Stolberger Firma zeigt Cooles aus Kupfer

Von: Sarah-Lena Gombert
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Kupferplatten für Gebäudefassaden und Designerstücke für die Inneneinrichtung: Das zeigt der neue Showroom von Aurubis in Stolberg, der in Kürze offiziell eingeweiht wird. Foto: S.-L. Gombert
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Jürgen Jestrabek, Aurubis-Geschäftsführer, sieht viele Vorteile im Unternehmensstandort Stolberg. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Es wird derzeit fleißig gebaggert und gebaut an der Zweifaller Straße in Stolberg: Das Unternehmen Aurubis, ehemals Prymmetall, ist gerade dabei, ein eigenes Werkstor für Mitarbeiter und Besucher zu errichten.

„Seit 2002 sind wir nun in Stolberg vertreten, zunächst als Norddeutsche Affinerie, seit der Umbenennung des Konzerns als Aurubis“, erklärt Jürgen Jestrabek, Geschäftsführer am Standort. Rund 400 Mitarbeiter zählt Aurubis in Stolberg, dazu kommen 40 Auszubildende. Aus Kupferwerkstoffen fertigen die Arbeiter Bänder und Drähte vor allem für Elektrik- und Elektronikteile, beispielsweise in Fahrzeugen und Mobiltelefonen. Rund 50.000 Tonnen Material werden pro Jahr produziert.

„Dass wir einen eigenen Werkseingang bauen, hat mit Corporate Identity zu tun“, sagt Jestrabek im Gespräch mit unserer Zeitung. Kunden und Besucher von Aurubis gehen bisher durch das historische Prym-Werkstor nebenan, das soll sich ändern. Neben dem Tor sollen Besucherparkplätze entstehen, sodass Kunden künftig direkt im „weißen Haus“ an der Zweifaller Straße vorstellig werden können, nicht mehr beim Pförtner am Prym-Tor. Für die Belegschaft werden darüber hinaus neue Fahrradstellplätze gebaut.

Eigenes Tor für mehr Sicherheit

Ein weiterer Grund für das eigene Tor ist aber auch die Sicherheit: Kupfer ist ein begehrter Werkstoff, auch in den Augen von Metalldieben. Das gesamte Werk ist deshalb kameraüberwacht. „Über eine zusätzliche Kamera hat unser Sicherheitspersonal, das an der Einfahrt für die Lastwagen sitzt, dann auch den neuen Eingangsbereich im Blick“, sagt Jestrabek.

Trotz eines eigenen Werkstors und einer eigenen Infrastruktur: Eine völlige Abkopplung von Prym ist aus Sicht von Aurubis weder möglich noch geplant. „Die Anlagen von Aurubis und Prym liegen historisch bedingt auf einem gemeinsamen Gelände, das ist schwierig zu trennen und wir sehen auch keine Notwendigkeit dafür“, sagt Jestrabek. Aber nicht nur räumlich und baulich besteht zwischen den Unternehmen eine gewisse Nähe: Die Aurubis-Auszubildenden, das sind vor allem Verfahrens- und Industriemechaniker, lernen in der Prym-Ausbildungswerkstatt. Innerhalb des Industriekomplexes können sich die Mitarbeiter frei bewegen, auch die Qualitätsstelle von Aurubis ist in Prym-Räumen untergebracht. „Und schließlich bestehen zwischen den Mitarbeitern beider Unternehmen häufig familiäre und freundschaftliche Beziehungen. Warum sollten wir das trennen?“, fragt Jestrabek.

Das neue Werkstor an der Zweifaller Straße ist indes nicht das einzige, was sich derzeit bei dem Metallunternehmen tut: An der Finkensiefstraße, wo die Firma Prym ihren Werksverkauf hat, wird bald ein neuer Aurubis-Showroom eröffnet. Was das ist, erklärt Geschäftsführer Jestrabek so: „Der Showroom zeigt die Produktpalette unseres Standorts Pori in Finnland. Dort werden insbesondere Kupferprodukte für Anwendungen in der Architektur produziert.“

Hinter schweren Türen der alten Industriegebäude verbirgt sich ein modern gestalteter Mix aus Konferenzraum und Ausstellungsfläche. Auf einer Fläche von 265 Quadratmetern werden Fassadenlösungen aus Kupfermaterialien vorgestellt. Entlang der Wände sind großflächige Metallplatten, sogenannte Themenwände, in unterschiedlichen Farben und Strukturen zu sehen. Witzige Designermöbel, Infotafeln über das Unternehmen Aurubis, Briefbeschwerer aus dem rot glänzenden Metall, Kunstobjekte und sogar Waschbecken im Kupfer-Design runden das Bild ab. Diese Elemente sind auch für andere Besucher gedacht, die einfach nur Ideen für die Inneneinrichtung ihres Zuhauses suchen.

Zur Zielgruppe gehören vor allem Architekten, die davon überzeugt werden sollen, Kupfer als Fassadenmaterial für ihre Bauprojekte zu verwenden. Dass die finnischen Produkte im Rheinland gezeigt werden, hat aus Jürgen Jestrabeks Sicht mehrere Gründe: „Wir liegen hier im Herzen Europas, am Dreiländereck Deutschland, Belgien und Niederlande. Und wir sind für unsere Kunden gut erreichbar, bis zur Autobahn ist es nicht weit“, erklärt der promovierte Ingenieur. Auch sei die Kupferstadt aus Marketinggründen ein idealer Standort, um Kupferprodukte anzubieten.

Aus Sicht von Jürgen Jestrabek ist der Showroom in Stolberg nur ein Beispiel von vielen Synergie-Effekten, die das Netzwerk von Aurubis bietet. „Wir sind mit unseren insgesamt 6500 Mitarbeitern in mehr als 20 Nationen vertreten“, sagt er. Das eröffne viele Vertriebskanäle. Dabei seien auch „Mensch und Mentalitäten“ ein Thema: „Unsere Kollegen in den USA, beispielsweise, können die Kunden vor Ort viel besser betreuen als wir. Und umgekehrt gilt das für Stolberg auch.“

Ein wesentlicher Standortvorteil für Stolberg ist in Jestrabeks Augen das Know-How der Mitarbeiter: „Wir haben hier viele Fachkräfte, ohne die wir unsere Produktion nicht aufrecht erhalten könnten“, sagt der Geschäftsführer. Man profitiere enorm von der Nähe zur RWTH in Aachen. „Einerseits bietet die Hochschule eine gute Möglichkeit, Fachpersonal zu gewinnen“, so Jestrabek. Andererseits betreiben Aurubis und die TH gemeinsam Projekte, von denen das Unternehmen profitiert: Beispielsweise helfen Wissenschaftler der Uni durch ihre Analysen dabei, Werkstoffe besser zu verstehen und zu optimieren.

So ist es auch zu erklären, dass Aurubis nach eigenen Angaben in den vergangenen fünf Jahren rund 18 Millionen Euro in den Standort Stolberg investiert hat, um die Kapazitäten zu erhöhen und die Qualität der Produkte zu verbessern. „Wenn Sie in unserer Branche bestehen wollen, dann können Sie nicht mit Maschinen arbeiten, die 30 Jahre alt sind“, sagt Jestrabek, „Sie brauchen das richtige Personal und das passende Equipment. Und genau das haben wir hier in Stolberg.“

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