Stolberg - „Stolberger Flüchtlingsdialog“: Teilnehmer sprechen von Erfolg

„Stolberger Flüchtlingsdialog“: Teilnehmer sprechen von Erfolg

Von: gro
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Robert Voigtsberger wertet den ersten Flüchtlingsdialog als „großen Erfolg“. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Ein Wort fand Dienstagmittag besonders oft Erwähnung: Immer wieder war vom „Erfolg“ die Rede, den die im Rathaus Versammelten bei ihrer Bilanz zum ersten „Stolberger Flüchtlingsdialog“ hervorhoben. Das Fazit war dann auch schnell formuliert: Der neuartige Einstieg in die anspruchsvolle Thematik ist gelungen.

Knapp 40 Vertreter von 17 Institutionen aus dem Stadtgebiet hatten sich zuvor erstmalig getroffen, um darüber zu sprechen, wie Flüchtlinge in Stolberg in Zukunft aufgenommen und integriert werden können. „Wir wollen eine Willkommenskultur in unserer Stadt schaffen“, erklärte Bürgermeister Tim Grüttemeier. Und der Erste Beigeordnete Robert Voigtsberger unterstrich, „dass es hier nicht nur um die Unterbringung und Versorgung geht, sondern auch um die Bewältigung des Alltags und die Integration in unserer Gesellschaft.“ Die damit verbundene Herausforderung sei von der Stadt alleine nicht zu bewältigen. „Wir sind auf Hilfe angewiesen und deshalb sehr erfreut, dass wir auf die Unterstützung von vielen Partnern zählen können.“

Als entsprechende Zusage konnte schon die hohe Beteiligung am ersten Flüchtlingsdialog gewertet werden. Aber auch die Resultate des Treffens deuten darauf hin, dass sich in der Kupferstadt ein breites gesellschaftliches Bündnis bildet, das gewillt ist, Flüchtlinge nicht nur mit offenen armen, sondern auch mit tatkräftiger Unterstützung zu empfangen.

Was das konkret bedeuten kann, soll in drei Arbeitsgruppen erarbeitet werden, die sich nun zunächst eigenständig treffen und nach den Osterferien im dann zweiten Flüchtlingsdialog wieder zusammenkommen werden. Sie widmen sich den folgenden thematischen Schwerpunkten: 1) Unterbringung und Versorgung, 2) psychosoziale Beratung und Betreuung, 3) Alltagsbegleitung.

Gericke: „Biblische Botschaft“

„Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, von einer Kultur in die andere zu wechseln. Und im Gegensatz zu den Flüchtlingen bin ich freiwillig nach Deutschland gekommen,“, betonte der Vorsitzende des Integrationsrates, Ahmet Ekin. Und Walter Clahsen, langjähriger Leiter der Propst-Grüber-Hauptschule, berichtete von Klassen, „ in denen bis zu 90 Prozent Schüler mit Migrationshintergrund sind. Wenn man 25 Jahre an einer solchen Schule gearbeitet hat, weiß man, wie wichtig der Spracherwerb für die Integration ist.“

Derweil verwies Pfarrerin Elke Gericke auf „den wesentlichen Auftrag der biblischen Botschaft, Menschen zu helfen“. Und Ferdi Gatzweiler als Vorstandsmitglied der Wohnungsgenossenschaft (Woge) auf die große Bedeutung einer dezentralen und zugleich begleiteten Unterbringung von Flüchtlingen.

Es könnten wahrscheinlich noch viele Beweggründe für ein Mitwirken am Flüchtlingsdialog genannt werden. Die Beteiligten wollen aber stattdessen zügig Taten sprechen lassen. Die Zeit drängt, unterstrich auch Paul Schäfermeier. Der Sozialamtsleiter zählt aktuell 396 Flüchtlinge in seinem Zuständigkeitsbereich, von denen der Stadt Stolberg alleine 234 im vergangenen Jahr zugewiesen worden seien. Dass die Zahl weiter steigen wird, steht für Schäfermeier fest. „Denn die Bezirksregierung Arnsberg hat bereits klargestellt, dass wir in diesem Jahr mit noch mehr Zuweisungen zu rechnen haben.“

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