Stolberger Klassikfestival feiert grandiosen Auftakt

Von: Marie-Luise Otten
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Patricia und Angela Buzari (v.l.) beeindruckten die Gäste mit Musik und Gesang. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Das neue Format „Klassikfestival Stolberg“ ist in der Kupferstadt angekommen und wurde von mehr als 100 Gästen aus Stolberg, Eschweiler, dem Dürener und Monschauer Raum sowie Gästen aus Oberhausen angenommen.

Neben dem seit 23 Jahren bestehenden Stolberger Musiksommer ist diese zweite Konzertreihe, die vornehmlich auf ehrenamtlichem Engagement beruht, eine weitere Bereicherung des Konzertlebens für die Stadt. Dies freute nicht nur die Schirmherrin Hildegard Nießen, auch Hans-Josef Siebertz, Sprecher der Bürgerstiftung, und Bürgermeister Tim Grüttemeier als Vertreter von Rat und Verwaltung, gratulierten zu dieser neuen Veranstaltungsreihe. Der Dank galt nicht nur der künstlerischen Leiterin Patricia Buzari, sondern auch dem Ehepaar Oedekoven, den großzügigen Sponsoren und den Gästen, die die Konzerte und damit den Musikgenuss annehmen.

Patricia Buzari hatte die Idee zu einem Festival in Stolberg vor einigen Jahren, als sie in einer Musikzeitschrift las, dass Künstler im Jahr nur zwischen acht- und neuntausend Euro verdienen. Ihr ansprechendes Konzept und die konstruktive Zusammenarbeit mit allen Mitwirkenden ließen die Idee allmählich Wirklichkeit werden.

Den schwungvollen Auftakt im Museum Zinkhütter Hof gestaltete die Konzertpädagogin und Pianistin selbst im Verbund mit ihrer Schwester Angela. Während Patricia Klaviermusik von Bach, Brahms, Beethoven und Schumann mit brillanten Spielfiguren auf dem Klavier hervorzauberte, bot ihre ältere Schwester Angela Arien aus Mozart-Opern. Das Publikum erlebte ein Programm, das vielfältig, lebendig, aufregend, herzbewegend war und unter die Haut ging. Die eindrucksvolle Blumengestaltung im einzigartigen Ambiente des Museums für Industrie-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte für den Raum Aachen in Stolberg unterstrich die künstlerischen Darbietungen des Duos.

Angela Buzari zeigte sich zu Beginn als tief betrübte Pamina, die den Tod will, weil sich der Prinz Tamino, in den sie sich verliebt hat, so seltsam verhält. „Ach, ich fühl’s es ist verschwunden“ aus der „Zauberflöte“ sang sie, nicht wissend, dass dem geliebten Mann ein Sprechverbot wegen einer Tugendprüfung auferlegt wurde, so Karl-Heinz Oedekoven, der Hintergründiges zu den Arien interessant zu erzählen wusste. Als lustiges Landmädchen Zerlina, die dem lüsternen Edelmann „Don Giovanni“ aus der gleichnamigen Oper begegnet, als der junge, von Pubertät gebeutelte und in die Liebe verliebte Cherubino oder als Susanna, Geliebte und Verlobte des Figaros, die Mezzosopranistin verfügt über eine warm timbrierte Stimme und sang sich in die Herzen der Zuhörer. Ihre Schwester begleitete sie einfühlsam und mit Leichtigkeit.

Solistisch stellte sich Patricia Buzari mit sechs perlend unterhaltsamen Sätzen aus der „Französischen Suite Nr. 2, c-Moll“ von Bach vor, für die sie viel Applaus erhielt. Und auch die Sprache Johannes Brahms, die Einblicke in seine innere Welt gab, wurde fantasievoll dargeboten. Die restlos begeisterten Zuhörer erklatschten sich eine Zugabe, wofür sich Patricia mit dem innigen und leidenschaftlich gespielten Fantasiestück „Des Abends“ von Schumann bedankte. Mit Schwester Angelas „Du bist die Ruh“ von Franz Schubert endete ein Abend mit musikalischen Kostbarkeiten.

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