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Stolberger Kunden von Unitymedia sind frustriert

Von: Sarah-Lena Gombert
Letzte Aktualisierung:
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Seit Monaten kämpft die Hirsch-Apotheke in Büsbach mit Telefonproblemen. Getan hat sich nach Auskunft von Apotheker Blatzheim bislang wenig. Mehr als 60 seiner Kunden haben ihm von ganz ähnlichen Problemen berichtet. Foto: S.-L. Gombert
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Mal funktioniert das Internet nicht, mal stellt das Telefon den Dienst ein. Viele Stolberger sind mit der Leistung von Unitymedia nicht zufrieden.

Stolberg. Apotheker Georg Blatzheim ist unzufrieden. Bereits vor einigen Wochen hat unsere Zeitung über den Fall des Stolberger Unternehmers berichtet, der seit mehreren Monaten Probleme mit der Telefonverbindung in seinem Ladenlokal an der Büsbacher Konrad-Adenauer-Straße hat. Häufig klingelt das Telefon nicht, wenn die Apotheke von Kunden oder Ärzten angerufen wird, manchmal fällt das Internet aus.

Von seinem Anbieter, der Firma Unitymedia, fühlt Blatzheim sich alleine gelassen. Weil er gehört hatte, dass auch andere Stolberger in Büsbach und Umgebung ähnliche Schwierigkeiten haben, hat er begonnen, eine Liste mit den betroffenen Haushalten zu führen. Rund 70 Stolberger haben sich darin bereits eingetragen. Und es gibt noch mehr. Vor allem der Stolberger Süden scheint betroffen zu sein.

Keine Hilfe vom Anbieter

„Wir haben seit Weihnachten immer wieder Probleme mit unserem Telefon- und Internetanschluss“, sagt Simone Buchmann aus Zweifall. Dort habe es lange keine Alternative zu Unitymedia gegeben, weil beispielsweise die Telekom noch keine Leitungen für schnelles Internet angeboten hätte. Seit einigen Monaten fällt immer wieder die Leitung aus, Anrufe gehen ins Leere.

Ähnlich wie bei Apotheker Georg Blatzheim hat sie ebenfalls Kontakt zum Anbieter aufgenommen, um das Problem zu melden. „Es wurde gesagt, wir müssten die Fritzbox austauschen, das hat aber nicht geholfen“, berichtet Buchmann. Erst nach längerem Hin und Her habe das Unternehmen schließlich erklärt, dass das Problem wohl in der Leitung liege und nicht bei der technischen Ausstattung des Kunden. „Wirklich geholfen hat man uns trotzdem nicht“, sagt Simone Buchmann.

Auch Friedel Roehl aus Zweifall ist Kunde bei Unitymedia – und ziemlich unzufrieden. „Seit etwa fünf Monaten funktionieren im Unitymedia Netz die Telefonverbindungen nur noch sporadisch!“, beklagt Roehl. Bei ihm klingle manchmal das Telefon, woraufhin er abhebe, dann aber den Anrufer nicht hören könne. „Umgekehrt ist es manchmal genauso.“ Er habe nur einmal einen geringen Betrag zurückerstattet bekommen, ansonsten fühlt auch er sich von seinem Telefonanbieter alleine gelassen.

„Wir haben in der Tannenbergstraße die gleichen Probleme“, schreibt Software-Unternehmer Dieter Koll aus aus Vicht in einer E-Mail an die Redaktion. Der Unitymedia-Telefonanschluss sei seit Monaten kaum mehr nutzbar, der Internetanschluss ruckle. „Anfangs hat Unitymedia bei uns mehrfach die Fritz-Box ohne Ergebnis getauscht, gibt zwischenzeitlich aber zu, es sei eine Netzstörung“, so der Vichter. Dabei könne oder wolle man nicht sagen, in welchem Zeitraum mit einer Behebung zu rechnen ist. Er sehe die Zusammenlegung von Streamingdiensten, beispielsweise Fernsehen on Demand, mit dem Telefonnetz sehr skeptisch. „Jede Bandbreite hat Belastungsgrenzen.“

Apotheker Blatzheim und sein Team versuchen sich indes, selbst zu helfen: „Wir weisen unsere Kunden verstärkt auf die Möglichkeit hin, unsere Apotheke in der Innenstadt anzurufen.“ Außerdem liegt mittlerweile ein Art Geschäfts-Handy in der Apotheke bereit, über welches man die Mitarbeiter zu den Ladenöffnungszeiten anrufen kann. Doch eine Lösung auf Dauer könne das natürlich auch nicht sein.

Wenig Hoffnung macht auch ein Anruf bei der Verbraucherzentrale. Solche Probleme wie die in Stolberg landen ständig auf den Tischen der Verbraucherschützer, und zwar nicht nur von Kunden eines einzelnen Anbieters. „Sagen wir mal so“, formuliert es Christine Steffen, Expertin für Telekommunikation bei der Verbraucherzentrale in Düsseldorf, „es gibt in dieser Branche nicht nur weiße Schafe.“ Man sitze in solchen Fällen als Kunde leider am kürzeren Hebel, erklärt sie. Man könne nun einmal die Leitung nicht einsehen.

„Wenn mir mein Anbieter sagt, das Problem liege nicht an der Leitung, dann muss ich das erst einmal glauben.“ Liege das Problem nicht beim Kunden, sondern in der Leitung, dann empfiehlt die Verbraucherzentrale, den Anbieter unverzüglich anzuschreiben und eine angemessene Frist zu setzen für die Behebung der Störung. „Die Angemessenheit der Frist hängt natürlich vom Problem ab, das behoben werden muss“, erklärt Christine Steffen, zwei Wochen seien aber üblich, „auch wenn es für die Kunden ziemlich bitter sein dürfte, zwei Wochen auf den Telefonanschluss zu verzichten“. Und durch das Setzen einer solchen Frist verschaffe sich der Kunde mehr Möglichkeiten für ein weiteres Vorgehen, beispielsweise für eine außerordentliche Kündigung seines Vertrags.

Die Rechnung einfach nicht zu bezahlen, weil eine Leistung nicht erbracht wird, hält Christine Steffen für schwierig: „Es lässt sich erst einmal nur schwer beweisen, ob und wie lange eine Störung angedauert hat“, erklärt sie. Außerdem stünden in Verträgen im Kleingedruckten bestimmte Klauseln, dass der Anbieter nur zur einer Leistungserbringung von beispielsweise 97 Prozent im Jahresmittel verpflichtet sei.

Eine Sprecherin von Unitymedia erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, es werde sich ein Techniker mit der Hirsch-Apotheke in Verbindung setzen, um die Fritzbox noch einmal anzuschauen. Eine größere Störung in Stolberg liege jedoch nicht vor.

Dennoch: Simone Buchmann und ihr Mann haben sich mittlerweile zu einem Anbieterwechsel entschieden. Das hat auch Georg Blatzheim vor.

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