Stolbergs Kult hat zwei Namen

Von: Toni Dörflinger
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Experiment gelungen: Mario Triska (links) und Peter Sonntag führten ost- und westeuropäische Musiktraditionen zu einer Einheit zusammen. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Jimmi Hendrix unterwegs in Transsilvanien: So kann man die Mixtur beschreiben, die die Bassikone Peter Sonntag und der Teufelsgeiger Mario Triska zu einer Einheit verschmolzen haben.

Denn die Stolberger Ausnahmemusiker stellten am Samstagabend in der Altstadtkneipe „Piano” eindrucksvoll unter Beweis, das westliche und östliche Musikstile keine Gegensätze bilden müssen und gut zusammenpassen können, wenn das Improvisationstalent der Ausführenden auf einem hohen Niveau steht. Und wenn dann noch das Publikum mitspielt und der sprichwörtliche Funke überspringt, kann man das Geschehen getrost als gelungen, eindrucksvoll und musikalisch perfekt bezeichnen.

Genau so war es im „Piano”, als die rund 100 dicht gedrängt stehenden und sitzenden Besucher die Vorgaben, die von den insgesamt fünf Akteuren kamen - Geiger und Bassist wurden von Reno Schnell an der Gitarre, Markus Plum am Keyboard und Max Sonntag am Schlagzeug unterstützt - begeistert umsetzten und mit Singen, Klatschen und - soweit es die Enge zuließ - mit Tanzen beantworteten. „Wir machen Alarm in der Kupferstadt”, hatten Sonntag und Triska im Vorfeld des Konzertes angekündigt. Dass sie in der Heimat diesem hohen Anspruch gerecht wurden, bewies nicht nur die Stimmung, die im Saal herrschte, sondern auch die Einzigartigkeit des Gebotenen.

Neben den verschiedenartigen Musikkulturen - Sonntag war für die von Miles Davis, Charly Parker und Frank Zappa geprägten westlichen Rhythmen verantwortlich, und Triska jonglierte geschickt mit osteuropäischen und indischen Zigeunerweisen - kamen die unterschiedlichen Charaktere der beiden Ausnahmemusiker zu Tragen. Doch nicht minder eindrucksvoll wussten sich Reno Schnell, Max Sonntag und Markus Plum in Szene zu setzen, die zu später Stunde durch den Sänger Uwe Pröckl verstärkt wurden. Allein die Trommelwirbel von Schlagzeuger Max Sonntag waren beeindruckend. Eine Flitzefinger-Gitarristin war Reno Schnell. Als besonders vielseitig erwies sich Markus Plum. Während er mit der einen Hand das Keyboard betätigte, griff er mit der anderen zu Trompete und Posaune.

Nach Aussage von Peter Sonntag soll die Zusammenarbeit mit Mario Triska, die nach der Premiere im Aachener Jakobshof und dem umjubelten August-Auftritt im polnischen Kostrzyn ihre Bewährungsprobe längst bestanden hat, in die Erstellung einer neuen CD münden, bei der die Gruppe „Final Virus” auf den Zigeunergeiger trifft.

Fortgesetzt wird „Live Musik im Piano” mit dem Auftritt von Annet und Sebastian am Samstag, 24. Oktober, um 21 Uhr. Dann wird das Duo „Come Together” Rock und Pop sowie Coversongs aus mehreren Jahrzehnten bieten.
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