Stolberger Tuche auch im Ausland sehr beliebt

Von: Toni Dörflinger
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Stolberg. „Zu Beginn des 19. Jahrhunderts rangierte Stolbergs Tuchindustrie mit 600 Beschäftigte auf dem zweiten Platz nach der Messingherstellung”, versicherte Katharina Schreiber, die jetzt im Kupferhof Rosental die Zuhörer mit einem bisher vernachlässigten Kapitel der lokalen Industriegeschichte vertraut machte.

Ergänzt wurde der Vortrag durch Dias, welche die „In der Schart”, am Willy-Brandt-Platz und am Steinweg gelegenen früheren Produktionsstandorte der Tuchhersteller wiedergaben.

Als Begründer der Stolberger Tuchindustrie gilt laut Schreiber Matthias von Asten, der bereits 1719 in dem „In der Schart” genannten Altstadtviertel eine Tuchmanufaktur unterhielt

Ihm folgten in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die ebenfalls in diesem Gewerbe tätigen Familien Stoltenhoff, Schmitz und Offermann, die rund um den Willy-Brandt-Platz neue, der Tuchindustrie dienende Betriebe gründeten. Ein solcher Tuchmacher­standort war, wie Schreiber berichtet, der einst am Steinweg liegende Hof Krone, der im Dezember 1976 der Errichtung eines großen Wohn- und Geschäftshauses weichen musste.

Des Weiteren dienten die früheren Kupferhöfe Schart und Grünental der Tuchherstellung. Katharina Schreiber verstand es nicht nur, die einstigen Standorte der Stolberger Tuchmacher zu beleuchten, sondern auch die verwandtschaftlichen Beziehungen zu der berühmten Monschauer Tuchmacherfamilie Scheibler darzustellen und die damaligen Produktionsprozesse zu erläutern.

Laut Schreiber zeichneten sich die Stolberger Tuche durch eine hohe Qualität aus und waren sowohl im In- als auch im Ausland äußerst beliebt. Besonders spannend gestaltete Schreiber den Vortrag, als sie, unterstützt durch das Bildmaterial, Gewerbestandorte präsentierte, die - wie der Knautzenhof oder das Stoltenhoff-Anwesen auf dem alten Markt - längst der Spitzhacke zum Opfer gefallen sind.
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