Stolberger Gastwirte: Glimmstengel sollen weiter glühen

Von: Felicitas Schmitz
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Strengeres Rauchverbot: Stolberger Kneipiers und viele ihrer Gäste halten von einer Verschärfung wenig. Foto: K. Linden

Stolberg. Die rot-grüne Landesregierung plant, die vielen Ausnahmeregelungen des Nichtraucherschutzgesetztes für Nordrhein-Westfalen zu streichen. Seit 2008 gilt in NRW das Rauchverbot in allen öffentlichen Gebäuden. Allerdings gibt es in Gastronomien noch ein paar Ausnahmen.

Schon bis zum Jahresende möchte Barbara Steffens (Grüne) einen Entwurf für eine Gesetzesreform vorlegen. In Bayern ist das bundesweit strengste Rauchverbot schon in Kraft getreten, und ähnlich soll es auch in NRW geschehen.

Das heißt, dass in Gaststätten, Restaurants, Einkaufszentren und Bierzelten grundsätzlich nicht mehr geraucht werden darf. Dazu haben wir die Betreiber Stolberger Gaststätten und Restaurants befragt. Die meisten Gastronomen sind gegen das Nichtraucherschutzgesetz, wie zum Beispiel Icic Ziko, der Chef vom Haus Rosenthal.

Bei ihm essen und trinken die Kunden sehr gerne, sagt Ziko, das Rauchen störe dabei niemanden: „Die Gäste wissen schließlich, wo sie hingehen”, sagt Ziko. Er ist jetzt schon seit 20 Jahren Wirt, und seine Gäste, so sagt er, kommen gerne zu ihm, weil sie bei ihm auch rauchen dürfen. „Das absolute Rauchverbot würde mich wirtschaftlich sehr treffen. Ich glaube, ich müsste meinen Laden sogar schließen”, sagt Ziko.

Der Wirt der „Mühlenstube”, Karl Heinz Frantzen, kann nur zustimmen. „Wer schon seit 30 Jahren eine Gaststätte führt, weiß, dass es ohne Rauchverbot besser läuft. Es kommen einfach mehr Kunden”, erklärt Frantzen.

Die Gaststätte „Zeitlos” in Breinig ist in zwei Hälften eingeteilt. Vorne ist der Raucher- und hinten der Nicht-Raucherbereich. Trotz der Trennung sitzen die meisten Gäste, auch Nichtraucher, im vorderen Teil. Von der Idee der Gesundheitsministerin ist auch Kellnerin Saskia Tings nicht begeistert. „Zu einem Bier gehört schließlich auch eine Zigarette, so ist das in einer Kneipe nun mal”, gibt sie zu bedenken.

Aber nicht alle sind dieser Meinung. Rovere Ermes, Eigentümer der Eisdiele „Rovere” sagt zum Rauchverbot: „In Italien ist das schon seit sechs Jahren so und das finde ich sehr gut. Denn wenn es überall so ist, dann haben auch alle Geschäfte hier die gleichen Chancen.” Er selbst ist kein Raucher und ein Befürworter des Rauchverbotes.

Überhaupt nicht begeistert von der Idee der Landesregierung ist dagegen Friedl Conrad von „Kohlen´s Pit”. Seine Gaststätte war schon einmal für einen Monat rauchfrei. Jedoch sei das eine totale Katastrophe gewesen, da ihn weniger Kunden besucht hätten und die meisten nach Hause gegangen seien, als sie festellten, dass sie nicht rauchen durften, sagt er.

„Es ist diskriminierend für Raucher, wenn sie den Raum und die Gesellschaft verlassen müssen, um alleine draußen in der Kälte zu rauchen”, betont der Wirt. Mit seiner Familie fahre er auch nicht mehr nach Bayern in den Urlaub, sondern nur noch nach Österreich, da man dort in den Hotels noch rauchen dürfe.

„Die Leute, die für das Rauchverbot sind, haben wahrscheinlich noch nie eine Kneipe von innen gesehen”, gibt Conrads zu bedenken. Der Gast Roman Mattig sagt dazu eifrig: „Eine Kneipe in der nicht geraucht wird, ist keine Kneipe.”
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