Stolberger Tafel: Mehr Kunden, mehr Helfer, mehr Arbeit

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Der neu gewählte Vorstand (von links): Franz-Josef Bonaventura, Anne Dejosez, Alfred Baldes, Rolf Wieczarkowiecz, Gisela Becker-Bonaventura, Maria Kaufmann, Inge Schüler und Volker Bergmann.
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Frische Waren kommen an sechs Tagen pro Woche in der Stolberger Tafel an. Mehr als 1850 Menschen profitieren vom großen Engagement der Ehrenamtler. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Es ist eine traurige Aufgabe, und es ist eine wichtige Aufgabe, der die Mitarbeiter der Stolberger Tafel nachgehen: Ehrenamtlich tätige Stolberger sammeln übriggebliebene, qualitativ hochwertige Lebensmittel bei Supermärkten, Bäckereien und anderen Lebensmittelläden ein, um sie für einen geringen Obolus an Bedürftige zu verteilen.

Die Zahl der Menschen, die auf die Hilfe der Tafel angewiesen ist, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Für die Tafel-Helfer bedeutet das viel Arbeit, auch abseits der Ladentheke.

Bei der Jahreshauptversammlung des gemeinnützigen Vereins haben die Mitglieder jetzt einstimmig einen neuen Vorstand gewählt, an dessen Spitze Gisela Becker-Bonaventura steht. Die Neuwahlen waren unter anderem notwendig, weil Teile des alten Vorstands aus gesundheitlichen oder privaten Gründen nicht mehr für das Amt zur Verfügung stehen.

2016 war „ein wichtiges Jahr“

„Wir haben ein sehr spannendes und wichtiges Jahr hinter uns“, sagte Franz-Josef Loch, der scheidende stellvertretende Vorsitzende, in seinem Bericht. Etwa ein Jahr sei es her, dass die Tafel sich entschlossen habe, aus den alten, zu klein gewordenen Räumlichkeiten in das neue Ladenlokal an der Eschweilerstraße 12 zu ziehen. „Dieser Schritt erforderte Mut von uns allen“, betonte Loch.

Der Mut wurde belohnt: Nach den Gesprächen mit der Vermieterin, dank finanzieller Unterstützung für die Raummiete und vor allem mit viel Engagement der eigenen Mitarbeiter beim Umbau des Ladenlokals wurde das Ziel erreicht: „Im Oktober konnten wir die neue Tafel in festlichem Rahmen einweihen.“

Dass bei so großen Aktionen nicht immer alles von Anfang an glatt läuft, machte eine Anekdote deutlich, die Loch zum Besten gab: Die Drogerie-Kette, die sich bereiterklärt hatte, einige Einkaufswagen zu spenden, hatte zunächst für Verwirrung gesorgt: „Die Einkaufswagen waren nach Stolberg im Harz geliefert worden.“

Dass nicht nur genügend Lebensmittel von großer Bedeutung sind, sondern auch eine gut geführte Kasse unabdingbar für die Tafel ist, verdeutlichte Rolf Wieczarkowiecz in seinem Bericht über die Finanzen. Neben der Miete sind unter anderem die Fahrzeuge ein wichtiger Posten, um den er sich kümmern muss. „Spätestens 2019 werden wir einen neuen Lieferwagen benötigen“, kündigte der Kassierer an.

Harmonisch verlief die Wahl des neuen Vorstands, nachdem der alte Vorstand von der Versammlung entlastet worden war. Gisela Becker-Bonaventura, bisher als Schriftführerin tätig, wurde zur neuen Vorsitzenden gewählt. Ihr Vertreter ist Alfred Baldes. Ins Amt des Schriftführers wurde Volker Bergmann, ehemaliger Berufssoldat und seit einigen Monaten bei der Tafel aktiv, gewählt. Rolf Wieczarkowiecz ist weiterhin Kassierer. Beisitzer sind Franz-Josef Bonaventura, Hanni Kuckelkorn, Anne Dejozez, Inge Schüler und Maria Kaufmann.

„Wir haben uns auch für das kommende Geschäftsjahr einiges vorgenommen“, erklärte Gisela Becker-Bonaventura. Neben den mittlerweile schon traditionellen Terminen wie beispielsweise der Weihnachtskistenaktion, Tütenaktionen mit Supermärkten und der Teilnahme am Nudelbuffet auf dem Kaiserplatz hat sich die neue Vorsitzende vor allem das Netzwerken auf die Fahnen geschrieben: „Wir wollen mit Hilfe der Ehrenamtsbeauftragten Hildegard Nießen weiterhin versuchen, junge Menschen für die Arbeit der Tafel zu begeistern und auch die Stolberger Bürger und Geschäftsleute von unserer Arbeit zu überzeugen“, betonte sie.

„Hier bei der Stolberger Tafel gibt es eine tolle, menschliche Atmosphäre“, lobte Hildegard Nießen am Ende der Sitzung. Das habe man während der ganzen Sitzung gespürt. Insbesondere aber beim Grußwort des scheidenden Vorsitzenden Thomas Schellhoff, der aus gesundheitlichen Gründen fehlte und dessen Worte deshalb von Rolf Wieczarkoiecz vorgelesen wurden. Die Mitglieder waren sichtlich gerührt. „Das ist nicht in jedem Verein so. Aber bei der Tafel ist das so“, betont Nießen.

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