Stolberger Klassik-Festival: Initiatorin und Pianistin mit vollem Einsatz dabei

Von: Sonja Essers
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Wenige Tage vor der zweiten Auflage des Stolberger Klassik-Festivals wirkt die Initiatorin, künstlerische Leiterin und Pianistin Patricia Buzari entspannt. Heute Abend steht sie selbst auf der Bühne. Foto: Sonja Essers

Stolberg. Patricia Buzari hat keine Angst vor großen Zielen. „Zu kleine Ziele verfehlt man eher als zu große“, sagt sie und liefert mit dem Stolberger Klassik-Festival den besten Beweis für ihre Annahme. Zum zweiten Mal findet dieses nun schon in Stolberg statt und soll zu einem festen Bestandteil im Terminkalender der kulturbegeisterten Kupferstädter werden.

Ideen für die kommenden Jahre hat Patricia Buzari bereits im Kopf. Bevor aus der Zukunftsmelodie allerdings konkrete Pläne werden, steht für die Stolbergerin heute Abend erst einmal ihr eigener großer Auftritt an. Schließlich ist Patricia Buzari nicht nur die künstlerische Leiterin der Veranstaltungsreihe, sondern steht als Pianistin auch selbst auf der Bühne im Museum Zinkhütter Hof.

Anspannung ist Patricia Buzari wenige Tage vor der Veranstaltung kaum anzumerken. Innerlich sieht es allerdings anders aus. „Die Anspannung ist schon da, auch vor dem eigenen Auftritt. Es ist aber wichtig, die Balance zwischen dem vollen Einsatz und dem vollen Maß an Vertrauen, dass die Dinge sich gut fügen werden, zu finden“, sagt Buzari.

Bei der Stolberger Pianistin überwiegt jedoch nicht die Anspannung, sondern vielmehr die Vorfreude auf ein „Heimspiel“. „Zwei Wochen vorher beginnt der Countdown in meinem Kopf. Aber selbst, wenn ich nicht mehr üben würde, würde es laufen und das ist ein entspanntes Gefühl“, sagt Buzari. Letzte Vorbereitungen müssen allerdings auch kurz vor dem Auftritt noch geklärt werden. So soll Buzaris Outfit farblich zu dem ihres Geigers Roman Verhees passen.

Und auch um die Übernachtungsmöglichkeiten für die Künstler, die allesamt im Vichter Landhaus gastieren, hat sich Buzari gekümmert. „Ich bin sehr detailverliebt und mir ist es wichtig, dass sich jeder, der an den Konzerten teilnimmt, auch wohlfühlt“, sagt sie.

„Knick in der Gesellschaft“

Auf welchen Künstler sich Buzari besonders freut, kann sie nicht sagen. „Sie sind wie fünf Finger an einer Hand. Wenn man auf einen verzichten müsste, wäre das unheimlich schwer“, sagt sie.

Gespannt ist sie allerdings auf den internationalen Jugendwettbewerb, der in diesem Jahr zum ersten Mal stattfindet und an dem neun kleine Talente teilnehmen werden. Der Konkurrenzgedanke stehe dabei nicht im Vordergrund. „Durch das Feedback, das die Teilnehmer von der Jury bekommen, können sie ihre Stärken weiter ausbauen“, sagt Buzari, die auch weiß, dass klassische Musik bei Kindern und Jugendlichen nicht unbedingt zu den beliebestens Musikgenres gehört. Das soll sich jedoch ändern.

Für das kommende Jahr plant sie deshalb eine Veranstaltung, die auch kleine Kinder an die klassische Musik heranführen soll. „Momentan gibt es einen Knick in der Gesellschaft. Es gibt überall neue Festivals und Konzertreihen und den Menschen, die schon seit 20 oder 30 Jahren Veranstaltunge besuchen, fällt das immer schwerer. Es ist wichtig, dass man die Kinder schon früh dahin erzieht, dass sie sich für klassische Musik interessieren“, sagt Buzari.

Außerdem wolle sie mit dem Vorurteil aufräumen, dass Musik eine brotlose Kunst sei. „Für einen Musiker gibt es viele Möglichkeiten ein gutes Leben zu führen. Natürlich muss man sich am Angang durch einen Dschungel kämpfen, aber wenn man auf seine innere Stimme und sein Herz hört, ist das eine ganz spannende Sache“, sagt Buzari.

Dankbar und offen

Den Stolbergern schreibt die Pianistin übrigens ein großes Interesse an klassischer Musik zu. „Das Publikum hier ist sehr dankbar und auch sehr offen. In einer der ärmsten Regionen in Deutschland ist es aber auch wichtig, dass Kultur stattfindet“, sagt Buzari.

Einen Beitrag dazu soll auch das Klassik-Festival leisten, das in den kommenden Jahren noch mehr Besucher nach Stolberg locken soll. „Ich weiß, dass diese Veranstaltung groß wird und dass sie einmal Geschichte schreiben wird“, sagt sie. Wichtig sei jedoch auch, dass man mit Bedacht an die Planungen gehe. „Wenn man abzielt, dann soll der Pfeil natürlich auch treffen“, sagt Buzari und lacht.

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