Stolberger Tüftler entwickeln neues Bauteil für den Pkw-Motor

Von: Ottmar Hansen
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Stephen Wolff und Arne Holz (von links) haben ein neues Luftansaugsystem für den Automotor entwickelt, das für mehr Durchzugskraft unter der Haube sorgen soll. Foto: O. Hansen

Stolberg. In den Slalomkurven der Eifel geht nicht nur manchem Radler, sondern auch dem einen oder anderen Pkw-Motor im wahrsten Sinne die Luft aus. Gas geben und schalten, schalten, schalten, heißt die Devise, möchte man zügig voran kommen. Sonst bleibt der Wagen im Berg stehen. Dies gilt besonders für getunte Motoren von motorsportbegeisterten Fahrern. Eine Konstruktion Stolberger Ingenieure soll dem Motor mehr Luft und damit mehr Kraft verleihen.

Arne Holz und Stephen Wolff aus Stolberg haben es mit ihrer Unternehmensidee, die sich an den an Motorsport begeisterten Privatfahrer richtet, bereits in die letzte Runde des Gründungswettbewerbs der Industrie- und Handelskammer geschafft. Viele Automotoren werden heutzutage mittels Turbolader in ihrer Leistung gesteigert.

Doch dieses Hilfsmittel ist bei Motorsportlern nicht überall beliebt, denn unter anderem leidet die Fahrbarkeit. So richtig „Zug“ entwickelt der Motor erst, wenn der Turbolader ab einer bestimmten Drehzahl des Motors einsetzt. „Unser Ansaugsystem sorgt für ein über 20 Prozent höheres Drehmoment bei mittleren Drehzahlen, ohne Nachteile gegenüber momentan üblichen Tuning-Systemen ohne Aufladung zu haben“, betont Arne Holz. „Der Fahrer muss weniger schalten und kommt bei niedrigen Drehzahlen trotzdem schon zügig voran. Das hilft natürlich auch, Kraftstoff zu sparen.“

Ganz abgesehen vom sportlichen Sound des Motors. Die Berechnungen für das neue Ansaugsystem für den Otto-Motor stehen; Konstruktion und Testphase sind allerdings noch nicht völlig abgeschlossen. Ende April soll dann jedoch der Prototyp vorgestellt werden. Zielgruppe des neuen Ansaugsystems sind zunächst die Fahrer eines speziellen Wagens, des Lotus Super Seven. Der Wagen ist mit seinem Vierzylinder-Motor und einer Leistung zwischen 130 bis 230 PS nicht auf Höchsttempo getrimmt. Er ist vor allem für sportliche Kurvenfahrten, etwa auf dem Nürburgring oder eben in der Eifel ausgelegt.

Von Motorsport begeistert

Arne Holz hat das Luft-Ansaugsystem in seiner Masterarbeit an der FH Aachen im Fach Fahrzeugantriebstechnik entwickelt. Stephen Wolff hat seinen Bachelor in Fahrzeugbau „gebaut“ und außerdem noch Betriebswirtschaft studiert. Beide sind vom Motorsport begeistert. Und beide Tüftler wollen den ersten Preis im IHK-Wettbewerb gewinnen. Der ist nicht zuletzt mit einer Prämie von 10 000 Euro verbunden. Nachdem die beiden Motor-Experten aus Stolberg in die Runde der letzten zehn Bewerber (von 103) vorgestoßen sind, müssen sie nun ihre Idee noch einmal vorstellen und dazu ihren ersten Businessplan um die Finanzplanung und eine Marketingstrategie erweitern.

Mentor der beiden Jungunternehmer ist Dr. Moritz Gimpel. Er wird sie tatkräftig bei der Umsetzung ihrer Idee unterstützen. Wie teuer das neue Ansaugsystem am Ende für den Kunden wird, ist noch unklar. Stephen Wolff: „Das ist abhängig von der Stückzahl und den Produktionskosten.“ Auf alle Fälle werden die Kosten nahe dem Einbau eines Turboladers liegen, das Bauteil wird allerdings im Vergleich dazu kinderleicht zu montieren sein. Das Produkt soll europaweit vertrieben werden. Und wenn die Sache gut läuft, werden auch Porsche-Fahrer ihren Wagen demnächst mit einer „Erfindung“ aus Stolberg durchzugskräftiger machen können.

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