Stolberger Turngemeinde: Interessanter Spagat bei Winterolympiade

Von: Heike Eisenmenger
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Papa und Sohn toben gemeinsam: Mit vielen kreativen Mitmach-Aktionen - wie der Schneeballschlacht mit Zeitungspapier - kam bei der Winterolympiade jede Menge Spielspaß auf. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg-Münsterbusch. Schon das bloße Zusehen steckt an: Alle Viere von sich gestreckt, liegt der etwa vier Jahre alte Junge auf einem Wust von Zeitungspapier, während die „Schneeballschlacht” weitertobt.

Der Steppke hat beim Toben so viel gelacht, dass er nur noch ein Glucksen zustande bringt und erstmal Atem schöpfen muss, bevor er sich wieder ins Getümmel stürzt.

Ein Getümmel aus Kindern, Eltern und zerknülltem Zeitungspapier, das sich mit wachsender Begeisterung um die Ohren gepfeffert wird. Die Schlacht mit Zeitungspapier steht stellvertretend dafür, „dass man mit einfachsten Mitteln Kinder total begeistern kann”, sagt Übungsleiter Dirk Claer, der bei der Winterolympiade nach dem Rechten schaut.

Die Winterolympiade ist ein Konzept, das die Stolberger Turngemeinschaft (STG) im zweiten Jahr umsetzt. Geringer finanzieller Aufwand, viel Fantasie und Eigenleistung: Das sind die Bausteine der Mitmach-Aktion, an deren Ende die Kinder vom Nikolaus beschenkt werden.

Mit der Winterolympiade geht die Stolberger Turngemeinde mit ihren rund 1000 Mitgliedern neue Wege, ohne sich aber dabei der Tradition zu verweigern. Tradition bedeutet im konkreten Fall, dass am Besuch des Nikolaus, der für jedes Kind eine Überraschung mitbringt, festgehalten wird.

Früher setzte die STG auf ein Showprogramm, um ihre sportliche Bandbreite zu präsentieren. Mit dieser Strategie war man lange erfolgreich.

Nun aber ist haben sich die Bedürfnisse der Menschen geändert, was der Vorstand frühzeitig erkannte und mit der Winterolympiade nun umsetzt.

Und zwar in der Form, dass Kinder und in Teilen auch die Eltern aktiv ins Geschehen eingebunden werden. „Die Kinder haben im Vergleich zu früher weniger Bewegung, darum ist ein Aktivtag ein Angebot, das sehr gut angekommen ist”, erklärt Übungsleiterin Andrea Schnitzler den Erfolg. Gemeinsam mit ihrer Vereinskameradin Ruth Püttgen ist die 44-Jährige für die Planung der Winterolympiade verantwortlich.

Es ist erfrischend, mit welch einfachsten Mitteln bei der Olympiade Spiele realisiert werden, die jedes Kind in den Bann ziehen. „Schnee-Engel” ist eine der als „Disziplin” verpackten Spiele: Ein Kind legt sich auf eine Matte und spreizt dabei Beine und Arme vom Körper ab. So wie man es auch im Schnee macht. Die anderen Kinder zeichnen die Silhouette mit bunten Haushaltsschwämmen nach.

Skispringen auf Holzbank

Ganz nach dem Geschmack der Kinder ist auch das „Skispringen”: Als Schanze dient eine Holzbank mit glattpolierter Oberfläche, die hochkant gegen einen Kasten gestellt. Die Kinder rutschen dann auf zwei Putztüchern, die sie anstelle von Ski unter den Füßen haben, hinunter. Favorit der Kinder ist das „Eis-Labyrinth”. „Das Labyrinth ist schön gemacht”, lobt Niklas (9), den aus zusammengerollten und horizontal aufgestellten Turnmatten bestehenden Irrgarten, der mit Hilfe von Klettverschlüssen und Stoffbahnen miteinander verbunden wird. „Es ist drinnen ganz dunkel, und man muss den Weg raus finden. Das macht Spaß”, sagt der neunjährige Sandor.

Kinder, Mütter und Väter spielen bei der Winterolympiade gemeinsam. Die Bindung der Eltern zum Verein spielt ebenfalls eine Rolle, so Karl-Heinz Stolz, Pressesprecher der STG. Mit Eintritt in die Pubertät verlieren Jugendliche häufig das Interesse an ihrem Sport, darum sei es wichtig, dass Eltern, Übungsleiter zusammen arbeiten, um den Jugendlichen Alternativen aufzuzeigen.
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