Stolberger Lateintänzerin bereitet sich auf EM vor

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
7162621.jpg
Keshia Christ und ihr Tanzpartner in Aktion. Auf dem Parkett erkennt man die junge Frau aus Schevenhütte kaum wieder. Für die Turniere in den Lateinamerikanischen Tänzen müssen die Damen extra geschminkt werden. Foto: J. Karl

Stolberg. Keshia Christ tanzt in der Bundesliga-Formation des TSZ Aachen. Im Alter von fünf Jahren besuchte sie ihren ersten Kinder-Tanzkurs bei Schwarz-Gelb Aachen. Das feste Ziel hatte sie damals schon vor Augen: „Ich wollte irgendwann auch mal so auf der Bühne stehen, geschminkt und im glitzernden Kleid.“

Heute hat die junge Frau aus Schevenhütte ihr Ziel erreicht. Sie gehört zum Team der Formationsgemeinschaft von TSZ Aachen und TSC Düsseldorf, das derzeit in der 1. Bundesliga der Lateinformationen den zweiten Platz belegt und im Dezember bei der Weltmeisterschaft in Bremen die Bronzemedaille holte.

Dabei wäre es zwischendurch fast anders gekommen. „Mit zehn Jahren habe ich mit dem Tanzen aufgehört“, erinnert sich Keshia Christ. Ich bin dann zum Ritzefeld-Gymnasium gewechselt, da hatte ich weniger Freizeit. Außerdem fehlte der Tanzpartner. „Beim Tanzen herrscht meist Männermangel“, weiß die 21 Jahre alte Auszubildende bei der AOK. Aber ganz ohne Sport ging es dann doch nicht. Über eine Freundin kam Keshia Christ zum Kampfsport Taekwondo. Christ: „Das ist eine Einzelsportart. Da benötigt man keinen Partner.“

In der 10. Klasse wurde auf dem Gymnasium ein Tanzkurs angeboten. Mit Abschlussball. Keshia Christ war dabei. Und der Entschluss stand rasch fest: „Jetzt fange ich wieder mit dem Tanzen an.“ Die junge Dame ist begabt. Schnell tanzte sie sich in das Oberliga-Team vom TSZ Aachen. „Ich wollte mich weiter entwickeln und habe dann ein Casting für die Zweitligamannschaft von Düsseldorf absolviert.“ Dort wäre sie auch genommen worden, doch es kamen nicht die geforderten acht Paare für die Formation zusammen.

„Ich hatte schon einen Wechsel nach Neuss geplant, da kam der Anruf von Oliver Seefeldt, TV-bekannter Cheftrainer der Bundesligaformation von TSZ und TSC. Ich sollte mit meinem Partner Fabian Kelleners zumindest als Ersatzpaar für die Formation bleiben.“ Seitdem trainiert die junge Frau aus Schevenhütte bis zu 20 Stunden in der Woche für die Turniere. Ein hartes Programm. „Man muss schon viel Disziplin auf die Fläche bringen“, so Christ. Inzwischen hat sich das Aachener/Düsseldorfer Team wieder bis in die Weltspitze hoch getanzt. „Unser Ziel ist es natürlich, irgendwann auf dem ersten Platz zu landen.“

Vor den Turnieren gehört es zu den Aufgaben von Keshia Christ, sich und die „Kolleginnen“ aus der Formation für den großen Auftritt zu schminken. Pro Dame vergeht dabei schon einmal rasch eine komplette Stunde. Die Gesichtshaut muss gebräunt werden, die Haare geschwärzt. Alles soll eben lateinamerikanisch aussehen. „Für uns Tänzer und Tänzerinnen ist es normal geworden, dass wir bei Auftritten so aussehen“, sagt Christ. Sie fiebert stets am Parkettrand mit. Und sie weiß: Sollte sich eine der acht Tänzerinnen auf dem Parkett verletzten, muss Keshia Christ von einer Sekunde auf die nächste einspringen und aufs Parkett.

Keshias Eltern haben übrigens auch einmal einen Tanzkurs für Anfänger besucht. Dabei ist es allerdings bis jetzt geblieben. „Ich tanze schon mal mit meinem Papa beim Maiball in Schevenhütte oder beim Schützenfest.“ Ihr Freund könne überhaupt nicht tanzen, bedauert die 21-Jährige. Immerhin habe er unlängst angekündigt, einen Tanzkurs zu besuchen. Die dort gelernten Schritte dann auch anzuwenden, sei in der Region kein Problem. „Wer sich dafür interessiert, findet überall Angebote für einen Tanzabend“, versichert Keshia Christ. Und außerdem gibt sie allen Anfängern mit auf den Weg: „Wenn man dabei bleiben möchte, dann schafft man es auch.“

Momentan hat ihr der Arzt wegen Knieproblemen eine zweiwöchige Trainingspause verordnet. Doch Keshia Christ freut sich schon auf den 3. Mai. Dann richtet die Aachener/Düsseldorfer Formation in der Dürener Kreis-Arena die Deutsche Meisterschaft aus. Keshia Christ: „Da freuen wir uns schon alle drauf.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert