Stolbergs Gastronomen halten Liga-Service hoch

Von: Dirk Müller
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Entspannte Situation in Stolberg: Für keine der acht „Sky“-Gaststätten wird es teurer. Foto: dpa

Stolberg. Das Runde soll wieder ins Eckige. Die Fußball-Bundesliga ist in die neue Saison gestartet, und viele Sportfreunde genießen ganze Spiele oder die Konferenzschaltung in einer Gaststätte, die das Programm des Bezahlsenders Sky Deutschland zeigt.

Deutschlandweit bleiben jedoch einige Bildschirme in den Kneipen schwarz, denn Sky hat ein neues Preismodell für die Gastronomie eingeführt. Waren bisher lediglich die Quadratmeterzahlen von Kneipen und Restaurants ausschlaggebend, so bezieht der Sender nun auch Bevölkerungsdichte, Kaufkraft und „Sportaffinität“ der Region mit in die Gebührenberechnung ein. Für viele gastronomische Betriebe bedeutet dies enorme Preissteigerungen.

Betroffen sind vor allem Städte mit Nähe zu Bundesliga-Clubs und Ballungsräume, aber auch in unserer Nachbarstadt Eschweiler klagen Gastronomen darüber, jetzt bis zu mehr als 100 Euro monatlich mehr zahlen zu müssen. Doch wie ist die Situation in Stolberg? Der „Sportsbar-Finder“ des Senders weist acht „Sky“-Gaststätten in der Kupferstadt aus – und teurer wird es für keine. „Wir zahlen weiterhin 320 Euro inklusive Mehrwertsteuer“, berichtet Axel Gesell, Inhaber von „Alt Stolberg“. Ob sich diese allmonatliche Investition betriebswirtschaftlich rechne, könne er noch nicht sagen, da die Altstadtkneipe noch nicht lange Sky habe. „Aber unterm Strich mit Sky Gewinn zu erzielen, wird schwer“, schätzt Gesell ein.

Das kann Gerd Bougé nur bestätigen. „Früher konnte man froh sein, wenn die Gebühren durch den Gewinn gedeckt wurden, aber nach dem Inkrafttreten des absoluten Rauchverbots in den Kneipen ist daran nicht mehr zu denken“, sagt der Betreiber des „Kiek in“ in Büsbach. Dieser Tenor ist auch aus dem „Zeitlos“ in Breinig zu vernehmen, auch wenn die Gebühren in beiden Ortsteilen gleich geblieben sind. Sky sei ein Service für die Gäste, Gewinn lasse sich damit in Stolberg nicht machen.

Der einzige Kupferstädter Sportsbar-Gastronom, der dem widerspricht, ist Mehmet Kaplan vom „Breiniger Hof“: „Als die Alemannia Aachen noch in der 2. Liga gespielt hat, war Sky für mich sehr lohnenswert. Aber auch heute bin ich dank der Champions-League-Spiele immer noch zufrieden mit dem, was das Bezahlfernsehen einbringt“, erklärt Kaplan, der ebenfalls nicht von dem neuen Preismodell betroffen ist.

Anders stellt es sich in Gressenich dar. Der Plan von Sky war, die Gastronomen, die mit dem Fußball viel verdienen, stärker zur Kasse zu bitten und Kneipen in ländlichen Gebieten zu entlasten. Henry Ganser von der Gaststätte „Zur Barriere“ entrichte nach dem neuen Modell rund 20 Prozent weniger für das Bezahlfernsehen. Ebenso Eckerhard Vanderbrück, Inhaber vom „Bistro Elle“. „Wohl weil Gressenich ein strukturschwacher Raum ist“, sagt er.

Scheinbar anders als Mausbach, denn Wolfgang Schlepütz vom „Treffpunkt“ zahlt nicht weniger, sondern die Gebühr in gleichgebliebener Höhe. „Ich werde mal bei Sky nachfragen, denn bisher hat der Sender mich nicht über das neue Preismodell informiert.“ So viel ländlicher als Mausbach sei Gressenich seiner Meinung nach nicht, und auch er wolle geringere Gebühren entrichten, da er mit Sky keinen Gewinn erzielen könne, sagt Schlepütz. Die achte „Stolberger Gaststätte“, auf die der „Sportsbar-Finder“ online verweist, versucht dies erst gar nicht, denn laut Sky handelt es sich um den VfL Vichttal.

„Auch für uns bleibt alles beim Alten“, erklärt Thorsten Meier, Geschäftsführer des VfL, der in seinem 100 Quadratmeter großen Vereinsheim von dem Bezahlsender ausgestrahlte Fußballspiele zeigt. Da Fußballvereine in puncto Sky von der DFL (Deutsche Fußball Liga) subventioniert seien, sei das Abo im Vergleich zur Gastronomie für die Vichttaler relativ günstig. Trotzdem müsse der Verein stattliche 189 Euro netto monatlich berappen, „aber nur für 10 Monate“. Die Wirte hingegen bleiben auch in der fußballfreien Zeit nicht von den Gebühren verschont.

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