Stolberg - Stolbergs Beste geben sich die Klinke in die Hand

Stolbergs Beste geben sich die Klinke in die Hand

Von: Lukas Franzen
Letzte Aktualisierung:
Die Protagonisten bei der Spor
Die Protagonisten bei der Sportlerehrung im Turmzimmer. hinten v.li.: Hubert Kloubert (hinten. v. l.) Philipp Emonts, Pia Blaeser, Jenny Laschet, Rita Lambertz, Bernd Nägler sowie (vorne v.l.) Ferdi Gatzweiler, Simon Beckers, Max Keller, Patrick Haas und Stephanie Manfrahs.

Stolberg. Natürlich ist „Kloubert” keine neue Maßeinheit in der Leichtathletik, und dennoch dient die Statur des Vorsitzenden des Stolberger Stadtsportverbandes an diesem Abend als anschauliches Beispiel für die sportlichen Höchstleistungen der erst 15-jährigen Jenny Laschet.

Hubert Kloubert ist bei weitem kein Riese, doch mit 1,64 Metern sicherte sich die junge Sportlerin aus Stolberg den Landesmeistertitel im Hochsprung.

Viele Zentimeter hätten also nicht gefehlt, um Kloubert an diesem Abend zu überspringen, doch wie alle zehn Stolberger Sportlerinnen und Sportler, die Kloubert für ihre herausragenden Leistungen im letzten Jahres ehrt, verzichtet auch Jenny Laschet auf eine Demonstration ihres Könnens. Im Turmsaal der Stolberger Burg lauschen alle Geehrten stattdessen den anerkennenden Worten des Stadtsportverbands und des Bürgermeisters vor Familienangehörigen, Trainern und Vertretern des Rates und nehmen Urkunden, Kinogutscheine, einen seltenen Kunstdruck und Blumensträuße entgegen.

Nur ein fester Händedruck

Besonders bei Max Keller ist Bürgermeister Ferdi Gatzweiler heilfroh, dass der Boxer es bei einem festen Händedruck belässt und handfeste Beweise seines Könnens ausschließlich im Boxring liefert. Dem sensationellen Gewinn der deutschen Jugendmeisterschaft 2009, als der 19-Jährige völlig überraschend den viermaligen Titelträger besiegte, folgten im vergangenen Jahr der U 21-Vizemeistertitel sowie internationale Siege in den Niederlanden und in Dänemark.

Auch die beiden Judoka Patrick Haas und Stephanie Manfrahs haben ihre Kontrahenten im Jahr 2010 besonders erfolgreich und nicht gerade zimperlich zu Boden befördert. Allerdings nicht mit den Fäusten, sondern mit einer Kombination aus Kraft und effektiver Wurftechnik. Haas erreichte den dritten Platz bei der deutschen Hochschulmeisterschaft, Manfrahs wurde westdeutsche Meisterin in der U 20-Klasse.

Buchstäblich von Null auf Hundert - und dank 400 PS binnen weniger Sekunden - schaffte es auch Stefan Nägler 2010, immer wieder die Konkurrenz zu beeindrucken und ihr die Rücklichter seines Porsche 996 zu zeigen. Unter anderem konnte der 20-Jährige, der nach Angaben seines Vaters bereits Angebote aus der Formel 3 erhalten hat, Rennen in Monza und Hockenheim für sich entscheiden und belegte in der Gesamtwertung seiner Rennserie Rang 4.

Auf zwei Rädern erfolgreich waren auch Stolberger Sportler wie Marcel Meisen, der das dritte Jahr in Folge deutscher Vizemeister im Rad-Cross wurde, sowie der 15-jährige Philipp Emonts aus Gressenich. Mit seinem 125-Kubik-Motorrad sicherte er sich in der Trial-Disziplin „Geschicklichkeitsprüfungen in schwerem Gelände” den zweiten Platz der NRW-Meisterschaft.

Zu den jüngsten Geehrten des Abends zählen derweil Simon Beckers (13 Jahre) und Pia Blaeser (14 Jahre). Während sich der junge Turmspringer den Vizemeistertitel auf dem Ein-Meter-Brett sicherte und bereits von Meisterschaften auf deutscher und europäischer Ebene träumt, ist Pia Bläser bereits deutsche Titelträgerin und nahm sogar an den Europameisterschaften in Luxemburg teil. Durch ihren Vater, der gleichzeitig auch als ihr Trainer fungiert, entdeckte die Schülerin aus Stolberg die Leidenschaft für die für Jugendliche eher seltene Sportart Poolbillard. „Im Training gilt es auf Fehler hinzuweisen, die man als Spieler selber gar nicht merkt, und Automatismen zu entwickeln”, liefert ihr Vater dann auch eine passende Antwort auf die Frage, die viele der Gäste umtreibt, nämlich wie man sich ein Poolbillard Training genau vorzustellen hat.

Noch lange kein altes Eisen

Mit 55 Jahren zwar die älteste Sportlerin unter den erfolgreichen Athleten, zählt Rita Lambertz aber noch lange nicht zum alten Eisen, obwohl ihr drei Kilogramm schweres Sportgerät genau aus diesem Material hergestellt ist. Bei den deutschen Meisterschaften feierte die Hammerwerferin, für die Entfernungen bis zu 35 Metern kein Problem darstellen, den zweiten Platz.

In diesem Jahr findet die Sportlerehrung erstmals in einem kleineren Rahmen statt. Von Ehrungen mit „Versandhauscharakter”, wie Kloubert es formuliert, habe sich der Stadtsportverband verabschiedet und stattdessen entschieden, ausschließlich die „Crème de la Crème” der Stolberger Sportler in einem kleineren Ambiente wie dem Turmzimmer der Stolberger Burg zu ehren. „An den Knochen muss auch Fleisch sein”, formuliert es der verbandsvorsitzende. „Ich selber habe damals Taekwondo betrieben. Weil mein Gegner nicht angetreten ist, habe ich den Titel einfach kampflos erhalten. Das kann dann nicht Anlass für eine Ehrung sein”.

Noch weitere Veränderungen sind nach Aussage des Vorsitzenden von Seiten des Stolberger Stadtsportverbands für die kommenden Jahren angedacht: So sei es beispielsweise denkbar, dass die zu ehrenden Sportler zukünftig über eine öffentliche Abstimmung von den Bürgern dieser Stadt bestimmt werden.
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