Stolberger Energiedialog soll feste Institution werden

Von: Dirk Müller
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Bei der Premiere war die Teilnehmerzahl noch überschaubar, die Beteiligung der anwesenden aber rege. In mindestens zwei Veranstaltungen jährlich möchte die Stadt Bürger, Vertreter von Institutionen und aus der Wirtschaft beim Stolberger Energiedialog zusammenbringen. Foto: D. Müller
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Der Kupferstädter Klimaschutzmanager Georg Trocha hält die Ideen, Themen und Anregungen, die aus dem ersten Stolberger Energiedialog hervorgehen fest.

Stolberg. Bei der Auftaktveranstaltung hat der Bürgermeister die ambitionierte Marschrichtung vorgegeben: „Der Stolberger Energiedialog soll ein Zukunftsforum sein, zu dem alle Bürger herzlich eingeladen sind und das die Ideen und Initiativen unterschiedlicher Akteure zusammenbringt“, sagte Tim Grüttemeier.

Die umfassende Energiewende sei eine der größten Herausforderungen, der ein modernes, technisch hoch entwickeltes Land sich stellen könne, und selbstverständlich auch Sache der Kommunen.

Überschaubarer Rahmen

Der erste Stolberger Energiedialog im Museum Zinkhütter Hof fand indes in überschaubarem Rahmen statt. „Der Auftaktveranstaltung tat das gut, da jeder Anwesende zu Wort kommen konnte. Dennoch wünschen wir uns, dass künftig mehr Bürger und Vertreter von Institutionen und aus der Wirtschaft teilnehmen“, erklärte Grüttemeier.

Dass der Kupferstädter Energiedialog selbst eine feste Institution werden solle, bekräftigte der Technische Dezernent und Zweite Beigeordnete Tobias Röhm: „Es wird mindestens zwei Veranstaltungen im Jahr geben.“ Geplant sei auch, den Energiedialog in die Stadtteile zu tragen, erläuterte der Stolberger Klimaschutzmanager Georg Trocha: „Dort können spezifische Probleme und individuelle Lösungen erörtert werden.“

War die Premiere des Stolberger Energiedialogs quantitativ auch ausbaufähig, so beteiligten sich die Anwesenden rege und qualitativ an der Gesprächsrunde. Dass die Verwaltung mit Trocha jetzt einen Klimaschutzmanager habe, der „den Zielen ein Gesicht verleihe“, wurde gelobt, von der Kupferstadt aber auch gefordert, „nach oben zu arbeiten“.

Auf Bund und Land solle dahingehend eingewirkt werden, dass mittels klar definierter Fördermöglichkeiten finanzielle Anreize für erneuerbare Energien, nachhaltiges Bauen und Umrüstungen auf energiesparende Techniken geschaffen werden.

Die Stadtverwaltung könne die Erteilung von Baugenehmigungen an die Einhaltung von Energiesparstandards koppeln, war eine Idee aus den Reihen der Dialog-Teilnehmer, und weitere folgten. In Kindertagesstätten und Schulen sollten die Heizungsanlagen intelligent gesteuert werden, so dass die erzeugte Wärme an den Bedarf angepasst wird, was Energie spare, regten mehrere Teilnehmer an.

Andere ergänzten, der Klimaschutz in den Köpfen solle möglichst früh beginnen, und Kinder und Jugendliche in Kitas und Schulen für das Thema Energiesparen sensibilisiert werden.

Bessere Wärmedämmung und Sanierungen von Heizungsanlagen kommunaler Gebäude wurden ins Gespräch gebracht, und Trocha erklärte anhand von Beispielen, dass die Kupferstadt bisher nicht untätig war: Der Klimaschutzmanager führte die energetischen Sanierungen des Ritzefeld-Gymnasiums und der Realschule I an.

„Der Energieverbrauch der Schulen konnte um 60 beziehungsweise sogar um 64 Prozent gesenkt werden.“ Damit einhergehend seien bisher auch rund zwei Millionen Euro an Energiekosten eingespart worden.

Trocha legte die geplanten Bemühungen der Stadt dar: Ausbau der Fahrradinfrastruktur, Mobilitätsmanagement für die Stadtverwaltung, Förderung der Elektromobilität, ein Fahrradverleihsystem in der Innenstadt und Bildungsangebote in Kitas und Schule gehören zu dem Teilkonzept „klimafreundliche Mobilität“ in Stolberg.

Weitere Klimaschutzprojekte

Das übergeordnete Ziel sei aber ein ganzheitlicher strategischer Ansatz für die Kupferstadt. Der Arbeitskreis „Energie und Klimaschutz“ sei ebenso ein Baustein wie der Stolberger Energiedialog, weitere Klimaschutzprojekte, etwa städtische Liegenschaften und Stadtentwicklungsprojekte betreffend, sollen ausgearbeitet und umgesetzt werden – mit Bürgerdialogen auch außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungen.

Bestandteile des ersten Stolberger Energiedialogs waren auch Vorträge, die einen Überblick regionaler Art gaben. So referierte Farhad Mir zu den Klimaschutzaktivitäten der Städteregion Aachen, und Dr.-Ing. Friedrich-Wilhelm Bolle sowie Jens Schneider vom Forschungsinstitut für Wasser- und Abfallwirtschaft an der RWTH Aachen erläuterten das Kooperationsprojekt „Render“, das für „Regionaler Dialog Energiewende“ steht und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

Der Meinungsforscher Joachim Liesenfeld stellte zudem die Hauptergebnisse der „Render“-Umfrage in der Bevölkerung vor.

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