Stolberg - Stolberger Wald wirft wieder einen Gewinn ab

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Stolberger Wald wirft wieder einen Gewinn ab

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Immer schwieriger wird es für den Stolberger Forst, im Frühjahr gesetzte Kulturen durchzubringen. Es ist zunehmend zu trocken. Nun setzt der Förster auf den Sommer als Pflanzzeit. Foto: J. Lange

Stolberg. „Der Klimawandel ist auch im Stolberger Wald bereits deutlich zu spüren“ , sagt Theo Preckel am Rande der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt. Stolbergs Förster hat in den vergangen Jahren schlechte Erfahrungen mit der Verschiebung der Jahreszeiten machen müssen.

Erhebliche Probleme machte es, die jungen Kulturen, die im eigentlich regenreichen Frühjahr gesetzt werden, durchzubringen. Immer wieder mussten in den vergangenen Jahren Nachpflanzungen erfolgen. Der Grund: Die jungen Setzlinge sind ganz einfach verdurstet. Das Frühjahr war zu nass und zu warm. „Ich muss jetzt in den Sommer ausweichen“, kündigt Preckel an. In den vermeintlich heißen und trockenen Perioden ist es heute eher kühler und feuchter.

Doch allen Herausforderungen zum Trotz. Theo Preckel hat mit dem Stolberger Stadtwald im vergangenen Jahr einmal mehr ein sattes Plus erwirtschaftet. Auf gut 540.000 Euro beläuft sich der Überschuss – trotz eines erheblichen Aufwandes, den das Stolberger Forstamt zur Pflege der zahlreichen Naturschutzgebiete und als Zulieferer für weitere städtische Ämter und Einrichtungen leisten muss. Grundlage für das positive Ergebnis ist vor allem der gute Erlös, den Preckel beim Holzverkauf erzielen konnte. Knapp 735.000 Euro kamen durch die Vermarktung von 11.065 Festmeter zusammen. Fichte (8280), Kiefer (1250) und Buche (820) machten dabei den größten Anteil geernteter Bestände aus. Eiche (490), Douglasie (100), Roteiche (75) und Lärche (50) spielten in der Quantität eine untergeordnete Rolle.

Vergleichbares gilt mit Blick auf die Ertragslage auch für die Einnahmen aus den sechs Stolberger Jagdbezirken. Mit gut 51.000 Euro bewegen sie sich auf einem konstanten Niveau. Mit 240 Euro tragen übrigens die Kutschfahrer auf Basis einer Verwaltungsgebühr zum Forsthaushalt bei. Und sicherlich auf der Stolberger Habenseite zu verbuchen sind die 129.730 Ökopunkte im Wert von rund einem Euro, die im vergangenen Jahr erwirtschaftet wurden und auf das bei der Städteregion geführte Öko-Konto überwiesen worden sind. Unternehmerkosten, ein geringer eigener Aufwand für Personal, Fuhrpark und Geschäftsführung steht auf der Ausgabeseite. Gut 16.500 Euro wurden für den Wegebau in dem Naherholungswald aufgebracht. 14.500 Euro flossen in die Anlage neuer Kulturen mit 14.000 Buchen, 3000 Douglasien und 2000 Feldgehölzen. Während Buchdrucker, Kupferstecher, Mäuse und Pilzerkrankungen Theo Preckel im vergangenen Jahr keine großen Kopfschmerzen bereiteten, wuchs die Verärgerung des Försters über undisziplinierte Hundehalter. Die Hatz ihrer vierbeinigen Freunde auf des Wild „beeinflusst dessen Tag- und Nachtaktivität negativ“, konstatiert Preckel höhere Schälschäden. Sie sind im Revier sehr stark ausgeprägt und werden zudem begünstigt durch eine weitere Erhöhung des Bestandes an Rotwild.

Kostendeckend in 2015

Gewohnt konservativ kalkuliert Stolbergs Förster auch für das neue Forstwirtschaftsjahr. Wobei die Freude groß ist, dass das vor fünf Jahre ausgelaufene Forsteinrichtungswerk – das ist das gesetzlich vorgeschriebene Führungs- und Planungsinstrument zur Betriebsregelung des Forstes über die nächsten zehn Jahre hinweg – in Zusammenarbeit mit einem Fachbüro derzeit neu erstellt wird.

Für das laufende Jahr erwartet Preckel einen Einschlag von 6000 Festmeter: Bestände mit Fichten (3800), Kiefern (1200) sowie Eiche und Buche (je 500) hat der Förster dazu ins Visier genommen. Nachgebessert und neu angelegt werden sollen Kulturen mit 10 000 Douglasien und 1000 europäischen Lärchen. Je nach der Entwicklung des Holzpreises erwartet Stolbergs Förster eine kostendeckende Bewirtschaftung des Stadtwaldes – wenn der Klimawandel nicht auch noch mit einem Sturm zuschlägt...

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