Stolbergerin backt im TV um die Wette

Von: Sarah-Lena Gombert
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Marion Strauch in ihrem Element: Große und kleine süße Kunstwerke backt die Stolbergerin für ihr Leben gern. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Wer bei Marion Strauch zu Besuch ist, braucht nicht lange, bis er merkt, dass hier eine leidenschaftliche Bäckerin lebt. Das ganze Haus duftet am Mittwochnachmittag nach frisch gebackenen Cookies. „Die habe ich heute zum ersten Mal gebacken“, sagt die Stolbergerin mit einem Lächeln auf dem Gesicht.

Sie stellt das noch heiße Gebäck auf die gedeckte Kaffeetafel, wo bereits Macarons in rosa und gelb warten, und eine Blaubeer-Frischkäse-Torte. Aber nicht nur wegen der Cookies und der Torte sind wir bei Marion Strauch zu Besuch, sondern weil sie ab diesem Wochenende im Fernsehen zu sehen sein wird. Sie ist Kandidatin bei der Sat.1-Show „Das große Backen“. Am Sonntag beginnt um 16.45 Uhr die mittlerweile vierte Staffel der Sendung.

„Ich backe eigentlich schon ewig lange“, erinnert sich Marion Strauch. Bereits früh habe sie ein Faible dafür gehabt, Backbücher zu sammeln, auch alte, und Rezepte daraus auszuprobieren. Doch seit sechs Jahren hat sich Backen zu ihrem großen Hobby entwickelt. Marion Strauch sagt: „Backen entspannt mich unheimlich. Ich habe gemerkt, dass das nicht nur mir Freude bereitet, etwas zu backen, sondern dass sich auch andere über meine Kuchen freuen.“ Sie verschenke gerne Torten statt irgendwelchen Staubfängern, wenn sie zu Besuch kommt.

Durch Übung und das Interesse an der Zuckerbäckerei werden Marion Strauchs Kuchen, Kekse und Torten immer aufwendiger und raffinierter. Sie abonniert Backzeitschriften und informiert sich auch über das Netz über Backtrends aus dem Ausland. Die Sat.1-Sendung „Das große Backen“ mit Moderatorin Enie van de Meiklokjes guckt sie gerne. Das Konzept der Sendung: Zehn Kandidaten müssen unter Zeitdruck mehrere Backprüfungen bestehen und werden von einer Fachjury bewertet, der Gewinner bekommt einen Preis. Doch das viele Backen im privaten Umfeld, zum Beispiel für Hochzeiten und Geburtstagsfeiern, reicht noch nicht aus, dass sie sich selbst um eine Teilnahme an der Sendung bewirbt.

„Meine Tochter hat mich überzeugt“, sagt Marion Strauch und lacht. Tochter Vanessa, die derzeit in Düsseldorf studiert, war zu Beginn des Jahres für ein Praktikum nach London gezogen. „In England ist Backen noch viel populärer als hier bei uns in Deutschland“, berichtet Vanessa, die zu ihrer Mutter ein ganz tolles Verhältnis hat. Marion Strauch backt auch für die Kollegen der Tochter in England – und auch die sind begeistert vom dem Stolberger Naschwerk.

„Schließlich habe ich mir ein Herz gefasst und mich für die Sendung beworben“, erzählt die gelernte Bürokauffrau. Zunächst hat sie eine E-Mail geschrieben, im Anhang ein Foto eines ihrer Lieblingskuchen. Eine von rund 1800 Bewerbern deutschlandweit sei sie gewesen. „Dann bin ich im April zum Casting nach Köln eingeladen worden und habe einen Kuchen mitgenommen, Zitronen-Himbeer-Torte war das.“ Weiter ging es mit der Aufgabe, eine Donauwelle zu backen. „Wir haben die Zutaten gestellt bekommen und bekamen ein Rezept an die Hand, und dann hatten wir knapp zwei Stunden Zeit.“ Nach der Abgabe des Kuchens ging es wieder zurück nach Hause. Jetzt hieß es: Warten. „Im Mai wusste ich dann Bescheid: Ich bin dabei!“, erzählt Marion Strauch und strahlt über das ganze Gesicht.

Auch wenn sie über die Dreharbeiten zur Kochshow nicht zu viel erzählen darf und auch nicht möchte, soviel verrät sie dann doch: „Ich war teilweise unglaublich aufgeregt! Ich backe ja seit vielen Jahren, aber wenn dann eine Jury deine Kuchen probiert, dann bist du nervös wie ein Schulmädchen.“ Mit den anderen Kandidaten, mit denen sie im Fernseh-Zelt um die Wette gebacken hat, habe sie sich sehr gut verstanden, es seien auch echte Freundschaften entstanden. „Wir sind auch jetzt noch regelmäßig in Kontakt. Leute, die gerne backen, haben einfach ein sonniges Gemüt.“ Auch sonst habe sie an die Dreharbeiten nur gute Erinnerungen. Alles sei authentisch abgelaufen, nichts gestellt. „Wenn man beim Backen etwas vermasselt, dann ist das halt so. Dann musst du gucken, dass du deinen Kuchen in der verbleibenden Zeit rettest.“

Die Teilnahme an der Backshow hat Marion Strauch neue Freundschaften gebracht, neue Ideen für Kuchen – und mehr Selbstvertrauen. „Ich bin eine gute Bäckerin“, sagt sie selbstbewusst. So gut, dass sie sich mittlerweile an jedes Gebäck herantraue. Nur bei Hefe hapert sie noch ein bisschen: „Hefeteig und ich, wir nähern uns ganz langsam an“, sagt sie und lacht. Warum ihr ein Hefezopf schwerer falle als eine Buttercremetorte, könne sie auch nicht sagen.

Auch wenn die Dreharbeiten zu „Das Große Backen“ abgeschlossen sind, für Marion Strauch gibt es schon wieder neue, spannende Back-Projekte. Sie wird im Stolberger Helene-Weber-Haus Kurse anbieten: „Cake-Pops, Cupcakes und solche Dinge“. Seit wenigen Tagen ist ihr eigenes Back-Blog online: „Marions Kaffeeklatsch“ beschäftigt sich mit ihren Lieblingskuchen und liefert Schritt-für-Schritt-Backanleitungen. Technische Hilfe und das passende Fotomaterial liefert Tochter Vanessa.

Aber auch analog gibt Marion Strauch gerne Tipps für gelungene Kuchen weiter. „Mann sollte auf jeden Fall gute Zutaten kaufen“, sagt sie. Ob Butter, Mehl, Eier und Zucker von guter Qualität sind, das schmecke man deutlich heraus. Weiterhin sei die richtige Vorbereitung das A und O einer erfolgreichen Torte. Will heißen: Das Rezept muss gründlich gelesen werden, die Zutaten früh genug parat stehen. „Für das Backen selbst ist es wichtig, dass alle Zutaten Zimmertemperatur haben.“ So lasse sich der Teig am besten verarbeiten.

Ob Marion Strauch bei der Fernsehshow gewonnen hat? „Sage ich nicht! Ich hoffe, dass die Leute zu Hause ein bisschen mitfiebern“, meint sie und zwinkert, „aber soviel steht fest: Wenn man mehrmals teilnehmen dürfte, dann würde ich mich wieder bewerben.“ Jetzt wird sie sich aber erst einmal die Sendung im Fernsehen ansehen, ganz in Ruhe.

Link zu Marion Strauchs Blog: http://www.marions-kaffeeklatsch.de

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