Stolberg - Stolberger entwickeln Computer zur Katastrophensimulation

Stolberger entwickeln Computer zur Katastrophensimulation

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. Elbe-Hochwasser, Zugunglück von Eschede, Stromausfall in Westfalen, Einsturz des Kölner Stadtarchivs. „Es gibt ein neues Bedrohungspotenzial für die Zivilbevölkerung”, konstatiert Thomas Rachel.

Konsequenz für den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesforschungsministerium: „Wir müssen ein eigenes Sicherheitsprogramm aufbauen”, sagt Rachel.

Doch das ist einfacher gesagt als getan. Zwar sind die Strukturen im Zivilschutz vorhanden, und es gibt lokale und regionale fachübergreifende Übungen, aber „die zunehmende Komplexität stellt völlig neue Herausforderungen an das Management von Krisen”, betont Ralf Kaschow. „Und mit der Simulation im Bevölkerungsschutz betreten wir absolutes Neuland”.

Kaschow leitet den Bereich Krisenschutz der Stolberger CAE Elektronik und steht vor der Herausforderung, so etwas wie eine „eierlegende Wollmilchsau” zu entwickeln. „Security2People” nennt sich das Projekt, das ein Krisenmanagementsystem entwickeln soll, das alle Ebenen und Institutionen einschließt.

„Security2People” - Sicherheit für die Menschen - soll eine Menge können. „Bei einer Krise fluten Unmengen von Informationen auf einen ein”, sagt Kaschow. Die wirklich entscheidenden müssten herausgefiltert werden, damit schnell und effektiv geholfen werden kann.

Entscheidungsträger sollen simulieren können, was zu tun ist. Aber „Security2People” soll in etwa drei Jahren auch bei realen Einsätzen Entscheidungshilfen anbieten, und es soll offen arbeiten.

Das bedeutet, dass nicht nur der Unglücksfall an sich betrachtet, sondern auch Auswirkungen auf wirtschaftliche und kritische Infrastrukturen wie Energie, Verkehr, Medien, aber auch Versicherungs- und Finanzmärkte betrachtet werden sollen.

Damit umfasst das zivile Forschungsprojekt weitaus mehr, als es militärische Simulationen heute anwenden, ein Feld, auf dem die Stolberger Tochter des kanadischen Konzerns Renommee genießt.

Die Stolberger CAE entwickelte, betreibt und betreut 16 Übungszentren für militärisches Einsatzmanagement in Europa, entwickelte Ausbildungssimulatoren für Hubschrauber, Flugzeuge und Panzer.

Doch das Forschungsprojekt „Security2People” ist für das Stolberger Unternehmen mit 155 hoch qualifizierten Mitarbeitern eine neue Herausforderung.

Die Bundesregierung fördert das Entwicklungsvorhaben von zunächst 2,9 Millionen Euro mit 50 Prozent. „Ziel ist, einen Technologie-Vorsprung im internationalen Markt zu erzielen”, sagt Rachel.

Partner dabei sind neben Bundesbehörden und -ministerien unter anderem Universität und Forschungszentrum Karlsruhe, Katastrophenhilfswerke, aber auch der Köln-Bonn-Airport und Institutionen in Belgien und Holland.

Kein Wunder: Das exemplarische Sicherheitsszenario für das computer-simulierte Projekt ist eine großflächige, länderübergreifende Großschadenslage durch eine Sturmkatastrophe im Raum Köln-Aachen.
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