Stolberg - Stolberger Pferdefreunde richten die Stadtmeisterschaft aus

Stolberger Pferdefreunde richten die Stadtmeisterschaft aus

Von: Lee Beck
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Die Sieger in der auf Trense geritteten L- und Zweite in der Kandaren-L-Dressur: Auf dem 13-jährigen Fuchswallach Sir Henry sichert sich die Büsbacherin Sarah Klintworth auch die Stadtmeisterschaft in der Altersklasse der Reiter beim Turnier der Pferdefreunde auf dem Donnerberg.

Stolberg. Hoch zu Ross kämpften rund 300 Reiter in den Disziplinen Springen und Dressur in 24 Prüfungen um die Platzierungen am Wochenende auf dem Donnerberg. Organisiert wurde das Turnier von der Reitgemeinschaft Stolberger Pferdefreunde, die rund 170 Mitglieder verzeichnet.

Mit viel Mühe und harter Arbeit schafften Turnierleiter Clemens Arlinghaus und sein engagiertes Helferteam, es trotz der schwierigen Witterungsbedingungen schon am ersten Tag, dem Samstag, einen tollen Wettkampf auf die Beine zu stellen. Obwohl zu Beginn des Tages das Wetter sich eher trübe zeigte, lachte zum Nachmittag hin die Sonne den Pferdesportbegeisterten und sorgte für eine wunderschöne Atmosphäre.

Seit über 25 Jahren ist Clemens Arlinghaus schon im Verein tätig. Von Kindesbeinen auf im Sattel, war er über zehn Jahre im Vielseitigkeitssport aktiv und bildet heute selbst noch junge Pferde aus. Nun ist er schon im dritten Jahr der erste Vorsitzende der Pferdefreunde und hat den Verein nach anfänglichen Schwierigkeiten wieder auf Vordermann gebracht. Für das inzwischen 43. Turnier haben er und seine Helfer einiges an Arbeit auf sich genommen.

Bedingungen für alle gleich

„Wir haben vor sechs Wochen angefangen die Grünanlagen zu pflegen, die Infrastruktur zu organisieren und das Hindernismaterial in Schuss zu bringen”, sagt er. Eigentlich hatte Arlinghaus in Anbetracht der Hitze der letzten Woche auf gutes Wetter gehofft, doch Freitagsabends überraschte das Unwetter. „Der Dressurplatz ist zwar matschig, aber ich denke er ist noch in einem vertretbaren Rahmen. Außerdem sind für alle die Bedingungen gleich”, erzählt er. „Doch die Reiter haben sich Mühe gegeben und haben auch gute Leistungen gezeigt”, fügt Arlinghaus hinzu.

Sein Fazit nach dem ersten Tag ist ebenfalls positiv. Alles sei kontrolliert ab- und nichts aus dem Ruder gelaufen. „Vor allem hat die Veranstaltung guten Zuspruch gefunden und es hat uns natürlich gefreut, dass auch die Sonne noch mal raus gekommen ist”, berichtet der Pferdeliebhaber.

Die sportlichen Höhepunkte im Dressurviereck waren am Samstag die L-Dressuren, geritten auf Trense und Kandare. In der ersten Prüfung, der Trensen-L, siegte die Stolbergerin Sarah Klintworth mit dem Deutschen Reitpony Sir Henry mit einer Wertnote von 7,1. Mit einem frischen Ritt, hervorragenden Verstärkungen im Trab und im Galopp und insgesamt ein „bisschen Risiko in der Vorwärtstendenz”, wie die Reiterin beschrieb, nahm das sehr gut abgestimmte Paar Kurs auf die Siegerschleife und damit auch auf den Titel des Stadtmeisters in der Altersklasse der Reiter. „Erst kurz vorher hatte mir jemand mitgeteilt, dass ich auch um die Stadtmeisterschaft reiten würde”, sagt die 25-Jährige, die Mitglied im Reitverein Büsbach ist.

Vor sechs Jahren haben der 13-jährige „Henry”, der eigentlich im Besitz von Charlotte Leymann ist, und Klintworth auf A-Niveau begonnen und waren oftmals hoch platziert. „Dabei wurde er eigentlich als Springpony gekauft”, scherzt sie.

Doch zusammen arbeiteten sie sich hoch und absolvierten sogar schon sehr ordentliche Auftritte in M-Dressuren. „Unser Ziel ist es, auch da ein paar Schleifchen abzubekommen”, schmunzelt Klintworth. Der Fuchs von Spanenlands Patrick überzeuge vor allem durch seine Lektionssicherheit und sein Engagement: „Er ist immer mit dabei”, betont die Hotelfachfrau. Auch in der Kandaren-L überzeugte der sympathische Wallach mit seinen vier weißen Beinen und drehte mit seiner feinen Reiterin eine tolle Runde, die den Richtern Agnes Puffert und Gabriele Schwecht eine 7,3 wert war. Damit belegte die Büsbacherin den zweiten Platz hinter Sabrina Schmoll mit My Girl vom Reitverein Würselen.

Vor Kurzem hat die junge Dame mit dem Mädchennamen Wenn in den Reitstall Klintworth eingeheiratet und kümmert sich neben der Arbeit um das Wohl der Pferde im Stall. Ihr Nachwuchspferd ist die 5-jährige Stute Fiderella von Fidertanz. „Heute sind wir hier die erste Dressurpferde-L gegangen und sind direkt Zweite geworden”, freut sich Klintworth, die bei Maresa Cordugas trainiert.

Lob von der Richterin

Jüngste platzierte Reiterin in der Trensen-L war Anna Kurth vom Büsbacher Reiterverein. Mit ihrem Ponywallach Raven belegte sie mit der Wertnote 6,3 den 9. Platz. „Trotz des schweren Bodens war Raven sehr taktsicher und wie immer motiviert und leistungsbereit”, sagt die 17-Jährige über ihren Ritt. Dem Ponyalter eigentlich entwachsen, möchte sie bislang jedoch noch nicht auf die Großpferde umsatteln. „Solange ich immer noch weiterkomme und Spaß mit Raven habe, möchte ich ihn weiterreiten. Ich glaube, in ihm steckt noch viel Potenzial”, sagt Kurth über ihren talentierten, leichtfüßigen Rappen.

Auch Dressurrichterin Agnes Puffert konnte nur positive Worte für die gezeigten Leistungen im Viereck finden: „Wir haben festgestellt, dass sich das Niveau erfreulich gehoben hat. Wir haben gute Ritte, losgelassene Pferde und gut sitzende Reiter gesehen”. Gerade auf die Losgelassenheit würde in den letzten Jahren bei den Dressurpferden besonders geachtet. Ein gutes Exempel sei die nominierte Olympia-Equipe bestehend aus Helen Langehanenberg, Kristina Sprehe und Dorothee Schneider. „Das Schöne ist, dass wir diese Harmonie zwischen Reiter und Pferd aber auch auf normalen Turnieren wiederfinden”, lobt Puffert. Dies sei auch in den Platzierungen deutlich geworden. Des Weiteren hob die Dressurrichterin auch die Dressurpferdeprüfungen für die jungen Pferde hervor. „Wir haben viele junge Pferde mit sehr viel Qualität und Potenzial mit gut geschulten Reitern gesehen”, sagt Agnes Puffert.

Höhepunkt auf dem Springplatz war der „Heinz Kerpen Gedächtnispreis”, eine Springprüfung der Klasse M mit Stechen. 23 Reiter traten auf dem 420 Meter langem Parcours gegeneinander an. Parcourschef Olaf Hermann aus Wermelskirchen kombinierte zwölf Sprünge zu elf Hindernissen zwischen 1,25 m und 1,30 m Höhe. „Die vielen technischen Linien und der überbaute Wassergraben sind die schwereren Punkte”, sagt er. Er lobte seine fleißige Parcoursmannschaft - eine eingespielte Truppe befreundeter Studenten - und das schöne Ambiente des Turnierplatzes am Trockenen Weiher.

Siegerin des M-Springens wurde die 18-jährige Lara Hamacher vom Reitverein Deutschritter Düren. Mit ihrer Quibelle absolvierten sie als einziges Paar jeweils im ersten Umlauf und im Stechen fehlerfreie Runden und sicherten sich mit einer schnellen Zeit von 45,02 Sekunden den Sieg.

Drei Schleifen bei vier Starts

Zweitplatzierter war Lokalmatador Lothar Schüller mit Golden Star mit vier Fehlerpunkten und 41,42 Sekunden. Er belegte ebenfalls den 4. Platz mit Chin-Chin mit acht Fehlerpunkten und einer Zeit von 45.78 Sekunden und im L-Springen auch den 2. Platz mit Golden Star. „Ich habe ihn schon über zehn Jahre”, sagt er und fügt hinzu: „Er ist immer sehr zuverlässig und couragiert, auch im Stechen.”

Seit über 45 Jahren im Vielseitigkeits- und Springsattel unterwegs hat Schüller durchaus Routine im Parcours und steuerte seine Pferde souverän durch die Prüfung. Bei insgesamt vier Starts am Samstag heimste der Stolberger direkt drei Schleifen ein und blickt so ebenfalls auf einen erfolgreichen ersten Turniertag zurück.
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