Stolberg - Stolberger sind die größten Lesemuffel

Stolberger sind die größten Lesemuffel

Von: kol/sh
Letzte Aktualisierung:
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Letzter Platz laut „Zeit”-Studie: Die Stadtbücherei hat die Tür immer offen für neue Leser.

Stolberg. Sind die Kupferstädter besonders lesefaul? Diese Vermutung kommt auf, wenn man der aktuellen Ausgabe des Zeit-Magazins glauben schenkt. Mit 0,95 Entleihungen pro Einwohner und Jahr belegt die Stolberger Stadtbücherei in einem deutschlandweiten Vergleich unter Städten mit mehr als 40.000 Einwohnern den letzten Platz.

Zwar ist die Studie aus dem Jahr 2007 und für 2008 sind die Zahlen schon etwas besser, doch das tröstet ebenso wenig wie die Tatsache, dass man mit Herzogenrath und Eschweiler, die ebenfalls unter den schlechtesten zehn der Liste sind, in „guter” Nachbarschaft ist.

Denn das Schlusslich Stolberg ist abgeschlagen, Eschweiler (achtletzter Platz) kommt mit 1,88 immerhin auf fast doppelt so viele Entleihungen. Gründe gibt es viele, warum die Stolberger Bücherei so schlecht frequentiert wird. Der Etat, den die Bibliothek von der Stadt zur Verfügung gestellt bekommt, ist mit weniger als 20 Cent pro Einwohner äußerst gering. Gerade einmal 10.000 Euro stehen für Neuerwerbungen zur Verfügung, und das sind nicht nur Bücher, sondern auch Hörbücher, DVDs und andere neue Medien.

An den kupferstädtischen Ausleihgebühren kann die magere Zahl der Entleihungen kaum liegen. Nur 20 Cent muss ein Kind für die Bücherleihe hinblättern, Erwachsene einen Euro. Nicht viel Geld für etwas, an dem man tage- oder wochenlang Freude hat, wie das Zeitmagazin bissig feststellt.

Es fehlt aber auch an Personal in Stolberg, so sind die Öffnungszeiten auf 10 bis 18 Uhr begrenzt - Ausnahme: donnerstags bis 19 -, dafür gibt es eine Mittagspause und mittwochs und samstags ist die Bücherei ganz geschlossen. „Wir hatten bis vor ein paar Monaten donnerstags bis 20 Uhr auf”, erklärt Klaas, „diese Stunde hat sich nicht gelohnt.” Samstags zu öffnen, wie es vor Jahren einmal der Fall war, könnte sie sich durchaus vorstellen, wenn es denn ginge. Aber: „Unsere Personalkapazitäten sind total erschöpft.” 3,75 Stellen stehen dem Bibliotheksbetrieb zur Verfügung.

Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt, in der Verwaltung für Kultur zuständig, kennt die Problematik, verweist aber darauf, dass die Politik über das Budget entscheidet, und macht wenig Hoffnung, dass sich etwas ändert. Immerhin, eine Möglichkeit gebe es: Wenn die Ausführungsbestimmungen beim Konjunkturprogramm Investitionen in die Büchereien ermöglichen, dann könnte man hier mit vergleichsweise wenig Geld viel erreichen. Das aber entscheide der Rat, so Pickhardt: „Ob die Politik das möchte, das weiß ich auch nicht.”
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