Stolberger Jugendbus sorgt für Begeisterung

Von: Michael Grobusch
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Korfball ist der große Renner im Programm, das Petra Morgenstern und Andreas Theves mit dem Jugendbus in insgesamt drei Sommerferienwochen in Stolberg anbieten. Ab heute machen sie Station in Breinig. Foto: M. Grobusch

Stolberg. An diesem Nachmittag ist der Jugendbus eher ein Kinderbus. Zahlreiche Mädchen und Jungen tummeln sich auf dem Platz neben der Atscher Kirche, laufen, werfen und lachen. Korfball steht auf dem Programm, und das kommt bei den Teilnehmern ganz offensichtlich bestens an.

Mitten im Getümmel sind Petra Morgenstern und Andreas Theves zu finden. Die beiden Mitarbeiter des Stolberger Jugendamtes bilden in den Sommerferien ein Team und sind mit dem städtischen Bus unterwegs. An diesem Tag machen sie, wie an den beiden vorherigen auch, Station an der Sebastianusstraße. Jeweils von 15 bis 20 Uhr. Und das hat sich herumgesprochen, wie die positive Resonanz belegt.

Abpfiff, Pause. Nicht nur die Erwachsenen sind ziemlich außer Atem. „Das ist ganz schön anstrengend“, schnaubt Petra Morgenstern. „Aber es macht großen Spaß.“ Und das ist die Hauptsache bei diesem Angebot, das das Jugendamt für die dritte bis fünfte Ferienwoche organisiert hat. „Wir wollen den Kindern eine stressfreie Zone bieten. Schließlich haben sie Ferien und sollen sich erholen“, unterstreicht die Sozialarbeiterin. Längst nicht jeder hat die Möglichkeit, Urlaub an einem anderen Ort zu machen. Entsprechend groß ist der Zulauf am Jugendbus.

Zwar bietet das Gefährt eine beträchtliche technische Ausstattung – Playstation, Wii, Computer und Internet-Zugang gehören selbstverständlich dazu. Doch das Geschehen spielt sich im Sommer vornehmlich draußen ab.

Korfball ist dabei der neueste Renner. Das Spiel, das seine Ursprünge in den Niederlanden hat, steht wie wohl kein anderes für Teamgeist und Chancengleichheit. „Es gibt ganz klare Regeln. Die ermöglichen es, dass auch der Kleinste und Schwächste mitgenommen wird und seine Stärken ausspielen kann“, schwärmt Andreas Theves.

Damit kommt Korfball dem pädagogischen Ansatz, den das Jugendamt mit seinem Angebot verfolgt, natürlich sehr nahe. Denn wenn auch die Freizeitbeschäftigung ein ganz wichtiges Element ist, so wollen die Mitarbeiter doch auch einen Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen aufbauen. „Das gilt vor allem für diejenigen, die keine Anbindung an Vereine oder Verbände haben“, stellt Theves fest. Der Bus sei ein „rollender Jugendtreff“ und somit ein wichtiger Bestandteil der städtischen Jugendarbeit.

Das kann seine Kollegin nur bestätigen. Seit mittlerweile fünf Jahren ist Petra Morgenstern immer freitags mit dem Jugendbus in Breinig vor Ort. „Der Bus ist bekannt“, weiß sie aus Erfahrung, dass es keiner besonderen Werbung bedarf. Das ist auch in den Sommerferien so, wenngleich ein Teil der Nutzer in diesen Wochen jünger ist als üblich. Die Begeisterung geht mitunter sogar so weit, dass einzelne Kinder und Jugendliche dem Bus nachfahren bzw. sich nachfahren lassen. So war nach dem Auftakt in Münsterbusch manches von dort bekannte Gesicht in der Atsch wieder zu sehen. Und auch in Breinig, an der Stefanstraße, wo der Jugendbus ab heute stehen wird, dürfte das wieder der Fall sein – wenngleich vermutlich etwas seltener, wegen der größeren Entfernung.

Dort wird es wieder zwei bewährte Programmpunkte geben: Das gemeinschaftliche Grillen, zu dem jeder Teilnehmer eigenes Grillgut mitbringt. Und der kreative Mittwoch, an dem beispielsweise Schmuck und Accessoires gebastelt werden. „Auch von Jungs“ betont Petra Morgenstern.

Ärger gibt es übrigens beinahe nie. „Natürlich kommt es mal zu einer kleinen Streiterei. Aber generell regeln die Kinder und Jugendlichen das sehr gut unter sich“, ist Andreas Theves zufrieden.

Authentisch auftreten

Nicht nur deshalb gibt es keine Autoritätsprobleme für die beiden Jugendamt-Mitarbeiter. „In dem Augenblick, wo wir auftauchen, sind wir akzeptiert“, berichtet Petra Morgenstern. Das sei natürlich eine Frage der Ausbildung. „Ganz entscheidend ist aber auch, dass man authentisch ist. Die jungen Menschen merken das nämlich ganz schnell.“

Die jungen Menschen, das sind an diesem Nachmittag zum Beispiel die 13-jährige Nadja und der neunjährige Leon. Beide wohnen ganz in der Nähe, sind mit Freunden zum Jugendbus gekommen und wollen mit diesen und anderen Gleichgesinnten ein paar schöne Stunden verbringen und Spaß haben.

„Den haben wir“, beteuern beide unisono und verabschieden sich dann hastig. Die nächste Runde Korfball beginnt. Alle machen mit. Natürlich. Und genießen ihre Zeit in der stressfreien Zone.

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