Stolbergs älteste Fußgruppe: Hubääte sind schon seit 40 Jahren jeck

Von: Dirk Müller
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Auf Wunsch der Kinder bereicherten die „Hubääte“ in der letzten Session als jecke Zebras die Umzüge in Büsbach und Stolberg.

Stolberg. Zuviel verraten möchte Helga Hilgers über die Tollen Tage noch nicht und sagt nur: „Es wird königlich.“ Sie ist die Präsidentin eines nicht eingetragenen Vereins, der in dieser Karnevalssession 40 Jahre alt wird: Seit 1974 bereichern die „Hubääte vom Sender“ den Stolberger Rosenmontagszug.

„Und bei dem Kinderkarnevalszug sonntags in Büsbach sind wir in diesem Jahr zum 37. Mal dabei“, ergänzt Roland Hilgers. Die erste Gruppe habe noch aus 15 „Krankenschwestern“ bestanden, erinnert sich Gründungsmitglied Hannelore Töller: „Zwischenzeitlich waren wir bis auf 80 Jecke angewachsen. Heute sind wir rund 60 Hubääte.“

Und diese würden einen gesellschaftlichen Querschnitt darstellen, meint Willi Töller. „Bei uns gehen mehrere Generationen mit, eigentlich alles, was schon und was noch laufen kann, ist dabei. Die Hubääte kommen dabei nicht nur vom Sender, also dem Donnerberg, sondern aus nahezu allen Stolberger Stadtteilen, aus Eschweiler und Aachen.“ Auch die Berufsgruppen seien breit gefächert, vom einfachen Arbeiter bis zum Professor.

Seit 1976 ist der eigene „Sender-Wagen“ der Hubääte bei närrischen Lindwürmern in der Kupferstadt zu bestaunen. Stolbergs größte und älteste Fußgruppe, die keiner Karnevalsgesellschaft angehört, glänzte aber besonders durch die einheitlichen Kostüme der jecken „Hubääte vom Sender“.

„Wir haben halt oft aktuelle Kupferstädter Themen aufgegriffen“, sagt Helga Hilgers. Wechselte das Unternehmen, das den Müll abholt, gingen die Hubääte als „Oskar in der Tonne“, und ihr Motto war „ob Haas oder Koch, bezahlen müssen wir doch“. War das Hallenbad geschlossen, brachten die Jecken eigene Badewannen mit zu den Zügen.

Den Bau eines Fast-Food-Tempels in Stolberg kommentierten sie als Frittentüten der Marke „McHubäät“, die finanzielle Schieflage des städtischen Haushalts in Dagobert-Duck-Kostümen. In vier närrischen Jahrzehnten konnte man den Hubääten als Galminus sowie als Sender begegnen, und auch als Piraten, Clowns oder Paradiesvögel waren sie unterwegs.

„Aber nie haben wir ein Kostüm von der Stange gekauft, sondern die Verkleidungen immer selbst angefertigt“, betont Hannelore Töller. So auch die Zebra-Kostüme der letzten Session. „Unsere Kinder waren so begeistert von dem Film ,Madagaskar II‘, dass sie vorgeschlagen haben, als Zebras zu gehen“, erklärt Helga Hilgers. Die jungen Generationen mit einzubeziehen, sei ein Erfolgsgeheimnis der Hubääte.

„Du schönne Hubäät“

„Außerdem sind wir keine feste Gruppe. Es gibt einen harten Kern, aber jeder, der in unseren Kostümen bei den Zügen mitgehen möchte, kann gerne dabei sein“, nennt die Präsidentin ein weiteres.

Der Zusatz „vom Sender“ rühre daher, dass die jecke Fußgruppe sich vor vier Jahrzehnten am Donnerberg und im Schatten des Senders gegründet hat. Warum die Aktiven der nicht eingetragenen närrischen Vereinigung sich „Hubääte“ nennen, begründet Helga Hilgers mit dem in Stolberg allgemein bekannten Ausspruch „du schönne Hubäät“.

„Wobei diese Anrede durchaus nett gemeint ist.“ Ihr Mann Roland versucht das geflügelte Wort zu übersetzen: In Berlin würde man vielleicht sagen: ,Du bist mir ja ne Marke‘.“ Traditionell werden die diesjährigen Kostüme der „Hubääte“ erstmals bei dem Umzug am Karnevalssonntag in Büsbach zu sehen sein und natürlich beim Stolberger Rosenmontagszug.

Vorher werden auch Motto und Kostümierung, die das 40-jährige Bestehen der Gruppe im wahrsten Sinne des Wortes krönen sollen, noch geheim gehalten. Lediglich zu einem einzigen kleinen Hinweis lassen sich die „Hubääte vom Sender“ hinreißen und sagen vieldeutig nur: „Mit den Hubääten wird es diesmal königlich.“

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