Stolbergs erste Burggräfin Birgit I. begeistert die Narren im Rittersaal

Von: Dirk Müller
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Ein närrisch-historischer Moment: Birgit I. (Hennecken-Vaßen) wird von Erste-Große-Präsident Heinz Hartmann (r.) als erste Burggräfin proklamiert und tritt damit in die Fußstapfen von Rüdiger Fröschen (l.). Foto: D. Müller
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Die Prinzengarde der Ersten Großen und Leibgarde Seiner Tollität Holli I. (Holger Schulz) wackelte zu Ehren der Burggräfin mit „dat Füttche“. Foto: D. Müller
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Mit ihren Zugehfrauen verbreitete die „Brischitt“ genannte neue Burggräfin beste Stimmung im Rittersaal der Burg. Foto: D. Müller

Stolberg. „Heute sind die Frauen am Start“, postulierte Birgit I. (Hennecken-Vaßen), die erste Burggräfin in der närrischen Historie der Kupferstadt, umringt von ihren sechs Zugehfrauen, die sich stilecht mit Knicks vorstellten. Und dass beim Burggrafenfest im Rittersaal erstmals eine Dame in die Rolle der „Tollität für einen Tag“ schlüpfte, entpuppte sich als wahrer Glücksgriff.

Nicht nur weil „Anmut, Schönheit und alles, was die holde Weiblichkeit auszeichnet, in der Ahnengalerie der Burggrafen noch fehlen“, wie Heinz Hartmann, Präsident der Ersten Großen KG, bei der Proklamation von Birgit I. feststellte.

Hartmann mutmaßte auch, dass die erste Burggräfin den Startschuss für eine Quotenregelung in der bisherigen Männerdomäne gebe. Sorgen bereitet habe ihm allerdings, dass Birgit I. unter anderen Tieren auch einen Geißbock besitzt – und bekennender Fan des 1. FC Köln ist. Eine Nachfrage bei dem Fußballverein habe aber ergeben, dass das Maskottchen des Clubs nicht nach Breinig entführt worden sei.

Welch hervorragende Wahl das aus ehemaligen Burggrafen bestehende Gremium mit Birgit I. getroffen hatte, wurde unmittelbar im Anschluss an die Proklamation deutlich, als Stolbergs erste Burggräfin das Wort ergriff. Birgit I. begeisterte die Jecken in der Burg mit ihrer kurzweiligen Rede, die mit Musikeinspielungen, Playback-Show und Tanzeinlagen gewürzt war.

Und vor allem mit viel Charme und noch mehr Humor. Frisch und äußerst witzig unterhielt „Brischitt“ die Narren locker, sympathisch und wahrlich glänzend. Einen „Crash-Kurs“ mit Benimmregeln für Adlige habe sie zwar vorzeitig abgebrochen, aber dennoch präsentierte die Burggräfin sich gerade noch damenhaft und umso geistreicher und heiterer.

Urkomisch und voller Esprit

Etwa als sie die Reaktionen darauf beschrieb, dass sie die erste Burggräfin werde. „Brischitt, die hann sich verdonn. Du bes doch kenne Mann!“, oder „Das macht normalerweise immer nur ein Mann“, habe sie zu hören bekommen. Ihr Fazit: „Spätestens jetzt weiß ich, dass ich kein Mann bin.“

Voller Esprit und urkomisch berichtete Birgit I., wie sie sich „hoch wissenschaftlich“ mit den Unterschieden der Denkweisen von Mann und Frau befasst habe. Die Burggräfin stellte ihr bei den Flüstersitzungen in Breinig geschultes Talent als Büttenrednerin derart unter Beweis, dass kein Auge trocken blieb.

Sie erzählte von ihren Erfahrungen mit dem karnevalsbegeisterten Ehemann André Hennecken, selbst ehemaliger Burggraf: „Jedes Jahr lernen wir uns am Aschermittwoch neu kennen. Im vergangenen Jahr war das eher bescheiden. Hätte ich ihn so im Internet kennengelernt, hätte ich ihn glatt weggeklickt.“

Viele laute Lacher erntete „Brischitt“ auch, als sie sich als alterndes Mariechen anbot, das gerne von einem ausrangierten Tanzoffizier in die Säle getragen werden möchte.

Als schlagfertig erwies sie sich im Gespräch mit dem Bürgermeister. Tim Grüttemeier zollte Birgit I. Respekt dafür, „dass Du es geschafft hast, erste Burggräfin zu werden, obwohl die Erste Große und das Burggrafen-Gremium nicht gerade für ihre Innovationsfreudigkeit bekannt sind“. Prompt antwortete die Burggräfin: „Lieber Tim, ich hatte mir nur kurz den Lidstrich nachgezogen, da war die Sache klar.“

Michael Bartz moderierte das stimmungsvolle Burggrafenfest, bei dem zunächst der Vorjahresburggraf Rüdiger Fröschen verabschiedet wurde. Birgit I., die in Breinig lebt und in Gressenich geboren ist, wurde von den Gressenicher Blasmusikanten in den Rittersaal gespielt, und der Stolberger Karnevalsprinz Holli I. (Holger Schulz) machte der ersten Burggräfin seine schwungvolle Aufwartung mit seinem Hofstaat und der Prinzengarde der Ersten Großen, die auch ihre Kindertollität, Prinzessin Emilie I. (Mehl) entsandt hatte.

Mit Kaiser Thomas Weiss

Selbstverständlich war auch die KG Sündenböcke – trotz zeitgleichem „Himmel-un-Äd-Essens“ in Breinig – mit einer Abordnung und ihrem Kaiser Thomas Weiss beim Burggrafenfest präsent, und als einige Herren der Sündenböcke als „Klüngelköpp“ verkleidet sangen, stand der Rittersaal Kopf.

Mehrere Gesellschaften des Stolberger Karnevalskomitees erfreuten zudem die Jecken mit Tanzdarbietungen, die „Community Dancer“ begeisterten mit ihrem Showtanz, und die Bands „De Karamba Männcher“ und „Kölsche Adler“ sorgten ebenfalls für beste Stimmung.

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