Stolberger gegen Beitrag für Kreissportbund

Von: Kolja Linden
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Stolberg. 75 Sportvereine gibt es in Stolberg, 70 davon sind Mitglied im Stadtsportverband. Dieser ist nicht nur Interessenvertreter der Vereine, sondern er nimmt in der Stadt Stolberg auch vielfältige Aufgaben wahr.

Der Stadtsportverband verteilt Trainingsstunden in den Sporthallen, überprüft Hallen und Plätzen auf ihre Bespielbarkeit, organisiert Sportlerehrungen, Stadtmeisterschaften, vermittelt Übungsleiter für den Ganztagsbetrieb an Schulen und führt für die Stadt die Prioritätenliste zur Sanierung von Sportplätzen.

Übergeordnet ist dem Stadtsportverband noch der Kreissportbund (KSB) mit Sitz in Würselen. Auch dieser reklamiert für sich eine Reihe von Aufgaben, und zwar „in allen Bereichen über die Angebote der Fachverbände hinaus”, so die Vorsitzende des Kreissportbundes, Karin Gruber.

Da dies aber offensichtlich nicht von allen Seiten so gesehen wird, könnte es am kommenden Mittwoch, wenn sich der KSB-Vorstand erneut zur Wahl stellt, eine ziemlich turbulente Mitgliederversammlung geben. Denn dann sollen auch die neuen Mitgliedsbeiträge beschlossen werden, und gegen die formiert sich Widerstand. „Die Tendenz geht zur Ablehnung”, sagt Günther Severens, Vorsitzender des Stadtsportverbands Stolberg.

Für seine vielfältigen Aufgaben in Stolberg erhält der Stadtsportverband laut Severens von der Stadt einen Verwaltungskostenzuschuss Die Vereine zahlen einen Mitgliedsbeitrag von 15 Euro pro Jahr und Klub.

„Alle sind dagegen”

Der Kreissportbund, der bislang keine Mitgliedsbeiträge erhebt, möchte nun in Zukunft pro Jahr mindestens 20 Euro je Verein und 20 Cent je erwachsenes Mitglied kassieren - ein Schritt, den viele nicht mitgehen wollen, zumindest nicht in Stolberg. „Wenn ich hier mit Leuten spreche, die es betrifft, dann höre ich immer, dass alle dagegen sind”, erklärt Severens, warum die acht Delegierten des Stadtsportverbands wohl mit Nein stimmen werden.

Indirekt deutet der Stolberger sogar an, dass man den KSB eigentlich gar nicht brauche, was dieser natürlich anders sieht, weil er laut Karin Gruber eine hohe Serviceleistung biete, vor allem im Bereich der Vereins- und Projektförderung.

Sauer stoßen Günther Severens jedoch vor allem die 16000 Euro jährliche Kosten für die Geschäftsstelle des KSB in Würselen auf. „Als der Kreissportbund noch in Alsdorf war, war die Geschäftsstelle umsonst”, sagt Severens. Die Stadt Alsdorf habe damals die Kosten übernommen, und das habe man beim Umzug auch in Bezug auf Würselen versprochen. Immerhin beziehe der KSB Gelder aus dem Masterplan des Landessportbundes, mit dem dieser die Sportbünde und -vereine in den Kommunen stärken will. „Bei den Stadtsportverbänden ist von diesem Geld nichts angekommen”, so Severens.

Und dann macht der Vorsitzende des Stadtsportverbandes noch einen Vorschlag. Wenn man schon einen Kreissportbund habe und behalten wolle, dann doch bitte in der großen Lösung: als gemeinsamen Bund für Stadt und Kreis Aachen. „Mann sollte einen Verband für die Städteregion einrichten”, so Severens. „Das wäre sinnvoll und kommt in Zukunft ohnehin.”
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