Stolberger Christen vor dem Urnengang

Von: Ottmar Hansen
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Vor und nach dem Gottesdienst sind in den meisten Kirchen die Urnen für die Wahlen zum GdG-Rat und Pfarreirat aufgestellt. Auch wenn am Wochenende in der Gemeinde keine Messe stattfinden sollte, steht die Urne dennoch in der Kirche. Foto: J. Lange

Stolberg. „Ein Kreuz – grenzenlose Möglichkeiten“ – unter diesem Motto sind die Katholiken und Katholikinnen in Stolberg aufgerufen, am kommenden Wochenende ihre Gemeindegremien zu wählen. Erstmals werden dabei auch die Räte der beiden neu gegründeten Gemeinschaften der Gemeinden (GdG) Stolberg-Nord und Stolberg- Süd gewählt.

Im gesamten Stadtgebiet von Stolberg leben mehr als 30.000 Katholikinnen und Katholiken. Aufgerufen zur Stimmabgabe am Sonntag sind alle Gemeindemitglieder im Alter ab 14 Jahren. Gewählt werden können Mitglieder ab 16 Jahren. Die Stimmzettel werden vor und nach der Messe am Samstag und Sonntag ausgefüllt und in die Urne geworfen.

Damit endet die fast 40 Jahre alte Geschichte der Pfarrgemeinderäte im Bistum Aachen. Die 333 Pfarreien im Bistum wurden, nicht zuletzt aus Kostengründen, in den vergangenen Monaten zu 71 Gemeinschaften der Gemeinden zusammen gelegt. Teils auf Beschluss des Bistums, teils hätten sie sich über einen Prozess von mehreren Jahren von sich aus zu einer GdG zusammen geschlossen, erklärt Johannes Schnettler vom Bischöflichen Generalvikariat das Verfahren. „Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden zu Gemeinschaften reagierte das Bistum auf die sinkende Zahl der vorhandenen Priester und der sinkenden finanziellen Mittel“, sagt Schnettler. Das Besondere bei der Wahl am kommenden Wochenende ist deshalb: Die katholischen Christen sollen die Mitglieder des übergeordneten GdG-Rates wählen. Sie können aber auch, dort wo es gewünscht ist, zusätzlich einen Pfarrei- oder Gemeinderat der einzelnen Pfarre vor Ort wählen.

„Der GdG-Rat der GdG Stolberg-Süd wird 18 Mitglieder haben. Jede Pfarre ist mit zwei gewählten Personen in diesem Rat vertreten“, erläutert Pfarrer Norbert Bolz, in den Süd-Gemeinden für die Wahl zuständig, das Verfahren. Hinzu kommen die Priester und hauptamtliche Laien, die dem Gremium von Amts wegen ohnehin angehören. „Im Rat der GdG Stolberg-Süd werden etwa 22 Personen sitzen“, so Bolz. Jede Pfarre hatte zuletzt ihre Kandidaten für den GdG-Rat aufgestellt. Mal waren es ohnehin nur zwei Personen, mal aber auch mehr, so dass die Kirchenbesucher auf dem Stimmzettel tatsächlich wählen müssen.

Nach der letzten Stimmabgabe am Sonntag werden die Stimmzettel ausgezählt. „Das Ergebnis der Wahl wird zeitnah in den Schaukästen der Gemeinden bekannt gegeben“, betont Pfarrer Bolz. Am 28. November soll der neu gewählte GdG-Rat zu seiner ersten Sitzung zusammen treten.

Damit die einzelnen Pfarren ihre Zuständigkeiten nicht vollends an die GdG abgeben müssen, können bei Bedarf vor Ort auch noch Gemeinde- bzw. Pfarreiräte gewählt werden. Die in der Regel zwischen sechs und 14 Mitglieder haben werden. Die Kompetenzen sind allerdings unterschiedlich. Pfarrer Norbert Bolz: „Wenn in Schevenhütte etwas Besonderes ist, muss das die Gemeindemitglieder in Büsbach nicht unbedingt interessieren.“ Ein klassischer Fall für den Pfarreirat. „Der GdG-Rat schaut hingegen, was man gemeinsam machen kann oder muss“, so Bolz. Der Pfarrer nennt hier einige Beispiele. Etwa wenn es um die Termine der Gottesdienste gehe oder die Aufteilung der Dienste der Kirchenmusiker. Oder den Einsatz der Kirchenchöre. Ein wichtiges Thema des GdG-Rates sei die Verwendung der Immobilien. Bolz: „Da stellt sich leider die Frage: Was brauchen wir noch, um uns seelsorgerische Arbeit weiter leisten zu können?“

In allen Pfarren der GdG Stolberg-Süd werden zusätzlich Gemeinderäte gewählt. Von den sieben Gemeinden der GdG Stolberg-Nord wählen hingegen nur sechs eigene Gemeinderäte. In der Gemeinde St. Lucia gibt es keinen Gemeinderat. Die Urnen zur Stimmabgabe stünden jeweils in der Kirche, sagt Pastoralreferent Norbert Franzen von St. Lucia. Auch wenn in der jeweiligen Kirche am Wochenende kein Gottesdienst stattfinde.

Wer am Wochenende nicht zur Wahl vor Ort kommen kann, kann auch die Möglichkeit der Briefwahl nutzen. Der Wahlschein ist im Pfarrbüro erhältlich und muss nur bis zum 10. November bei der auszählenden Stelle vorliegen. Norbert Bolz ist zuversichtlich, dass sich am kommenden Wochenende zahlreiche Katholikinnen und Katholiken an der Wahl beteiligen werden. „Da bin ich durchaus optimistisch.“

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