Stolberger Ironman: „Das war schon eine Ansage”

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Stolberg/Hawaii. Nun sitzt Markus Ganser mit zwei Eisbeutel auf den Füßen auf einem Klappstuhl, „und wenn ich mich nicht bewege, geht es mir ganz gut und ich bin mit mir und der Welt sehr zufrieden”, sagt der Stolberger Triathlet nach getaner „Arbeit”.

Der Teamchef des Radteams Eddy-Merckx-Indeland und ehemalige Radrennfahrer nahm am Wochenende am härtesten Triathlon der Welt teil.

„Am schlimmsten hat es meine Füße erwischt, die voller großer Blasen sind und zusätzlich noch stark geschwollen. Durch das ständige Kühlen mit Wasser und Eis beim Laufen sind die Füße sozusagen den Marathon unter Wasser gelaufen und das mögen sie wohl nicht so”, sagt Ganser. Die Blessuren sind deutlich sichtbar.

In der Nacht vor dem Ironman habe Ganser „sehr gut geschlafen, und ich bin um kurz nach 3 Uhr von selbst aufgewacht.” Kurz duschen, dann gab es Weißbrot mit Marmelade zum Frühstück - so sieht die Vorbereitung auf den knallharten Wettbewerb aus. Ganser: „Draußen war es noch stockdunkel, aber man spürte schon, dass das Hotel bzw. der ganze Ort früher als sonst erwacht.” Um 5 Uhr ging es zu Fuß Richtung Start. „Die Straße war schon komplett voll mit Leuten, und es zog eine gespenstisch stille Karawane zum Startbereich.”

Zunächst stand Bodymarking auf dem Programm, „was die US-Amerikaner höchst penibel machen, und danach wurdest du noch gewogen, um nach dem Rennen eine Dehydrierung feststellen zu können”, erklärt Ganser.

Ansonsten war es vor dem Start schon so etwas wie „business as usual”: Rad aufpumpen, eine letzte Durchsicht, Anzug mit Gleitcreme einpinseln, 30 Minuten anstehen am „Dixieklo”, „um dann, wenn du endlich dran bist, doch nicht mehr zu müssen”, sagt Ganser und lacht.

Zum Start hin herrscht großes Gedränge, weil die Platzmöglichkeiten in Hawaii sind doch eher begrenzt. Endlich im Wasser, stellte sich Ganser in die dritte Reihe fast ganz nach links. Ein Kanonenschlag entfesselte dann die riesige „Massenschlägerei” im Wasser. „Mein Ziel war es, möglichst stressfrei durchzukommen, und das konnte ich überraschenderweise am Start schon realisieren”, rekapituliert Ganser seinen Triathlon-Start.

Aber lange konnte sich der Stolberger nicht über den guten Start freuen: „Nach 500 Meter war ich mitten in einer üblen Keilerei. Auch am Wendepunkt ging es hoch her, jedoch war es alles in allem eines der angenehmeren Schwimmen. Nach einer Stunde und sieben Minuten hatte ich dann wieder Boden unter den Füßen und war damit zufrieden.” Einem schnellen Wechsel folgte dann das Radfahren, wo auf den ersten 25 Kilometer „Rush Hour” pur war, wie Ganser erzählt.

Nach etwa 40 Kilometern musste der Stolberger kurz anhalten, weil sich Panzerband an seinem Vorderreifen verklebt hatte.

Nach dem Wendepunkt in Hawi hatte Ganser nicht mehr ganz so viele Leute vor sich, er konnte die Athleten beobachten, die ihm entgegenkamen und noch Hawi hoch mussten. „Als wir wieder unten waren, fing auch schon der Gegenwind an, und dies war dann genau die Stelle, wo ich Zeit gut machen wollte.”

Nach vier Stunden und 35 Minuten für die 182 Kilometer erreichte Ganser die Wechselzone. „Ich denke, das war schon eine Ansage.”

Nach einem, für Gansers Verhältnisse, nochmaligem schnellen Wechsel, ging es dann auf die Marathonstrecke. „Die Taktik war genau wie beim Rad: Zuerst locker und dann zum Schluss noch einmal alles geben.”

Augenmerk auf Körperkühlung

Gansers Augenmerk lag beim Laufen auf die Kühlung des Körpers ,und so hatte er sich jede Meile an den Verpflegungsstellen Wasser über den Kopf, Schwämme ins Trikot und Eis in die Hose gekippt. Zusätzlich natürlich getrunken und hin und wieder ein Gel genommen. „Es war wirklich sehr heiß, und das merkte man beim Laufen natürlich deutlicher als beim Radfahren”, so Ganser.

Nach 16 Kilometern ging es dann eine steile Rampe, die Palani Road, hoch - „und da kam dann der ?Mann mit dem Hammer”, so Markus Ganser. „Erklären kann ich mir das auch nicht so richtig, warum, wieso, weshalb, aber es war halt so...”

Doch Ganser konnte sich wieder fangen und ab Kilometer 25 wieder Zeiten um die 5:20 Minuten pro Kilometer laufen. Und so kam Ganser nach einer Marathonzeit von 3:38 Stunden ins Ziel. Eine Gesamtzeit von neun Stunden und 28 Minuten bedeutet den 170. Platz von knapp 2000 Starter auf dieser Weltmeisterschaft.

Gansers Fazit: „Die Gesamtzeit entspricht fast meinem Ziel, damit bin ich sehr zufrieden. Das Schwimmen passt genau zu meinem Leistungsstand, schneller habe ich es einfach nicht drauf. Radfahren war das Highlight. Insbesondere, da ich im Gegensatz zu den Profis nicht in einer Gruppe unterwegs war.”

Zwar sei „Laufen von der Zeit her enttäuschend” gewesen, „doch bin ich trotzdem zufrieden, da ich nicht wie in den Vorjahren total eingebrochen , sondern wiedergekommen bin.”
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