Stolberger Fenstersturz geht in die Geschichte ein

Von: jj
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Tolli Holli (3.v.l.) statt Prinz Tim (5.v.r.) an der Macht: Der Hofstaat sorgte gestern sicherheitshalber für vollendete Tatsachen. Foto: J. Jelaacht

Stolberg. In manchen rheinischen Karnevalshochburgen mag die Schlüsselübergabe von Bürgermeister an Tollität eine symbolische Geste sein – nicht in Stolberg. Der Kupferstädter Prinz Holli I. (Schulz) hat mit seinem Hofstaat dem Stolberger Bürgermeister und Verwaltungschef Tim I. (Grüttemeier) am frühen Freitagmorgen einen denkwürdigen Besuch abgestattet.

Dieser wird in die Historie Stolbergiensis eingehen und für Schlagzeilen sorgen. Nach dem denkwürdigen Auftritt des „Trifoliums“ mit Prinz „Till“ Tim I., Lieblichkeit Jungfrau Tobias I. und Deftigkeit Bauer Robert I. sowie deren geradezu trojanisch gekennzeichneten Gründung der KG Rot Gelbe Funken Artillerie n.e.V. ging „Tolli Holli“ noch am Abend des Fettdonnerstags mit seinem Hofstaat im „Kloster Postulus Carus“ in Klausur, um zu beratschlagen, was zu tun sei.

Denn so ganz geheuer erschien auch den Prinzengardisten der Ersten Großen das Herausrücken des Schlüssels durch den Bürgermeister nicht zu sein. Zu sehr habe er ihn zuvor verteidigen wollen, berichten gewöhnlich gut informierte Kreise aus der geheimen Klausur im sogenannten „Gepäcknetz“. Letztlich seien Ehrenhüter und Gardisten überzeugt gewesen, dass der Verwaltungschef die Obrigkeit der Narretei nicht anerkennen werde. Doch was tun? Nach intensiven historischen Studien besann sich EG-Präsident, auch bekannt als Stolberger Till, eines seiner großen Namensvorfahren: Reichsgraf Tilly, Feldherr der katholischen Liga im 30-jährigen Krieg, der durch den Prager Fenstersturz entfesselt wurde. Und zu solch einem geschichtsträchtigen Akt eigne sich in Stolberg kaum ein Gebäude besser als das Rathaus.

Gesagt, getan. In aller Herrgottsfrühe rückten gestern die Schergen des Hofstaates an, trugen Tim I. kurzerhand aus dem Rathaus, damit Holli I. an dessen Schreibtisch im Bürgermeisterbüro Platz nehmen und sich fortan närrisch den Amtsgeschäften widmen kann.

Ob das Trifolium Tim, Tobias und Robert beim Sturz denn auch weich gelandet sind, etwa auf dem alten Mist, den sie zuvor hatten aus dem Rathaus kehren lassen, ist bis dato noch nicht überliefert. Falls doch soll der Hofstaat von „Tolli Holli“ bereits erklärt haben, zum „1. Kupferstädter Friedensschwur“ Bürgermeister Tim I. am Aschermittwoch auch wieder zurück ins Rathaus zu tragen. Insider berichten davon, dass dies auf einer Schubkarre voll Fisch geschehen solle, der anschließend nach Paraphieren der Friedensverträge aufgetischt werden soll.

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