Stolberger Handballjugend möchte Geschichte schreiben

Von: schl
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Darauf freuen sich die „Roten Teufel“ riesig: Am Sonntag kommt mit VfL Gummersbach B die Vertretung eines großen Handballclubs zum Halbfinale um die Mittelrhein-Meisterschaft nach Stolberg. Foto: J. Schlegelmilch

Stolberg. Den Stolberger SV und den VfL Gummersbach trennen im Handball normalerweise Welten – genauer gesagt: sechs Spielklassen. Während die Herren der Oberbergischen in der Bundesliga spielen, kämpft der Stolberger SV in der Landesliga gegen den Absturz in die Kreisliga. Am kommenden Sonntag begegnen sich die beiden Vereine allerdings auf Augenhöhe.

Stolbergs B-Jugend erwartet Gummersbach um 16 Uhr in der Halle am Glashütter Weiher zum Halbfinale der Mittel­rheinmeisterschaft – und will mit einem Sieg Historisches erreichen.

Für die „Roten Teufel“ ist es erst das zweite Mal, dass eine Jugendmannschaft unter den vier besten Mannschaften des Handballverbandes zu finden ist. Vor zwei Jahren war demselben Jahrgang – damals noch als C-Jugend – der gleiche Erfolg gelungen, im Halbfinale gegen den Seriensieger Bayer Dormagen war der SSV aber chancenlos. Gegen die Akademieauswahl der Gummersbacher hat die Mannschaft jetzt erneut die Möglichkeit, erstmals ins Finale einzuziehen.

Zu Hause ein Jahr ungeschlagen

„Das ist natürlich ein absolutes Highlight, auf das sich die Jungs und ich schon richtig freuen“, beschreibt Trainer Christian Beckers die Gefühlslage vor dem Spiel. „Der große Vorteil ist, dass wir zu Hause spielen. Zu Hause haben wir seit einem Jahr nicht mehr verloren. Und wir hoffen natürlich, dass die Halle brechend voll wird.“

Den Heimvorteil im Halbfinale hat sich die Mannschaft von Beckers durch eine starke Saison in der Oberliga – der höchsten Spielklasse bis zur A-Jugend – verdient. Der SSV landete hinter Bayer Dormagen auf Platz 2, Gummersbach blieb nur der 3. Platz. Der TuS Opladen wurde Vierter und muss damit im zweiten Halbfinale in Dormagen ran.

„In den letzten drei Jahren standen sich Dormagen und Gummersbach immer im Finale gegenüber. Wir sind überhaupt die erste Mannschaft, die es geschafft hat, einem der Teams das Heimrecht abzunehmen“, erzählt Beckers mit berechtigtem Stolz auf seine Mannschaft.

Das ändert jedoch nichts daran, dass die Stolberger vor dem Spiel tiefstapeln. „Gummersbach ist für mich ganz klar der Favorit, das ist eine Internatsmannschaft mit ganz anderen Trainingsbedingungen und Ansprüchen“, meint Beckers.

Ähnlich scheint man die Rollenverteilung auch im Oberbergischen zu sehen, nicht zuletzt aufgrund des 43:38-Sieges im direkten Oberliga-Duell am vergangenen Sonntag, das der Gegner als „Standortbestimmung“ wertete. „Da haben wir besonders defensiv nicht gut gespielt, aber es ging ja auch um die goldene Ananas“, weist der Trainer darauf hin, dass der SSV den 2. Platz bereits seit drei Wochen sicher hatte. Und Florian Sauer, Kapitän der Stolberger B-Jugend, ergänzt: „Zu Hause haben wir aber sowohl Gummersbach als auch Dormagen geschlagen. Warum sollen wir das jetzt nicht wieder schaffen?“

Damit der große Coup tatsächlich gelingt, setzt der SSV auf eine volle Halle und der Unterstützung des Publikums. Einheizen wird diesem André Schnittker, als stimmungsvoller Hallensprecher der Volleyball-Damen von Alemannia Aachen bekannt. „Wir haben in den letzten Wochen alles versucht, um dieses Spiel zu einem echten Event zu machen“, erzählt Jugendleiter Ralf Sauer.

Unabhängig vom Ausgang des Spiels ist jedoch eines klar: Die B-Jugend-Handballer der „Roten Teufel“ sind ein überdurchschnittlich talentiertes Team und damit großer Teil der Zukunft des Vereins. Der Jahrgang wird in der kommenden Saison die Lücke in der A-Jugend schließen und in zwei Jahren die 1. Mannschaft verstärken können; so hoffen die Verantwortlichen zumindest. Allerdings taumeln die Herren des SSV aktuell der Kreisliga entgegen – sportlich reizvoll genug für den talentierten Nachwuchs? „Ich glau­be, dass die meisten Jungs bei uns in Stolberg bleiben“, ist Ralf Sauer optimistisch. „Das ist eine gewachsene Mannschaft aus Stolberger Jungs, die seit zehn Jahren zusammenspielt. Wir sehen die Chance, aufbauend auf dem starken Jahrgang und den Jahrgängen, die folgen, auch wieder mit der 1. Mannschaft nach oben zu kommen.“

In dem Zusammenhang dürfte es Ralf Sauer freuen, dass sich auch die Mannschaft zum Verein und zueinander bekannt hat: Alle Spieler haben fest zugesichert, in den nächsten zwei Jahre das Stolberger Trikot zu tragen. Und auch Trainer Christian Beckers bleibt dem Team erhalten, obwohl der 24-Jährige vom ART Düsseldorf ein attraktives Angebot aus der A-Jugend-Bundesliga vorliegen hatte. Beckers feiert am Sonntag übrigens nicht nur sein ein Jahr als Teamchef, sondern gleichzeitig 25. Geburtstag. Ein historischer Sieg dürfte ganz oben auf seiner Liste stehen.

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