Stolberg - Stolberger Ansichten über Jahrzehnte: Der alte Markt

Stolberger Ansichten über Jahrzehnte: Der alte Markt

Von: dö
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Der alte Markt 1972. Repro: Stadtarchiv Stolberg
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Der alte Markt heute. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. „Stolberger Ansichten über Jahrzehnte“, Teil fünf: Das Schwarz-Weiß-Bild zeigt den Alten Markt im Jahr 1972. Im Vordergrund ist eine große asphaltierte Fläche zu sehen, die von zeittypischen Fahrzeugen als Parkplatz genutzt wird.

Am Straßenrand ist rechts eine Litfaßsäule abgebildet, die mit einer großflächigen Zigarettenreklame beklebt ist. Begrenzt wird der Platz im Hintergrund von einer dreistöckigen Häuserzeile aus Bruchstein, deren Frontseite im oberen Bereich Initialen trägt: nämlich die Zahl 1826 und die Buchstaben CO, AO und CB. Sie sind ein Hinweis auf das Erbauungsjahr sowie die damaligen Besitzer: Christian und Albert Ostlender sowie Catherina Bein.

Außerdem ist über der Eingangstür eine Leuchtreklame mit der Aufschrift „Restaurant Alt Frankreich“ angebracht. Die auf dem 1972er Foto zu sehende Brandmauer wurde 1985 entfernt. Anstelle von Brandmauer und dahinter liegendem Althaus entstand ein Neubau, dessen Fassade dem historischen Ambiente angepasst, mit Feldbrandsteinen verkleidet wurde. Der Alte Markt war einst der zentrale Platz des früheren Burgdorfes Stolberg. Er lag im Schnittpunkt wichtiger Wegverbindungen. Seit 1991 wird das Restaurant unter dem Namen „The Savoy“ geführt.

Die beiden Bilder zeigen zwar denselben Winkel, aber können doch so unterschiedliche Geschichten erzählen. Denn im Laufe der Jahrzehnte hat sich im Stadtbild eine ganze Menge getan – so auch am Alten Markt.

Der Alte Markt um 1972: Über dem Gebäude sind Dach und Turmhelm der Finkenbergkirche zu sehen. Abgeschlossen wird der Bau auf der linken Seite von einer Brandmauer. Die Brandmauer ist der Überrest einer Hofanlage, die man ein Jahr zuvor abgerissen hatte. Die Hofanlage, eine alte Tuchmanufaktur der Familie Stoltenhoff, hatte den Alten Markt einst um die Hälfte kleiner gemacht. Fazit: Der Alte Markt macht einen eher lieblosen und tristen Eindruck – Hinterhofatmosphäre prägt das Bild.

Das Bild hat sich gewandelt

44 Jahre später hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Tristesse und Vernachlässigung gehören der Vergangenheit an. Das Parken ist nur noch auf einem Randstreifen erlaubt. Asphalt wurde zu Gunsten von Kopfsteinpflaster ausgetauscht. Ein Brunnen, Sitzgelegenheiten, Außengastronomie und Bäume verbessern die Aufenthalts- und Erlebnisqualität.

Start der Neugestaltung war im Jahr 1982. Die Altstadtsanierung hatte zu diesem Zeitpunkt begonnen. Das über Jahrzehnte vernachlässigte historische Viertel erhielt unter Bewahrung der alten Bausubstanz ein neues Gesicht.

Vier Jahre später wurde die Platzmitte mit einem Brunnen ausgestattet. Den Entwurf dazu hatte schon 1984 der Bildhauer Gert Kiessling erstellt. Die Aufstellung der Bronzeskulptur – dargestellt ist ein Gießvorgang aus der Messingproduktion, der auch als „Vogelsängertanz“ bezeichnet wird – verzögerte sich um zwei Jahre, weil inzwischen die Kosten um das Doppelte gestiegen waren.

Die auf dem 1972er Foto zu sehende Brandmauer wurde 1985 entfernt. Anstelle von Brandmauer und dahinter liegendem Althaus entstand ein Neubau, dessen Fassade dem historischen Ambiente angepasst, mit Feldbrandsteinen verkleidet wurde. Bestandteil des Bauprojektes war auch die Entkernung und Restaurierung der benachbarten Häuser Alter Markt Nummern 5 und 7.

Nur unwesentlich verändert hat sich der im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts entstandene Bau. Lediglich die Gaststätte erhielt einen anderen Namen. Seit 1991 wird das Restaurant unter dem Namen „The Savoy“ geführt.

Der Alte Markt war einst der zentrale Platz des früheren Burgdorfes Stolberg. Er lag im Schnittpunkt wichtiger Wegverbindungen. 1852 wurde außerhalb der Altstadt an der Zweifaller Straße ein neuer Marktplatz angelegt.
Dieser Platz, ehemals als „Neuer Markt“ oder auch „Markt“ bezeichnet, trägt inzwischen den bekannten Namen „Willy-Brandt-Platz“.

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