut ging der Choral „Wohl mir, dass ich Jesum habe“ von Johann Sebastian Bach. In dieser Dankhymne zeigte Körfer, über wie viel fundiertes Stimmmaterial er an diesem Nachmittag verfügte und wie der Chor die sensible Darbietung mit Leichtigkeit umsetzte und gleichzeitig Anstoß zur Besinnung und zum Innehalten gab.

Fast dramatisch

Geradezu dramatisch und aufgeladen war dagegen der Chor „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ aus dem Oratorium „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn. Während sich die Soprane mit großer Leichtigkeit in die hohen Tonlagen schwangen und die Tenöre mit ausgefeilten Stimmen glänzten, sorgten die Altistinnen und Bässe für ein solides Fundament.

Im Stil eines Gebetes dichtete Georg Wilhelm Schulze „Erquicke mich mit deinem Licht“, das der romantische Komponist Albert Becker in Töne setzte und der Chor a-cappella zum Besten gab. Das Finale war dem weltberühmten „Halleluja“ aus dem Messias vorbehalten, in dem die mehr als siebzig Sängerinnen und Sänger mit großartigen Steigerungen auftrumpften.

Das Publikum, das an diesem Nachmittag trotz schönen Wetters zahlreich nach Büsbach gekommen war, bedankte sich für die Ergriffenheit und Freude über die Leistung von Chor, Orchester und Solisten mit lang anhaltendem Beifall. Als Zugabe bat Franz Körfer, mit allen gemeinsam eines der bekanntesten Kirchenlieder zu singen.

Während die Anwesenden die einprägsame Melodie von „Großer Gott, wir loben dich“ anstimmten, sang die Chorgemeinschaft den Überchor, den vor etlichen Jahren Kantor Hubert Drees eigens für solche feierlichen Anlässe geschrieben hatte.

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