Stolberger Burg im Tarnfarbenkleid

Von: Toni Dörflinger
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Heraldik als Farbpalette: Eddy Van Gestel, Astrid Rißmeyer und Sylvia Lohn (v.l.) inspizieren beim Denkmaltag die von Christian Altena erstellte Wappentafel der Stolberger Burgherren. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Die Burg im Tarnfarbenkleid? Kurios, aber während des Zweiten Weltkrieges durchaus Tatsache. Um der Burg in wolkenlosen Mondnächten ihre durch das helle Gestein hervorgerufene Leuchtkraft zu nehmen, hatte man die Südseite in den 1940er Jahren mit dunklen, farbigen Flecken ausgestattet. Dokumentiert wird dieser Tarnanstrich auf einem amerikanischen Militärfoto.

Diese 1944 entstandene Aufnahme nutzte jetzt Christian Altena bei seiner Burgführung, um den Besuchern einen Einstieg in das Thema Farbe zu bieten. Denn unter dem Motto „Farbe“ stand der bundesweite Denkmaltag, an dem sich die Stolberg-Touristik mit zwei von Altena gestalteten Rundgängen über das Burggelände beteiligt hatte.

Letztlich hat das Tarnfarben-Foto aber während der Exkursionen aber nur eine untergeordnete Rolle gespielt. Denn der Bauhistoriker hatte mehrere kolorierte Poster vorbereitet, die unter anderem deutlich machen sollten, dass das späte Mittelalter nicht von dunkler Tristesse, sondern von großer Farbigkeit gekennzeichnet war. Schließlich hat man bei bauhistorischen Untersuchen in den 1950er Jahren festgestellt, dass die Wände des im 16. Jahrhundert vermutlich zweigeteilten Rittersaales eine blaue Farbe getragen hatten.

Aber Altena präsentierte den Teilnehmern nicht nur schön gestaltete Reproduktionen eigener Machart, die die verlorene Farbigkeit der Burg wiedergeben sollten, sondern auch die abwechslungsreiche Burggeschichte. Schließlich widmet sich der Historiker seit einigen Jahren verstärkt der wissenschaftlichen und baugeschichtlichen Erforschung der Burg.

Bereits einen Tag zuvor hatte sich der 34-jährige Experte einem anderen Aspekt der Stadtgeschichte gewidmet. Im Rahmen des von Sylke Skrobek und einigen Anwohnern organisierten Mühlenfestes hatte er acht Bildtafeln präsentiert, die der Darstellung der Geschichte der Arnoldsmühle dienten. Die Tafeln, die den historischen Werdegang der einstigen Zwangs- und Bannmühle der Herrschaft Stolberg von ihren Anfängen im 14. Jahrhundert bis heute darstellten, wurden ergänzt durch eine mit Texten versehene Bildrolle.

Die Arnoldsmühle hatte einst als Getreidemühle eine Sonderstellung unter den ansonsten „nur“ aus Messingmühlen bestehenden Gewerbetrieben des Vichttales eingenommen.

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