Stolberger beweisen Kreativität bei der Kostümwahl

Letzte Aktualisierung:
4903992.jpg
So macht Karneval Spaß: als fliegende Fee, deren Flügel man hier nicht sehen kann, und als Malermeisterin sind unsere beiden Praktikantinnen für die tollen Tage bestens gerüstet. Foto: D. Schlachter
4904717.jpg
Wieder ganz im Trend sind selbst gemachte Foto: Peters

Stolberg. Der Polizist verhaftet Pipi Langstrumpf, der Schotte tanzt mit dem Waldgeist – in der närrischen Zeit werden der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Aber wohin geht der Trend in diesem Jahr? Und wieso überhaupt verkleiden?

Unsere Mitarbeiterinnen Ricarda Peters und Lea-Marie Kreus sind dem Ursprung der Karnevalskostüme auf dem Grund gegangen und haben sich in Stolberg umgehört und das Sehenswerte dieser Karnevalssession aufgestöbert.

Sich an Karneval zu verkleiden, das lässt sich auf eine uralte christliche Tradition zurückführen. Am Ende des Winters wurden die „bösen Mächte“ und „dunkle Dämonen“ mit Masken aus den Häusern und Städten vertrieben, um Platz für den kommenden Frühling und die helleren Tage zu machen. Aus den Masken sind zwar mittlerweile bunte Verkleidungen geworden, das laute und fröhliche Feiern hat sich jedoch durchgesetzt und lockt immer noch zahlreiche Menschen auf die Straßen. Diverse Kostümsitzungen und Straßenumzüge, bei denen jeder seine selbstgestalteten und meist farbenfrohen Verkleidungen präsentieren kann, zeigen das rege Interesse, das Karnevalskostüme bis heute hervorrufen. Jedes Jahr kommen neue Trends auf, die manchmal mehr und manchmal weniger gut bei den Stolbergern ankommen.

Als größte Anlaufstelle in der Städteregion gilt seit Jahren der „Karnevalswierts“ in Würselen. Durch eine große Auswahlmöglichkeit an Einzelteilen und kompletten Kostümen bietet der Betrieb den kreativen sowie den unkreativen Jecken viele Möglichkeiten. Für diejenigen, denen „der Spaß an der Freud“ nicht ganz so wichtig ist wie anderen, kommen komplett fertige Kostüme da besonders gelegen. „Ich freue mich zwar jedes Mal aufs Neue auf Karneval, aber dieses ganze Tamtam um die Kostüme ist mir zu stressig. Da kauf ich mir lieber ein komplettes Kostüm, damit habe ich dann nicht so viel Aufwand, “ erklärt Tobias Kreus (28 Jahre) und spricht damit wahrscheinlich vielen aus der Seele.

Laut Christoph Wierts vom gleichnamigen Geschäft liegen dieses Jahr Schotte, Hippie, Stewardess und Indianer besonders im Trend, was gut in den leer gefegten Regalen der Karnevalsgeschäfte zu erkennen ist. Wer einen glaubwürdigen Schotten darstellen möchte, darf nicht auf den karierten Schottenrock und die passende Mütze verzichten. Auch die meist weißen Kniestrümpfe dürfen als wesentliches Merkmal des Schotten oder der Schottin nicht fehlen. Beim schon seit vielen Jahren beliebten Hippie-Kostüm sind weite Hosen mit Blumenmustern, glitzernde Haarbänder und Stoffe in den buntesten Farben immer dabei. Der Kontrast dazu ist die Stewardess, deren Rock und Bluse in klassischen Blautönen eher dezent ist.

Dass man nicht immer dem Trend folgen muss, zeigt Felix Poick (10 Jahre) mit seinem Kostüm. „Ich werde Ernie aus der Sesamstraße, weil ich an Karneval gerne lustig aussehen möchte.“ Wer nur Kleinigkeiten wie die passende Kette oder einen außergewöhnlichen Nagellack benötigt, hat keine Probleme diese in diversen Geschäften des Stolberger Einzelhandels zu finden. „ Bei meinen Karnevalskostümen experimentiere ich gerne und lasse meiner Fantasie freien Lauf. Dieses Jahr kaufe ich die verschiedenen Teile und stelle das ganze Kostüm dann selber zusammen. Am Ende bin ich dann ein Fantasiewesen, “ sagt Sophie Thiele (15 Jahre) und zeigt damit den Mittelweg der beiden Extremen.

Auch Charlotte Peters (11 Jahre) hat ihr Kostüm für dieses Jahr schon fertig zusammengestellt. „Ich werde Elfe, weil ich zu diesem Kostüm viele Ideen im Kopf habe, die man gut umsetzen kann. Ich habe das schon mal bei jemandem gesehen, und das hat mir so gut gefallen, dass ich dieses Jahr selber Elfe werde.“ Nicht nur in der Städteregion Aachen, auch direkt in Stolberg stehen die Chancen für handwerklich begabte Karnevalisten gut. Das „Stoffhaus am Schellerweg“ bietet zahlreiche Stoffe an, die geradezu dazu verleiten, kreativ zu werden. „Die hier her kommen, nähen sich oft selber Kostüme“, sagt Roland Wicking, Inhaber des Stoffhauses. „ Wir kriegen nicht immer mit, was am Ende aus den Stoffen wird.“ Trotzdem geht aus den Einkäufen der Kunden hervor, in welche Richtung die Näharbeiten gehen. In diesem Jahr seien unter anderem Stoffe für den klassischen Clown und Piraten wieder besonders beliebt.

Letztendlich sollte man die Grundidee des Karnevals nicht vergessen, Feiern und mit Familie und Freunden Spaß haben ist schließlich das wichtigste in der fünften Jahreszeit. Und selbst wer bis jetzt noch immer nicht die passende Idee für die jecken Tage hat, nicht verzweifeln: Et hätt noch immer jot jejange...

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert