Stolberger Chöre: Anmeldezahlen weichen stark ab

Von: Dirk Müller
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Stolberger Männerchöre beim
Stolberger Männerchöre beim Gemeinschaftskonzert. Mancher Sänger möchte dem Chorverband seine personenbezogenen Daten nicht über das Internet mitteilen. Foto: D. Müller

Stolberg. Unter den zahlreichen musikalischen Vereinigungen der Kupferstadt finden sich viele Chöre, die zum Teil Mitglied des Sängerkreises der Städteregion Aachen und so auch dem Chorverband Nordrhein-Westfalen angeschlossen sind.

Letzterer verlangt nun von jedem einzelnen Sänger der Mitglieds-Chöre die Angabe seines vollständigen Namens, des Geburtsdatums und des Eintrittsdatums in den jeweiligen Chor. „In der Vergangenheit ist es nicht nur vereinzelt vorgekommen, dass die gemeldete Anzahl der Sänger von der tatsächlichen Anzahl im Chor eklatant abwich. Immer zum Nachteil des Beitragsaufkommens in unseren Verbänden und damit zum Nachteil unserer Sänger”, erläutert Christoph Krekeler, Vizepräsident des Chorverbands NRW, in einer Stellungnahme auf der Internetseite des Verbands.

Der Verbandsbeitrag eines Chors wird an dessen singenden Mitgliedern gemessen, doch laut Chorverband erheben oft mehr Aktive die Stimme als bei der Organisation gemeldet sind. „Darauf stießen wir zum Beispiel bei der Lektüre von Zeitungsartikeln, in denen die Zahl der Sänger zu lesen war, oder auch bei Anmeldungen zum Leistungssingen”, erklärt Ursula Busch, Leiterin der Geschäftsstelle des Verbands. Abhilfe schaffen soll künftig die Bestandserhebung mit personenbezogenen Daten, die - wie der Verband betont - nicht an Dritte weitergegeben werden.

Die Erhebung im Internet zolle durch verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel verschlüsselte Übermittlung, der Datensicherheit Tribut, versichert Krekeler. Die Angabe des Geburtsdatums diene dazu, Verwechslungen zu vermeiden, erläutert er: „Hubert Müller gibt es unter 220.000 Sängern wahrscheinlich zwei Mal.” Dass beide Hubert Müllers auch noch im selben Chor singen und somit ihre Geburtsdaten wirklich als Unterscheidungsmerkmal nötig sind, bezweifelt hingegen Peter Effenberg, Vorsitzender des Büsbacher Männergesangvereins: „Meiner Meinung nach müsste der Name und der dazugehörige Chor völlig genügen.”

Effenberg sieht sich durch die neue Form der Bestandserhebung einem Problem gegenüber. „Ich kann dem Verband die korrekte Mitgliederzahl nicht mehr wie zuvor melden, denn einige unserer Aktiven fürchten, zu gläsernen Sängern zu werden und möchten nicht, dass ihre Daten durch das Internet geschickt werden. Die Online-Eingabe der Meldung lässt sich allerdings nicht abschließen, solange nicht die geforderten Daten aller Sänger eingegeben sind.”

Geburtsdatum nicht preisgeben

Auch im Vorstand der Chorgemeinschaft Gressenich sei man von der neuen Bestandserhebung nicht begeistert, sagt Hubert Larscheid, stellvertretender Vorsitzender: „Bisher haben wir dem Verband die Anzahl unserer Aktiven stets ordentlich gemeldet. Auch wir sehen jetzt die Problematik, dies praktisch nicht mehr zu können, wenn nur eines unserer Mitglieder seinen Namen in Verbindung mit dem Geburtsdatum nicht online preisgeben will.”

Die Befragung der einzelnen Sänger hierzu stehe in Gressenich noch aus. Wie man seitens des Verbands mit den Mitglieds-Chören verfahren werde, die ihre Meldungen nicht abgeben, wisse man noch nicht genau, räumt Vizepräsident Krekeler ein: „Das Präsidium berät dies noch, aber den Rechtsweg werden wir nicht bestreiten. Eine wahrscheinliche Möglichkeit für Chöre, die ihrer Mitgliedspflicht nicht nachkommen, ist der Austritt aus dem Chorverband NRW, auch wenn wir das natürlich nicht wollen. Schließlich sind wir bemüht, unsere Verbandsmitglieder zu halten.”

Ob und wie die Dissonanzen zwischen Chorverband und Sängern sich in Harmonie auflösen, wird wohl erst eine der noch folgenden Strophen im „Bestandserhebungslied” zeigen
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